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Galsan Tschinag sagte einmal: „Die Literatur, die ich schreibe, ist das Leben, das ich lebe. Ich bin, wenn ich Schamane bin, ein schreibender Schamane, ein dichtender Schamane und wenn ich Schriftsteller bin, bin ich ein schamanischer Schriftsteller, ein singender Schriftsteller, ein heilender Schriftsteller. Damit meint er auch, dass er der harten deutschen Sprache etwas mongolisch Weiches, Rundes geben will.

In seinen Büchern gibt er uns Einblick in die Welt der Nomaden in der Mongolei. Anhand der Eigenschaften und Besonderheiten dieser Lebensweise hebt er auch den zivilisationskritischen Zeigefinger und führt uns die Krankheiten der Moderne vor Augen und zeigt auch gleichzeitig Lösungen auf. „Ohne die Tat ist alles nur Geplapper“ ist sein Kredo und auch der Titel eines Buches.

Lassen Sie sich von Galsan Tschinag aus seinen Erzählungen über das Nomadenleben in der Mongolei von gestern und heute poetisch berühren.

Kurzdaten:

von Fr 6. April 2018, 19:30 Uhr

Freitag, 6. April 2018
ab 19.30 Uhr

Basler Psi-Verein
Neuweilerstrasse 15
CH-4054 Basel

Informationen zum Veranstaltungsort:
http://www.bpv.ch/basler-psi-verein/raum-basler-psi-verein/

CHF 20,00 / 10,00 (Mitglieder)

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Kurzbiographie:

Galsan Tschinag wurde 1943 in einer Jurte im Hohen Altai der Mongolei geboren. Als jüngster Sohn einer angesehenen Nomadenfamilie wurde er schon als Kind von seiner berühmten Schamanentante „Pürwü“ in die Geheimnisse des Schamanens eingeweiht und seither hat er Zeit seines Lebens Menschen behandelt und das Schamanentum gelebt.
Früh in seiner Kindheit verfasste er seine ersten Gedichte und studierte später als junger Mann „mongolische Literatur“ in Ulaanbaatar, 2000 km entfernt von seiner Jurte.
1962 erhielt der Nomadensohn ein Stipendium für ein Germanistikstudium in Leipzig. Mutig machte er sich auf den Weg in dieses ferne Land, mit der ihm unbekannten Sprache, den fremden Schriftzeichen und den Sitten und Bräuchen, die so anders waren, als alles, was er als Nomadenkind erlernt hatte.
Trotz aller Wirrnisse und Schwierigkeiten absolvierte er das Germanistikstudium in kürzester Zeit und schloss es 1968 als Jahrgangsbester summa cum laude ab.
Zurück in der Mongolei arbeitete er als Übersetzter seines Landes, als Dozent an der Staatsuniversität und später auch als Regierungsdolmetscher und begann bald, seine ersten Werke zu veröffentlichen.
Es folgten Jahre in schwierigen politischen Verhältnissen, die auch ihn als Schriftsteller in Schwierigkeiten brachten. Seine Manuskripte mussten versteckt werden und erst mit der politischen Wende 1991 in der Mongolei hatte er die Gelegenheit, seine Werke im Westen zu publizieren. Für diese erhielt er diverse Preise, u.a. den Adelbert-von-Chamisso-Preis und den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft.
Auch seinem Volk, den Tuwas, leistet er unentbehrliche Dienste. 1995 durchquerte er als Oberhaupt seines Tuwa-Volkes mit einer Karawane von 139 Kamelen, 330 Pferden, 30 Hun- den, 16 Hühnern, einer Katze und 140 Tuwa in 62 Tagen auf der Länge von 2000 km in Ost-West Richtung die Mongolei, um einen Teil seines ver- streuten Stammes in die angestamm- ten Weidegebiete im Hohen Altai zurückzuführen und wieder in die Gemeinschaft des Volkes zu integrieren.
Die Tuwa pflegen einen achtsamen Umgang mit der Erde und ihren Geschöpfen. Daraus erwuchs dem Visionär Galsan Tschinag ein Traum. Er will der Mongolei 1 Million Bäume schenken und ist auf einem guten Weg, dieses Ziel in den nächsten Jahren zu erreichen. Im Dezember 2002 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz für sei- ne intensiven Bemühungen um eine Verständigung zwischen den Kulturen verliehen. Er ist Mitglied im Weltältestenrat (Council of the world elders).

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