Untersuchung von "Strommann" Biba Struja, Basel, 9.9.2017

von Biba Struja

21. Dezember 2017

Am 9.9.2017 hatten wir, Remo Jakob und Eckhard Kruse, am Rande des 50-jährigen Jubiläums des Basler Psi-Vereins die Möglichkeit, den "Strommann" Biba Struja verschiedenen Messungen zu unterziehen, um seine besonderen Fähigkeiten zu untersuchen.

Eckhard Kruse, Remo Jakob

Dieser Bericht erläutert die Experimente und Ergebnisse sowie offene Fragen und Vorschläge für zukünftige Untersuchungen.

1. Ort und Bedingungen

Datum: 9.9.2017, ca. 14:00 bis 16:30, Basel, Hotel Hofmatt Teilnehmer: Biba Struja, Konstantin Sretenovic (Übersetzung), Heike B. (Kamera und Versuchsperson), Remo Jakob, Eckhard Kruse. Ort: Hotelzimmer (Temperatur: 22,5 Grad, 58% rel. Lufteuchte)

2. Ablauf, Vorgehen

Biba Struja war im Vorfeld grob über die geplanten Messungen informiert worden, am Anfang wurde noch einmal diskutiert, was wir vorhaben. Biba war es wichtig, dass auch er von den Messungen profitiert und die Ergebnisse erhält, sozusagen mit "wissenschaftlicher Bestätigung". Wir haben ihm zugesichert, die Messprotokolle und Videoaufnahmen vollständig zukommen zu lassen. Insgesamt zeigte er sich weitgehend offen für unsere Vorschläge und Wünsche für Messungen, allerdings gab es auch Punkte, wo er Fragen nicht beantwortete oder Vorschläge für Versuche ablehnte. Nicht immer konnten wir dem jeweils nächsten, von uns angedachten Untersuchungsschritt folgen, da Biba sich immer mal wieder mit eigenen Ideen und Versuchsvorschlägen einschaltete.

Nach dem Vorgespräch zog er sich für eine ca. eine Viertelstunde zurück, anschließend begannen die Messungen und Videoaufzeichungen. Im folgenden werden die Untersuchungen vorgestellt. Die Reihenfolge ist nicht immer chronologisch, sondern wurde nach Zusammenhängen gegliedert.

3. Untersuchungen und Anomalien

3.1. Unempfindlichkeit gegen hohe Spannungen Der bekannteste und zentrale Aspekt von Bibas öffentlichen Vorführungen ist seine Unempfindlichkeit gegen hohe Spannungen wie etwa die 230VNetzspannung. Da diese bereits oft untersucht wurde (u.a. auch von Remo Jakob bei einem früheren Besuch von Biba in Basel), spielt sie hier eine untergeordnete Rolle. Die biologische Erklärung besteht seinem ungewöhnlich hohen elektrischen (Haut-)Widerstand, der dazu führt, dass trotz hoher Spannung nur geringe, für ihn ungefährliche Ströme fließen. Viele der von ihm öffentlich vorgeführten Experimente lassen sich auf diese Weise erklären, z.B. wenn er Nägel mit bloßen Händen in die Steckdose steckt, damit eine Glühbirne leuchten lässt, Wasser durch Elektroden erhitzt oder ein Würstchen zwischen zwei Elektroden brät.

1. In einem weiteren, auch öffentlich vorgeführten Experiment legt er einen Leiter auf seine Zunge. Im Gegensatz zu seiner Haut ist diese feucht und leitfähig. Zwar wird der Leiter beim Betrieb der Glühbirne von einem großen Strom durchflossen, für einen eventuellen Stromfluß durch die Zunge ist jedoch lediglich der minimale Potenzialunterschied zwischen dem Leiter und Bibas Körper maßgeblich, was sich mit auf Stromleitungen sitzenden Vögeln vergleich lässt (s. nebenstehendes Schaltbild).

2. Hochspannungsexperimente: Bei der öffentlichen Vorführung zeigte Biba Experimente, bei denen mit einem Tesla-Generator hohe Spannungen erzeugt werden, die durch Ionisation der Luft zu Gasentladungen und Funkenüberschlag führen. Mit diesen Funken lässt Biba beispielsweise an seiner Haut benzingetränkte Tupfer entzünden. Diese Experimente sind zwar spektakulär, aber auch hier fließen nur geringe Energiemengen, so dass die Ungefährlichkeit dieser Experimente aus wissenschaftlicher Sicht nicht überrascht. Sie wurden bei den Untersuchungen daher nicht weiter betrachtet.

     

3.2. Trotz Unempfindlichkeit: Biba spürt Spannung/Strom

Auch wenn Biba unempfindlich gegen die Spannung ist, so scheint er doch ein gewisses Gespür dafür zu haben. So kann er bei der Steckdose erkennen, welches die Phase ist und welches der Nullleiter. Nach eigener Aussage weiß/spürt er es einfach irgendwie, ohne Näheres dazu sagen zu können. Bei seiner Anweisung, den Nullleiter anzufassen, kam dann doch sicherheitshalber der Phasenprüfer zum Einsatz...

     

3.3. Elektrisches Potenzial + Ladung

Gleich zu Beginn der Untersuchungen, nachdem Biba von seiner Vorbereitung zurückkam und noch vor den ersten Versuchen wurde mit dem Elektrofeldmeter des Feld um Biba gemessen, um Rückschlüsse auf das elektrische Potenzial seiner Haut/seines Körpers (also die Spannung gegenüber dem Erdpotenzial) zu ermitteln. (Der auf den Fotos zu sehende Wert wurde für 2cm berechnet, allerdings war der Abstand zur Hand stets etwas größer, so dass der tatsächliche Wert jeweils größer ist).

1. Potenzial an Hand und Arm gemessen: ungefähr 40 V

2. Vergleichsmessungen: Potenzial der anderen Anwesenden 0V.

3. Remo berührt Bibas Hand: 0 V bei den sich berührenden Händen, bleibt auch beim anschließenden Loslassen 0V, so als wäre Biba über Remo geerdet worden.

4. Biba berührt mehrere Sekunden die Kontakte der Steckdose. Anschließend Messung am Arm ca. 100 V, Messung unterhalb der Hände ca. -80 V.



5. Remo-Berührung (spürt nichts dabei) -> 0 V

Durch elektrostatische Aufladung ist es jedem Menschen möglich, hohe Potenziale (über 1000V) auf der Haut zu haben, allerdings sinken diese rasch ab, da es um sehr geringe Ladungs- und Energiemengen geht, die über den Boden und die feuchte Luft abgeleitet werden. Das Potenzial von Biba blieb jedoch konstant (bis die Erdung über eine andere Person erfolgte), wobei sein hoher Hautwiderstand eine wesentliche Rolle spielen kann.

6. Zu einem späteren Zeitpunkt kam auch der Ladungssensor zum Einsatz, zeigte ca. -5nC Ladung. Das Elektrofeldmeter zeigt zu diesem Zeitpunkt 0V. Nachdem sich Biba mit seinen Nägeln an der Steckdose "auflud", zeigte das Elektrofeldmeter ein Potenzial von ca. 16V, die Messung mit dem Ladungssensor ergab ca. +5nC. Nach verschiedenen Quellen hat ein Mensch ungefähr eine Kapazität von 0,15nF. Die gemessenen Ladungen und Potenziale passen recht gut dazu, z.B. 0,15nF * 40V = 6nC. Die Messungen ergeben also keinen Hinweis darauf, dass Biba besondere Speicherfähigkeiten für statische elektrische Ladung besitzt. Die unterschiedlichen Potenziale nach dem Aufladen könnten sich einfach daraus ergeben, zu welchem Zeitpunkt der Schwingung des Wechselsstrom er seine Hände loslässt.

     

3.4. Spannungsmessungen auf Bibas Haut

Es erfolgten Messungen mit Phasenprüfer und Spannungsmesser an verschiedenen Stellen von Bibas Haut, während er mit einer oder beiden Händen die Kontakte der Steckdose berührte:

1. Überprüfung: Steckdosenspannung auf den Nagelkontakten: 220 V.

2. Bibas rechte und linke Hand jeweils auf einem Kontakt, Spannung zwischen den Handrücken: 0V

3. Bibas rechte Hand auf Phase, Spannung zwischen linker Hand und Nullleiter: ca. 200 - 210 V (190V bei kleinerer Kontaktfläche mit anderem Stecker und Berührung auf Arm). Dies ergibt einen Widerstand bei Biba von 1 MΩ bis 470 kΩ (bzw. 1,58 MΩ bei kleiner Kontaktfläche) (Innenwiderstand des Multimeters ca. 10 MΩ).

4. Testweise: Gleichspannungsmessung, um zu schauen, ob Gleichrichtung erfolgt, eine Phase abgeschnitten wird o.ä. Nein: 0V Gleichspannung.

5. Phasenprüfer auf Bibas Haut zeigt Spannung. Biba schließt Stromkreis: Phasenprüfer geht aus.

     

6. Bei der genauen Messung mit dem Voltmeter sinkt die Spannung von offen / linke Hand losgelöst 190 V beim Schließen des Stromkreises auf 85 V ab (das erklärt, warum die Glimmlampe des Phasenprüfers erlischt).

     

7. Weitere Messung mit Voltmeter bei offenem Stromkreis: Rechter Arm 195 V (-> 1,2 MΩ) , Linke Hand 190-200 V (-> 1,58 MΩ - 1MΩ).

8. Kann Biba die Spannung in dieser Messkonfiguration willentlich beeinflussen? Die Spannung variiert zwischen 145V und 210V (-> 5,1 MΩ bis 0,47MΩ). Das heißt, er kann seinen Widerstand deutlich verändern. Wir bitten ihn, vorher zu sagen, ob er die Spannung senkt oder erhöht, das funktioniert aber nur recht unsicher und könnte auch damit zusammenhängen, wie fest er die Kontakte hält und damit den Übergangswiderstand/die Kontaktfläche verändert. In den Videoaufnahmen sieht die Handhaltung jedoch weitgehend identisch aus.

     

Um die Spannungsmessungen zu verstehen, hilft nebenstehendes Ersatzschaltbild. Lediglich Bibas (sehr trockene) Haut hat einen außergewöhnlich hohen Widerstand. Sein Körperinneres wird die gleiche gute Leitfähigkeit besitzen wie bei anderen Menschen und ist hier einfach als Leiter dargestellt. Wenn Biba beide Kontakte hält, ergibt sich 1 = 220 V, 2 = 0V, und, unter der Annahme, dass linke und rechte Hand gleichen Widerstand besitzen, für das gesamte Körperinnere K = 110 V.

Beim Abgriff (z.B. am Unterarm M) ergibt sich durch den jeweiligen Hautwiderstand ein weiterer Spannungsabfall. Für 85 V an M ergibt sich als Hautwiderstand an dieser Stelle ca. 3 MΩ, für die Widerstände an den Händen aufgrund der vorherigen Messungen jeweils ca. 0,25 MΩ bis 2,5 MΩ.

3.5. Vibrationen und Geräusche

Sowohl bei den Behandlungen als auch wenn Biba die Netzspannung berührt, sind mitunter Brumm- oder Summgeräusche zu hören. Wenn er die Nägel in der Steckdose (mit durch ihn geschlossenen Stromkreis) herunterstreicht, ist ein Brummen zu hören und die Vibration auch zu spüren, wenn man die Hand auf den Stuhl legt, auf dem die Steckdose liegt.

Die Analyse des Geräusches ergibt eine Frequenz von 100 Hz und nicht die eher zu erwartenden 50Hz der Wechselspannung. Wodurch der Klang genau entsteht, ist unklar. Beim bekannten, ähnlich klingenden Transformatorbrummen spielen ja magnetische Kräfte eine wesentliche Rolle, welche hier kaum in Frage kommen. Womöglich ist der Effekt eher vergleichbar mit dem bei Überlandleitungen zu beobachtenden 100Hz-Brummton, welcher nach einer gängigen Theorie durch Wassermoleküle (dort: auf der Leiteroberfläche, bei Biba in der Hand?) entsteht, die wegen ihrer Dipoleigenschaft im Rhythmus der 50 Hz-Wechselspannung deformiert werden und dadurch einen 100 Hz-Ton verursachen.

Auch bei den Behandlungen ist mitunter deutlich ein Summen zu hören, welches jedoch schärfer/obertonreicher klingt, wie eine Signal mit kurzen nadelförmigen Pulsen (die auch grafisch im Audiosignal zu erkennen sind), wobei die Frequenz der Pulse ebenfalls bei 100 Hz zu liegen scheint (leider ist die Audioaufnahme von Hintergrundräuschen überlagert). Dieses Geräusch könnte sich durch kleine Funkenschläge im Rhythmus der Wechselspannung erklären.

3.6. Stromfluss und Gleichstromanteil

Wieviel Strom fließt durch Bibas Körper? Bei einer Messung, bei der er sich direkt an die Steckdose anschließt (mit Metallzylindern für eine große Kontaktfläche), fließt Wechselstrom 1,6mA (entspricht einem Widerstand von ca. 140 kΩ). Darüber hinaus ergibt die Gleichstrommessung rasch wechselnde Werte bis 0.2mA. Anders als ein ohmscher Widerstand verändert Biba also den Wechselstrom so, dass ein Gleichstromanteil entsteht. Es ist bekannt, dass organische Materialien teilweise Halbleitereigenschaften besitzen, dies könnte hier eine wesentliche Rolle spielen.

Auch bei der folgenden Messung, bei der mehreren Personen eine Kette bildeten, zeigte sich ein deutlicher Gleichstromanteil, d.h. der Wechselstrom schwingt nicht um die Nulllinie, sondern ist um einen gewissen Betrag verschoben. Je nachdem, ob die Nulllinie noch durchschritten wird, kann man insofern auch von einem modulierten oder gepulsten Gleichstrom ausgehen. Auch das fühlbare Vibrieren und die Tatsache, dass der Strom von den Personen überhaupt wahrgenommen wird (Gleichstrom der genannten Stärke liegt typischerweise unter der Wahrnehmungsschwelle), belegen die Schwingung - welche sich in ähnlicher Weise auch bei den Behandlungen ohne Netzstrom zeigt. Weitergehende Messungen mit einem Oszilloskop wären wünschenswert, um den Signalverlauf genauer zu untersuchen.

3.7. Bewusste Steuerung des Stromflusses

Bei verschiedenen Situationen scheint Biba Strom/Spannung bewusst steuern zu können. Eine herkömmliche Erklärung wäre, dass er den Strom durch die Veränderung der Kontaktfläche (und des Widerstandes) zum Behandelten und/oder zum Steckdosenkontakt variert. Bei den oben erwähnten Spannungsmessungen und gezielten Veränderungen erscheint die Kontaktflächenveränderung als Ursache durchaus plausibel. Bei weiteren Experimenten sind jedoch keinerlei Veränderungen von Bibas Handhaltung zu erkennen und dennoch ändert sich der Stromfluss.

1. Im ersten Experiment mit der Menschenkette (Biba an Phase, Remo an Nullleiter) wird subjektiv von Heike eine deutliche Veränderung der Stromstärke geschildert, die über Bibas Hand fließt. Daraufhin wurde die Stromstärke im Kreis gemessen. Sie bewegte sich in einem Bereich von 0,14 mA bis 0,19mA.

     

2. Mit den Zylindern als Kontaktflächen zum Messgerät war der Strom deutlich größer. Die Gleichstrommessung variiert innerhalb weniger Sekunden zwischen -0.08mA und 0.12mA.

3. Die anschließende Messung mit dem Elektrofeldmeter ergab bei Biba (am Arm) wieder Potenziale um 50 V, bei den anderen Teilnehmern 0 bis 2 V.

3.8. Behandlungen

Ein wesentlicher Teil von Bibas Arbeit sind die Strombehandlungen. Hierbei streicht er mit seinen Händen über verschiedene Hautpartien des Behandelten und lässt spürbar unterschiedliche Ströme fließen, die sich mal sanft, mal unangenehm und die Muskeln stark ankrampfend anfühlen. Grundsätzlich fühlen sich Berührungen durch seine Hände sanfter an, als wenn man von seinem Handrücken oder Arm berührt wird.

1. "Erdung"? Der Behandelte hält während der Behandlung einen Metallstab, der mit einem Kabel mit einem Anschluss an Bibas Hose verbunden ist (Stab und Kabel wurden überprüft: 0 Ohm). Laut Bibas Aussage dient dies der Erdung, dem Abführen überschüssiger Energie. Im Vorgespräch zeigte er auch auf seiner Fußsohle ein Kabelende. Ob/wie dieses mit dem Anschluss an der Hose verbunden ist, konnte nicht überprüft werden. Unseren Vorschlag, die Erdung über den Erdungsleiter der Steckdose herzustellen, lehnte er ab mit der Begründung, der Stromkreis müsse über seinen Körper geschlossen werden. Da er obendrein Turnschuhe mit Gummisohle trug, scheint es unwahrscheinlich, dass es sich tatsächlich um elektrische Erdung im üblichen Sinne handelt, sondern eher um eine Rückleitung, um den Stromkreis zu schließen.

     

2. Unmittelbar nach Behandlung wurde Bibas Potenzial am Arm gemessen: Ca. -50 V.

3. Auch das Erdungskabel, von Biba an der Isolation gehalten, zeigt bei (flüchtiger) Messung ein hohes negatives Potenzial von ungefähr -70 V. Möglicherweise ist dies ein Influenzeffekt durch seine Hand, andernfalls spricht es auch gegen eine echte Erdung.

4. Als das Erdungskabel wieder in den Händen der Behandelten ist, ist das Potenzial jedoch tatsächlich 0V (wobei eine Wechselspannung auch 0V liefern würde). Als Biba der Behandelten auf den Arm fasst, gibt es nur kleine Veränderungen bis zu ca. 2 V.

    

5. Während der Behandlung fließt durch das "Erdungs"kabel bis zu 3,7mA Wechselstrom (wobei das Multimeter für die Betragsberechnung von Sinuswellen ausgeht, die ohne Oszilloskop nicht gesichert nachzuweisen waren), überlagert von einem kleinerem Gleichstromanteil < 0,2mA. Auch hier kann Biba den Stromfluss stark variieren (Messungen von 0,2mA bis 3,7mA), wobei die größere Berührungsfläche (mehr Druck) mit seiner Hand eine Rolle spielen könnte. Die Größenordnung ist ähnlich dem Strom in dem Menschenkettenexperiment, d.h. es scheint bei der Stromabgabe keinen grundsätzlichen Unterschied zu geben, ob Biba den Strom aus der Steckdose oder aus seiner wie auch immer gearteten "Aufladung" bezieht.

0,2mA. Auch hier kann Biba den Stromfluss stark variieren (Messungen von 0,2mA bis 3,7mA), wobei die größere Berührungsfläche (mehr Druck) mit seiner Hand eine Rolle spielen könnte. Die Größenordnung ist ähnlich dem Strom in dem Menschenkettenexperiment, d.h. es scheint bei der Stromabgabe keinen grundsätzlichen Unterschied zu geben, ob Biba den Strom aus der Steckdose oder aus seiner wie auch immer gearteten "Aufladung" bezieht.

3.9. Experiment: Heißes Kügelchen

Zum Abschluss der Untersuchungen bot Biba an, ein neues Experiment zu zeigen. Er nahm dazu das Papier-Alu-Verpackungspapier aus einer frisch geöffneten Zigerattenschachtel, ließ es in kleine Streifen reißen, benetzte es mit Wasser, strich zweimal mit Daumen und Zeigefinger darüber.



Anschließend sollten wir es zu kleinen Kügelchen zusammenrollen und auf die Hand legen. Beim ersten Versuch geschah nichts. Biba fragte dann, ob wir weiteres Alu-Papier hätten, wir verneinten dies. Daraufhin verliess er das Zimmer und kam nach ein paar Minuten mit einem ähnlichen Papier zurück, das er wohl von einer anderen Zigarettenpackung abriss. Das konnten wir aber nicht überprüfen, da er nur mit dem Papierstück in der Hand zurück kam. Allerdings erzählte später Marianne, dass Biba sie um ein Stück Alufolie von ihrer Zigarettenpackung gebeten hatte.

Beim zweiten Anlauf wurde das Kügelchen in der Hand innerhalb kurzer Zeit immer wärmer und schließlich so heiß, das man es fallen lassen musste. Zeitlicher Ablauf z.B. bei Heike (gemäß Video): 0 s: Biba streicht über Papier, 4 s: reißt Stückchen ab und formt Kugel, 11 s: Kügelchen auf Heikes Hand gelegt, 14 s: Heikes erste "Huch-"-Reaktion, 16 s: "aah". 17 s: Heike lässt die Kugel fallen. Trotz der kurzen Einwirkzeit bildet sich eine Brandblase auf ihrer Hand. Die Erwärmung wurde auch (bei einer anderen Hand) mit der Wärmebildkamera gefilmt.

     

Nach Bibas eigener Aussage sei hier irgendeine elektrische (Fern?)Wirkung im Spiel. Später erwähnt er, dass er zukünftig weitere Experimente machen möchte, in denen er eine Fernwirkung ausübe und elektrische Felder beeinflusse.

Als konventioneller Erklärungsversuch käme grundsätzlich auch eine exotherme chemische Reaktion in Frage, die durch das Wasser in Gang gesetzt wird. Allerdings scheint es sich tatsächlich um Verpackungsmaterial aus einer Zigarettenschachtel zu handeln oder etwas sehr Ähnlichem (Alu auf Papier). Der Ablauf der Geschehnisse spricht auch nicht unbedingt für den Austausch durch präpariertes Material und auch dann bliebe die Frage, wie ca. 1 Quadratzentimeter (ca. 10 Milligramm) von etwas, das nach Alufolie und Papier aussieht, eine starke Hitzewirkung entfalten kann, die sich aber z.B. im Gegensatz zu Alkalimetall-Reaktionen recht kontrolliert entfaltet. Vielleicht gibt es Chemiker, die dazu Ideen haben?

4. Möglichkeiten für Betrug und Tricks?

Angesichts der teils überaus erstaunlichen Phänomene stellt sich naturgemäß die Frage nach Tricks oder verborgenen Hilfsmitteln.

Dass Biba versteckte Geräte bei sich trug, lässt sich grundsätzlich nicht ausschließen. Bei der Betrachtung der Videoaufnahmen und auch der Wärmebildaufnahmen zeigen sich jedoch keinerlei Hinweise darauf. Biba bewegte sich frei und ungezwungen im Raum, setzte sich, stand auf und es gab auch bei gründlicher Betrachtung der Aufnahmen keinerlei Hinweise, dass sich unter dem Stoff von Hose oder T-Shirt irgendwelche Geräte abzeichneten. Kommerzielle tragbare TENS/EMS-Geräte, welche elektrischen Behandlungen dienen und grundsätzlich in Frage kämen, um vergleichbare Ströme zu produzieren, haben beispielsweise Maße von 10x5x2 cm. Ein im Schuh verstecktes Gerät lässt sich nicht ganz ausschließen, allerdings trug er bei den Messungen und bei der Vorführung verschiedene Paar Schuhe.

Selbst wenn es gelänge, ein maßgeschneidertes Gerät zu verstecken, bliebe die Frage, wie er das Gerät völlig unbemerkt steuert und wo und wie dieses die Energie an seinen Körper abgibt, zumal hier sein hoher Hautwiderstand ein Hindernis wäre (bei öffentlichen Vorführungen hat er außerdem einen komplett freien Oberkörper). Außerdem müsste der Strom so an seinen Körper abgegeben werden, dass Biba selbst von den Effekten der Muskelkontraktionen verschont bliebe.

Auf Höhe der Gürtelschnalle hat er einen Kontakt, den er vor den Behandlungen verbindet und festklebt. Daneben gibt es in den Hose einen Stecker für das Kabel des Erdungsstabs mit, nach seiner Aussage, einer Verbindung zur seiner Fußsohle, die er uns ebenfalls zeigte und auf der ein Kabelende festgeklebt war. Weitere Untersuchungen dieser Kabel waren nicht möglich. Wie die genaue Vorbereitung zu den Heilbehandlungen erfolgt, insbesondere, wie er sich "auflädt", wollte er nicht erläutern. Andererseits hätte er auch problemlos das Kabel an seiner Gürtelschnalle geheim halten können.

Die ungeklärten Fragen bieten natürlich Stoff für Skeptiker, von irgendwelchen Tricks auszugehen, allerdings ergibt sich aufgrund unserer Beobachtungen und Messungen keinerlei schlüssige Theorie, wie solche Tricks tatsächlich dazu dienen könnten, um die Gesamtheit an Phänomenen zu erzeugen.

5. Fazit

5.1. Strom und Spannung bei Behandlungen
Biba legte Wert darauf, bestätigt zu bekommen, inwieweit Strom und Spannungen bei seinen Behandlungen ungefährlich sind. Die bei der Behandlung gemessenen Ströme lagen meist bei 0.2mA, in Spitzen bis 3mA und waren damit für gesunde Menschen ungefährlich. Für weitergehende Aussagen wäre insbesondere noch der Signalverlauf mit einem Oszilloskop zu messen.

5.2. Anomalien und Thesen/Fragen zu Bibas Fähigkeiten
Von Bibas besonderen Fähigkeiten sind einige zuverlässig nachgewiesen, einige erscheinen aufgrund der Messungen zumindest wahrscheinlich. Für manche Aspekte wären weitergehende Messungen wünschenswert, um den erstaunlichen Beobachtungen weiter auf den Grund zu gehen:

• Biba hat einen sehr hoher Hautwiderstand und ist dadurch unempfindlich gegen hohe Spannungen. Dies wurde vielfach untersucht und scheint unstrittig. Die aus den Messungen bestimmten Übergangswiderstände lagen zwischen 140 kΩ und 3 MΩ.

• Biba einfach als festen großen Ohmschen Widerstand zu betrachten, greift zu kurz. Er kann Spannung/Stromfluss bzw. seinen eigenen Widerstand gezielt beeinflussen, wobei die Variation der Handkontaktfläche als Erklärung nicht auszureichen scheint.

• Er verändert den reinen Wechselstrom des Netzes so, dass ein Gleichstrom-Anteil hinzukommt bzw. eine Art pulsierender oder schwingender Gleichstrom entsteht. Auch bei den Strombehandlungen ohne Netzstrom ist eine solche Überlagerung zu beobachten, vermutlich hat sie mit gewissen Halbleitereigenschaften von menschlichem Gewebe zu tun.

• Das "Erdungskabel" dient anscheinend nicht der Erdung, sondern dem Schließen des Stromkreises. Die Funktion seiner Kabel an Position der Gürtelschnalle und an der Fußsohle bleiben unklar.

• Wie genau das "Aufladen" vor den Behandlungen erfolgt und ob und wie er Energie im Körper speichern und gezielt abgeben kann, bleibt weitgehend ungeklärt. Dass er ein stabiles elektrostatisches Potenzial halten kann, lässt sich prinzipiell auf seine isolierende Haut zurückführen. Die Messungen legen allerdings nahe, dass sich seine elektrische Kapazität nicht wesentlich von der anderer Menschen unterscheidet. Dass bei Behandlungen Wechselstrom bzw. gepulster Gleichstrom fließt, ist überaus erstaunlich, wenn man nicht doch von einem versteckten Gerät ausgeht - für das es jedoch keine Hinweise gab.

• Egal, woher Biba bei den Behandlungen die elektrische Energie nimmt: Er muss bei einem Stromkreis letztlich vom gleichen Strom wie der Behandelte durchflossen werden. Dennoch scheinen sich seine eigenen Muskeln in den meisten Situationen nicht abrupt zusammenzukrampfen. Möglicherweise spielen sein Hautwiderstand und/oder geschickte Berührungen, die zu unterschiedlichen Stromdichten bei ihm und dem Behandelten führen, eine Rolle. Außerdem legen einige Videosequenzen nahe, dass er vor bestimmten Berührungen seine Muskel bereits gezielt anspannt.

• Interessant, aber für die Beurteilung von Bibas Fähigkeiten vermutlich nicht zentral: Wie genau entstehen die Brumm- und Summgeräusche?

• Das Hitze-Kügelchen-Experiment ist überaus erstaunlich.

5.3. Zukünftige Messungen und Überlegungen
Für zukünftige Forschung wären insbesondere wünschenswert:

• Oszilloskop, um Strompulse/Wechselstrom, Frequenzen genau zu untersuchen.

• ggf. Feldstärkemessgerät für die Wechselfelder als Ergänzung zum Elektrofeldmeter. • Ausführlichere, systematischere Messungen, z.B. an mehreren Stellen der Haut und auch am Oberkörper (was natürlich mehr Zeit und Geduld von Biba erfordern würde)

• Vielleicht verrät Biba doch noch mal etwas mehr zu seiner Aufladetechnik?

• Die Beteilung von Experten bzgl. der menschlichen Physiologie, insbesondere was elektrische Leitfähigkeit, Halbleitereigenschaften und den Einfluss von elektrischen Strom auf Muskeln und Nervensystem angeht.


Über Biba Struja

Biba Struja (Serbien) wurde am 10. Februar 1957 in Poljasna nahe Pozarevac geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Schlosser. Dabei entdeckte er mit 17 Jahren rein zufällig seine phänomenale Fähigkeit: «Während meiner Ausbildung zum Schlosser arbeitete ich mit der Schweissmaschine und erhielt aus Unachtsamkeit einen massiven elektrischen Schlag. Seltsamerweise hat mir das überhaupt nichts ausgemacht...» Er hat in der Folge seine Fähigkeiten auf der ganzen Welt demonstriert und hält zwei Einträge im Guinness Buch der Rekorde. Heute ist es ihm ein Anliegen seine Fähigkeiten zu heilerischen Zwecken einzusetzen. Viele Videos finden Sie auf www.youtube.com unter dem Suchbegriff Biba Struja.

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