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Studie über
„geistiges Fernheilen" bei chronisch Kanken
Kein Wundermittel, aber verwunderlich heilsam
Erhebliche Besserungen nach fünf Monaten
„Fernbehandlung" - Insgesamt 290 Patienten und
55 Geistheiler beteiligt
Bei chronischen Leiden, die aus schulmedizinischer
Sicht „behandlungsresistent" scheint, erzielen
„Fernheiler" statistisch signifikante Erfolge:
Nicht nur die seelische Verfassung und Lebensqualität
der Patienten verbessern sich im allgemeinen deutlich, sondern
auch die körperliche Symptomatik. Dies ist die vorläufige
Bilanz der ersten von zwei Testphasen einer grossangelegten
Studie, bei der 50 Geistheiler, unter Aufsicht eines neunköpfigen
Teams von Medizinern und Psychologen, von Mai bis September
60 Langzeitkranke betreut haben. Die Ergebnisse wurden auf
dem Vierten „Weltkongress für Geistiges Heilen"
veröffentlicht, der im Rahmen der 16. „Psi-Tage"
vom 27. bis 30. November im Kongresszentrum Messe Basel stattfand.
An der Studie sind Wissenschaftler mehrerer Universitäten
und privater Forschungsinstitute beteiligt. Sie wird mit weiteren
170 Patienten fortgesetzt.
Am „Fernheiltest", dem bislang aufwendigsten
in Europa, nehmen insgesamt 290 chronisch Kranke teil, die
sich auf Presseaufrufe hin beworben haben und aus über
400 Bewerbern ausgewählt worden sind*. In die erste Testphase,
Mitte September abgeschlossen, wurden 120 Patienten einbezogen.
Die Hälfte von ihnen, also 60, wurde der „Therapiegruppe"
zugelost. (Die übrigen 60 bildeten, zum Vergleich, eine
Kontrollgruppe: Sie blieb im Versuchszeitraum geistig unbehandelt.**)
* Gefordert wurde, daß die Krankheit seit
mindestens zwölf Monaten besteht, ihre Diagnose durch
Befundberichte von Ärzten oder Kliniken abgesichert ist
und belegbar resistent gegen medizinische Behandlungsversuche
gewesen ist. Zu den weiteren Einschlußkriterien zählten:
die Bereitschaft des Patienten, auf eigene Kosten zu den Anfangs-
und Abschlußuntersuchungen anzureisen sowie Patientenunterlagen
(Wochenprotokolle) zu führen; außerdem das Einverständnis
zu Filmaufnahmen und anonymisierten Falldarstellungen. Von
vornherein ausgeschlossen wurden Bewerber mit psychiatrischen
Erkrankungen oder in akut lebensbedrohlichem Zustand.
** Die Gruppenzuteilung erfolgte „randomisiert",
ein Computer im Psychologischen Institut der Universität
Freiburg besorgte sie per Zufallsverfahren.
Die fernbehandelten Patienten waren zwischen
5 und 75 Jahre alt – mit sieben Kindern unter 13 Jahren
-, das Durchschnittsalter lag bei knapp 45 Jahren. Mit 73
% herrschte ein deutlicher
Frauenüberschuss. Insgesamt 144 diagnostizierte
Leiden, im Schnitt 2,4 pro Patient, brachte die Behandlungsgruppe
mit. Das Spektrum reichte dabei von Migräne, Tinnitus
und Neurodermitis über Bronchialasthma bis hin zu Arthritis,
Tumorleiden und angeborenen körperlich-geistigen Behinderungen:
am häufigsten vertreten waren Erkrankungen des Nervensystems
und der Sinnesorgane (29,2 %), gefolgt von Krankheiten des
Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes (24,2 %), des Kreislaufsystems
und der Atmungsorgane sowie angeborene Anomalien (jeweils
5 %). Durchschnittlich über elf Jahre (Mittelwert: 11,24)
quälten sie sich bereits mit ihrem Leiden - jeder Zweite
über acht Jahre. Zwar befanden sich vier von fünf
„Fernbehandelten" bei Testbeginn noch in ärztlicher
Behandlung (79,2 %); doch dies waren sie im Schnitt schon
seit 10,4 Jahren, ohne entscheidende Hilfe gefunden zu haben.
Fünfzehn Ärzte (Mittelwert: 14,74) hatte jeder Beteiligte
im Mittel bereits konsultiert und drei Klinikaufenthalte (Mittelwert:
2,88) hinter sich. Die meisten galten aus ärztlicher
Sicht als „behandlungsresistent", wenn nicht als
„austherapiert": Nahezu jedem dritten Patienten
war zuvor ärztlicherseits vorausgesagt worden, sein Leiden
könne sich nicht mehr bessern (12,5 %) oder werde sich
noch weiter verschlimmern (17,9 %). Weit über die Hälfte
hatte sogar die niederschmetternde Prognose erhalten, ihr
Leiden sei „unheilbar, da stößt die Schulmedizin
an Grenzen" (58,9 %). Insofern schienen die meisten „fernbehandelten"
Kranken aus ärztlicher Sicht „behandlungsresistent",
wenn nicht gar „austherapiert".
Um sie kümmerten sich, 20 Wochen lang,
50 Heiler, die im Schnitt seit knapp neun Jahren heilerisch
tätig sind, aus sieben europäischen Ländern.
Die Therapiegruppe wurde dreigeteilt:
l 20 Patienten der Kontaktgruppe wurden fünf
Monate lang von einem Fernheiler betreut, den sie bei Testbeginn
persönlich kennenlernten und seither gelegentlich aufsuchen
oder telefonisch um Rat fragen konnten.
l Zehn weitere Versuchspersonen wurden der Amulettgruppe
zugewiesen: Sie erhielten ein Objekt, das derselbe Heiler
vermeintlich mit „Energie" aufgeladen hatte. Seither
trugen sie es am Körper, nachts legten sie es unter ihr
Kopfkissen.
l Eine anonyme Gruppe von 30 Patienten wurde
unterdessen von den übrigen 49 Heilern betreut. Diesen
lag nichts weiter vor als ein Foto der Betreffenden. Name,
Adresse, Diagnose waren den Heilern unbekannt, und es kam
zu keinerlei persönlichen Kontakten. Um jeden Patienten
der „anonymen Gruppe" kümmerten sich vier
bis sechs Fernheiler.
Vor Beginn und nach Abschluß des Tests
bewertete ein Team von neun Ärzten, Heilpraktikern und
Psychologen Zustand und Entwicklung der vorliegenden Krankheitsbilder,
beschreibt und quantifiziert sie auf vorbereiteten Formularen.
Zu beiden Anlässen füllten alle Versuchspersonen
den „SF-36" aus: einen standardisierten, in der
Medizinforschung bewährten Fragebogen des amerikanischen
„Medical Health Trust", dessen elf Items verschiedene
Aspekte der Befindlichkeit erheben. Jeder Patient schrieb
zudem alle sieben Tage ein „Wochenprotokoll" zu
vorgegebenen Fragen: Glaubt er, die Fernbehandlung zu spüren?
Zu welchen Zeitpunkten? Welcher Art, wie stark sind diese
Empfindungen? Haben sich die Beschwerden verbessert oder verschlechtert,
oder blieben sie unverändert?
Einen Grossteil des angesammelten Datenbergs
– darunter allein 1200 Wochenprotokolle der Fernbehandelten
-, hat eine Psychologin der Universität Freiburg abgetragen,
die darüber ihre Diplomarbeit schrieb.* „Die statistische
Auswertung lässt Trends erkennen, die manches gängige
Vorurteil ins Wanken bringen", erklärt der Versuchsleiter
und Mitorganisator des Basler „Weltkongresses",
Dr. Harald Wiesendanger:
Fernheilung wirkt – „seltener zwar,
als überschwengliche Esoteriker in Aussicht stellen,
aber erheblich häufiger und tiefgreifender, als Skeptiker
für möglich halten", so Wiesendanger. Bei Testende
ging es den Fernbehandelten in allen drei Untergruppen auffallend
besser als der Kontrollgruppe – und dies nach sämtlichen
eingesetzten Messverfahren, sowohl gemäss der Selbsteinschätzung
der Patienten als auch im Urteil des Ärzteteams. Der
Psychologe Dr. Harald Walach von der Universität Freiburg
– er betreut die Diplomarbeit zum Fernheiltest –
bezeichnet die festgestellten Veränderungswerte als „in
allen Skalen deutlich, statistisch signifikant und klinisch
bedeutsam".
Die Fernbehandelten erfuhren in der Regel einen
beträchtlichen Zugewinn an Lebensqualität. Sie spüren
„mehr Zuversicht, Lebensfreude und Kraft", „mehr
Interesse und Motivation", mehr innere Ruhe, Ausgeglichenheit
und gehobene Stimmung, werden von Ängsten und Depressionen
weniger belastet.
Die beobachteten Fortschritte bleiben keineswegs
nur auf den psychischen Bereich beschränkt. Vielfach
verbesserte sich auch die körperliche Symptomatik beträchtlich.
So hat sich ein ausgedehnter Tumor am linken Unterarm einer
25jährigen Morbus-Recklinghausen-Patientin vollständig
zurückgebildet; der grösste Gehirntumor ist deutlich
kleiner geworden, Gleichgewichtssinn und Sehvermögen
haben sich gebessert. Ein seit 19 Jahren offenes Bein (neurogenes
Ulcus) ist bereits halb verheilt; die Betroffene kann zum
ersten Mal seit 14 Jahren wieder ohne Krücken gehen.
In zwei Fällen wurden arthritisch verkrümmte und
steife Gelenke wieder biegsamer, gingen Schwellungen zurück,
verschwanden Schmerzen, konnten Medikamente abgesetzt werden.
Bluthochdruck normalisierte sich, Tinnitus und überhöhter
Augendruck ließen nach; zwei Patientinnen sind von jahrelanger
chronische Migräne frei. Medikamente gegen Asthma, Herzbeschwerden
bzw. Rheumatismus konnten stark reduziert oder ganz abgesetzt
werden. Eine chronische Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündung)
mit wässrigem Durchfall, der eine 57jährige Hausfrau
bis zu zwanzigmal täglich zur Toilette getrieben hatte,
ist vollständig abgeklungen.
* Katja Reuter: Der Einfluss psychologischer
Variablen auf den Therapieerfolg bei chronisch Kranken. Eine
Untersuchung aus dem Bereich der Komplementärmedizin.
Freiburg i. Br. 1999. Gegen Einsendung von 50 DM (Vorkasse)
bar oder Scheck, zzgl. Versandkosten (3 DM), zu beziehen bei:
Katja Reuter, Himbeerweg 7, 70619 Stuttgart.
Fernheilen, das persönliche Kontakte einschliesst,
ist einer rein anonymen „Energieübertragung"
zwar überlegen – überraschenderweise aber
nicht in einem Masse, das statistisch ins Gewicht fällt.
Allerdings setzte sich die „Anonyme Gruppe" alles
in allem aus leichteren Fällen zusammen, wie sich bei
der einer Feinanalyse der Ausgangsdaten herausstellte.
Eindrücke, die Fernbehandlung zu „spüren"
– was die meisten Testpersonen glaubten -, scheinen
für den Therapieerfolg im allgemeinen unerheblich: Manche
Patienten berichteten ausgeprägte „Fernheilgefühle",
machten aber keinerlei Fortschritte – andere spürten
nichts, erfuhren jedoch deutliche Besserungen. Ebenso zweitrangig
ist offenbar, ob ein Patient weiß, wann er fernbehandelt
wird – entgegen der unter Heilern verbreiteten Auffassung,
eine „Fernbehandlung" bewirke erheblich mehr, wenn
sich ein Patient zu vorab vereinbarten Terminen entspanne,
bewusst auf den „Energiefluss" einstelle und ihn
durch geeignete Vorstellungsbilder fördere.
Als bedeutsam erwiesen sich dagegen zwei andere
psychologische Faktoren: Der Heilerfolg ist im allgemeinen
um so grösser, je zuversichtlicher ein Patient ihn erwartet
– und je weniger er dazu neigt, die „Schuld"
an seiner Krankheit bei anderen zu suchen. Dagegen spielten
anfängliche Skepsis, Ansichten und Vorinformationen über
geistiges Heilen keine auffällige Rolle.
„Zu Euphorie gibt die Studie gleichwohl
keinen Anlass", betont Wiesendanger. Nur drei von 60
Versuchspersonen seien anscheinend vollständig genesen,
wie angesichts der Schwere und Dauer ihrer Leiden auch kaum
anders zu erwarten gewesen sei. Schon gar nicht hätten
sich schlagartige Spontanremissionen ereignet. „Auch
bei jenen Testpersonen, die verblüffende Besserungen
berichten, beschränken sich die Fortschritte in der Regel
auf einen begrenzten Ausschnitt der vorliegenden Symptome
– andere halten bisher unvermindert an." Oft stellten
sich bemerkenswerte Besserungen auch erst nach mehreren Monaten
quälenden Hoffens und Bangens ein; oder es kam, nach
ermutigenden Anfangserfolgen, zu Rückfällen. „Auch
Fernheiler sind keine Wundertäter mit Erfolgsgarantie."
Verzichtet wurde darauf, „Blindbedingungen"
herzustellen – allen Behandelten war von vornherein
klar, ob sie fernbehandelt werden oder nicht. „Das erspart
uns nicht nur ethische Bedenken, es kommt auch der Validität
der Studie zugute", so Wiesendanger, „weil ‚Verblindungen‘
zwangsläufig weit weg von der Wirklichkeit der therapeutischen
Beziehung führen, die sie ergründen helfen sollen.
Andererseits lassen sich dadurch Placebo-Reaktionen nicht
mehr ausschliessen." Woher die Effekte rühren, ist
zudem „von einem pragmatischen Standpunkt aus unerheblich",
kommentiert Dr. Harald Walach von der Universität Freiburg:
„Wichtig ist zu wissen, ob diese Form der Behandlung
bei den Patienten, die sich dafür interessieren, etwas
bewirkt. Dies tut sie ohne Zweifel."
Dass hinter den beobachteten geistigen Heilwirkungen
mehr als bloss psychische Mechanismen stecken, legen allerdings
mehrere Begleitstudien nahe, die zu diesem Zweck parallel
zum Fernheiltest durchgeführt worden sind: Rätselhafte
Phänomene zeigten sich, teilweise auch im Blindversuch,
bei Messungen an mehreren beteiligten Versuchspersonen und
Heilern mittels der „Hochfrequenz-Sofortbild-Fotografie"
nach Hans Christian Seidl und der „Energetischen Terminalpunkt-Diagnose"
nach Peter Mandel – zwei Weiterentwicklungen der Kirlian-Fotografie
–, der Biophotonenmessung nach Prof. Fritz Albert Popp
sowie der EEG-Spektralanalyse nach Günter Haffelder.
(Diese weist sonderbare Angleichungen der Hirnwellenmuster
von Fernheilern und Behandelten nach.)
Seit Anfang November läuft die zweite Testphase,
wiederum 20 Wochen lang, bis Ende März 1999. Beteiligt
sind diesmal 170 Patienten und 25 Heiler. Dabei soll eine
Reihe von Fragen geklärt werden, welche die erste Testphase
offenliess:
Was wird aus der
„Kontrollgruppe", wenn nunmehr auch sie fernbehandelt
wird?
Wären die Heiler, welche die „anonyme
Gruppe" betreuten, erfolgreicher gewesen, wenn auch ihnen
Patientenkontakte ermöglicht worden wären? (Dazu
erhalten 135 Patienten nun Adressen von Fernheilern, mit der
Freiheit, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen.)
Wirkt ein Amulett auch, wenn es ohne jeglichen
Kontakt zum Hersteller verwendet wird? (Dazu erhalten 20 Patienten
eine „aufgeladene" Folie per Post, zusammen mit
einer Gebrauchsanweisung; sie stammt von einem Arzt und Heiler
aus Norddeutschland, der anonym bleibt.)
Bleiben die durch Fernheilen erzielten Erfolge
stabil? (Dazu werden 15 Patienten, die schon an der ersten
Testphase teilgenommen hatten, weitere fünf Monate betreut.)
Eine Dokumentation des „Fernheil-Tests",
einschliesslich sämtlicher Begleitstudien, erschien im
April 1999 unter dem Titel „Heilen ohne Grenzen –
‚Fernbehandeln‘ auf dem Prüfstand" (250
S., Grossformat A 4, mit über 120 Fotos (davon 32 farbig)
sowie 110 Grafiken und Tabellen (davon 19 farbig). Direkt
zu beziehen beim Autor Harald Wiesendanger, Zollerwaldstr.
28, D-69436 Schönbrunn, gegen Einsendung von 55 DM /
45 CHF / 280 öS (nur Vorkasse: bar oder Scheck), incl.
Versandkosten. Nicht erhältlich im Buchhandel.
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