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Lebensenergie
- zwischen Mysterium und Forschungsobjekt
von Lucius Werthmüller
Der Begriff Energie
Um bestimmte körperliche Zustände
zu charakterisieren, verwenden wir in der Umgangssprache den
Begriff Energie ganz selbstverständlich. Wir sagen dann,
daß jemand “voller Energie“, „energiegeladen”
sei oder daß “seine Batterien leer“ seien.
Für das geistige Heilen spielt der Energiebegriff eine
große Rolle, da die meisten Heiler davon ausgehen, daß
sie bei ihren Behandlungen mit “Energien” arbeiten.
Bei einer Befragung der Heiler unseres Fernheiltests (1) beschrieb
die überwiegende Mehrzahl ihre Arbeit mit energetischen
Begriffen: Sie „lassen die Energie fließen”,
sie “übertragen Energie”, sie “arbeiten
am Energiekörper“ oder „gleichen die Energie
aus.“
Zentral ist der Begriff für die gebräuchlichsten
geistigen Heilmethoden wie das Handauflegen, geistiges Fernbehandeln,
Reiki, Qi Gong, Therapeutic Touch, Touch for Health, Pranic
Healing, Radionik und weitere, mehr oder weniger verwandte
Methoden.
Aber auch die Vertreter vieler therapeutischer und alternativmedizinischer
Verfahren benutzen die Begriffe Energie und Schwingung, um
die Wirkungen ihrer Verfahren zu erklären. Dies gilt
für die meisten Körpertherapien, die davon ausgehen,
daß gestaute Emotionen verbunden sind mit Energiestauungen
im physischen Bereich. Die Wirksamkeit der Bioresonanz, der
Homöopathie, der Bach-Blüten und des Aura-Soma lassen
sich nur durch den Rückgriff auf energetische Theorien
befriedigend erklären. Dasselbe gilt für die durch
verschiedene Studien belegten Wirkungen der Akupunktur und
verschiedene Formen der Akupressur wie Shiatsu und Do-In,
die sich aus dem Energiebegriff der traditionellen chinesischen
Medizin ableiten lassen.
Naturwissenschaftler und Physiker stoßen
sich oft an der Verwendung des Energiebegriffs in diesem Zusammenhang.
Auch viele Parapsychologen verzichten auf ein energetisches
Erklärungsmodell paranormaler Phänomene, weil für
sie Psi und Psi-Wirkung nichtphysikalische Vorgänge sind.
In der Physik ist Energie eine fundamentale Größe,
die mit der in einem System geleisteten Arbeit zusammenhängt.
Die Wissenschaft unterscheidet dabei z.B. kinetische und potentielle,
elektrische, magnetische oder chemische Energie. Ebenso wissen
wir, dass gemäß dem Energiesatz in einem geschlossenen
System Energie weder entstehen noch vergehen kann; wir kennen
auch die Mechanismen, wie sich eine Energieform in eine andere
umwandeln kann. Wir sind jedoch nicht in der Lage zu erklären,
was Energie nun wirklich ist.
Energie (vom griechischen Energeia = “Wirksamkeit”)
ist jedoch nicht nur ein physikalischer, sondern auch ein
philosophischer Begriff. Aristoteles verwendet ihn für
jede Art von verwirklichender Kraft. Der Ausdruck hat sich
dank seiner Anschaulichkeit durchgesetzt und beschreibt für
den Bereich des geistigen Heilens ausgezeichnet die Empfindungen
der Heiler und ihrer Patienten. Der Physiker William Tiller
hat für Erscheinungsformen und Wirkkräfte, deren
Existenz bezeugt ist, die sich aber meßtechnisch noch
nicht einwandfrei nachweisen lassen, den Terminus „subtile
Energie“ vorgeschlagen.
In diesem Aufsatz verwende ich die Begriffe Energie, Lebensenergie,
subtile oder feinstoffliche Energie synonym weitgefaßt
für das ganze Spektrum der Erscheinungsformen entsprechender
Kräfte. Ob sich diese Kräfte im Rahmen der herkömmlichen
Physik erklären lassen, lasse ich vorläufig offen.
Geschichte der
Lebensenergie-Konzepte
In nahezu allen Kulturen finden wir die Vorstellung
einer universellen, alles durchdringenden Kraft, die im ganzen
Kosmos vorhanden ist und alle Lebewesen erhält.
Im alten Ägypten wurde diese Energie Ka
genannt, in China Chi, in Japan Ki, bei den Juden der Antike
Cheim, in ozeanischen Kulturen Huna und in Indien Prana, um
nur einige herauszugreifen. Diese Urenergie, die teilweise
mit dem Gottesbegriff verwandt ist, nimmt in den Vorstellungen
der meisten Kulturen verschiedene Erscheinungsformen an. So
manifestiert sich z. B. das Huna der ozeanischen Kulturen
als Körperenergie (Mana), Denkenergie (Mana Mana), oder
spirituelle Energie (Mana Loa).
Die Abgrenzung der Energiebegriffe unterscheidet
sich von Kultur zu Kultur und ist abhängig davon, worauf
der Fokus des betreffenden Systems gerichtet ist; sie kann
sich also auf religiöse, philosophische, physikalische,
biologische oder medizinische Erklärungsmodelle beziehen.
Chi in China
Frühe Zeugnisse für die systematische
Erforschung und Anwendung der Lebensenergie stammen aus dem
fernen Osten, vor allem aus China. Die Lebensenergie wird
dort Chi genannt und gilt als Ursache alles Entstehens und
Vergehens. Die Urenergie Chi manifestiert sich in vielen verschiedenen
Ausformungen. So stellen die Chinesen dem äußeren
Chi, das im ganzen Kosmos vorkommt, das innere individuelle
Chi gegenüber. Chi wird durch die Atmung in den Körper
geleitet. Eine Spezialform, das sogenannte Gu-Chi, wird durch
die Nahrung aufgenommen. Die kosmische Energie wird in den
Organen gesammelt und umgewandelt. Der Strom der Energie besteht
aus zwei gegensätzlichen, sich ergänzenden Aspekten:
Yin ist das empfangende Energieprinzip, das mit Weiblichkeit,
Erde, Wasser, Mond und Nacht verbunden wird; Yang ist das
aktive Prinzip und wird mit Männlichkeit, Himmel, Feuer,
Tag, Sonne und Hitze assoziiert. Die beiden Aspekte Yin und
Yang bilden zusammen eine voneinander abhängige Aspekte
einer Einheit; wenngleich gegensätzlich, ergänzen
sie einander wechselseitig.
Dies kommt in dem berühmten T’ai-chi
T’u-Symbol zum Ausdruck, in dem die beiden Punkte im
Bereich der anderen Qualität bezeugen, daß beide
Kräfte auf ihren Höhepunkten schon den Keim der
komplementären Kraft in sich tragen. So ist dieses Symbol
ein Ausdruck für eine der Grundaussagen des Taoismus:
Alles befindet sich in stetiger Bewegung, das einzig Beständige
ist fortwährender Wandel.
Für die Traditionelle Chinesische Medizin
(TCM) besteht die eigentliche Ursache von Krankheit in einem
energetischen Ungleichgewicht der beiden polaren Kräfte.
So werden entzündliche Prozesse dem Yang zugeordnet,
während Krankheiten denen Verhärtung, Ablagerungen
und Erstarrung zugrunde liegen, dem Yin zugeordnet werden.
Durch die Zuführung der Gegenkraft - sei es durch Akupunktur,
gezielte Ernährung, Körperübungen oder andere
Methoden - wird versucht, die Einseitigkeit wieder auszugleichen.
Gesundheit besteht also in der Fähigkeit, das Ungleichgewicht
der Energien möglichst frühzeitig zu spüren
und zu regulieren. So erkannte man früher in China einen
herausragenden Arzt daran, daß er Krankheiten bei seinen
Patienten verhinderte und nicht Symptome kurierte.
Zu einer vollständigen Behandlung gehören
in der chinesischen Medizin Akupunktur und Moxibustion (2),
Kräuterheilkunde und meditative Techniken. Akupunktur,
Shiatsu und weitere Methoden setzen die Vorstellung von Energiebahnen
voraus, Meridiane genannt, in welchen das Chi fließt.
Der Energiekreislauf bewegt sich in zwölf Hauptmeridianen
in jeder Körperhälfte. Die Heilwirkung der Akupunktur
und der Akupressur beruht darauf, daß der Lebensfluß,
der örtlich oder entlang eines ganzen Meridians stockt,
wieder in Fluß gebracht wird. Einige dieser Meridiane
entsprechen Organen, andere, z.B. der „dreifache Erwärmer“,
haben eine funktionelle Aufgabe.
Heute kennt man über zweitausend Akupunkturpunkte,
über den ganzen Körper verteilt. Obwohl sich diese
Punkte an einer veränderten elektrischen Ladung nachweisen
lassen, sind viele Experten der Ansicht, daß es sich
beim Chi primär nicht um eine elektrische Kraft handelt.
Ebenso sind bisher alle Versuche fehlgeschlagen, das chinesische
Meridiansystem mit westlichen anatomischen Vorstellungen zu
erklären. Der Verlauf der Meridiane entspricht weder
den Blut-, noch den Lymph- oder Nervenbahnen.
Das Chi in seiner Polarität von Yin und Yang, das die
Meridiane des Körpers ebenso wie das ganze Universum
durchströmt, manifestiert sich in fünf Elementen
bzw. Wandlungsphasen. Die kosmische Energie durchläuft
– auf dem Weg zur Erde – Zyklen mit stärkerer
und schwächerer Energie. In jedem Zyklus werden dabei
fünf verschiedene Phasen durchschritten, die in China
die fünf Wandlungsphasen der Energie genannt werden:
Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Diese Phasen manifestieren
sich in den Tages- und Jahreszeiten, den Himmelsrichtungen,
den Körperorganen, den Landschaftsformen usw., also überall
dort, wo Leben zum Ausdruck kommt. Gesundheit besteht darin,
die Elemente im Gleichgewicht zu halten; schon kleinste Veränderungen
haben Einfluß auf das ganze Gefüge.
Prana in Indien
Neben dem chinesischen System sind die indischen
Vorstellungen einer kosmischen Energie am einflußreichsten
für moderne westliche Vorstellungen. Prana - wörtlich
übersetzt Atem, Lebenshauch - durchdringt den Körper.
Wir nehmen es mit der Atemluft, aber auch durch die Nahrung
auf. Prana ist zwar in der Luft enthalten, aber nicht identisch
mit dem Sauerstoff oder einem anderen chemischen Bestandteil
der Luft. Prana ist die Energie, die jegliche Materie belebt.
Gewisse Schulen des Yoga lehren, diese Kraft auf unterschiedliche
Weise zu beeinflussen. Wichtige Wege dazu sind Übungen,
bei denen es um Atemkontrolle geht (Pranayama), bestimmte
Körperhaltungen (Asanas), Meditation, Visualisierungen
und weitere. Durch Übung kann Prana zunehmend im Körper
gespeichert und auch auf andere Menschen übertragen werden.
Der menschliche Körper ist nach indischer Auffassung
durchzogen von Energiebahnen, die Nadis genannt werden. Im
Gegensatz zum chinesischen System der Meridiane, die vorwiegend
an der Körperoberfläche verlaufen, beschreibt das
indische Nadisystem Kanäle im Innern des Körpers;
72.000 davon soll es im menschlichen Körper geben. Davon
genießen drei eine Sonderstellung: Sushumna, der
Zentralkanal, entspringt an der Basis der Wirbelsäule
und verläuft durch sie bis zur Stirn - ebenso Ida und
Pingala, die sich wie Schlangen in entgegengerichteten Spiralbewegungen
um den Zentralkanal winden. Die Schlange ist das Symbol für
die sogenannte Kundalini-Kraft, die durch den Zentralkanal
aufsteigt. An jenen Stellen, wo Ida und Pingala sich kreuzen,
befindet sich ein Energiezentrum, Chakra genannt. Entlang
der Wirbelsäule sitzen die sieben Hauptchakren.
Mit der Darstellung des Asklepios, des griechischen Gottes
der Heilkunde, begegnen wir in der griechischen Mythologie
einer ähnlichen Auffassung. Sein Attribut, der Äskulapstab,
ist bei uns zu einem Symbol für die Heilberufe geworden.
Sowohl bei den Griechen wie bei den Indern sind es zwei Schlangen,
die diese Spiralbewegungen darstellen.
Neben dem Prana spielt in der indischen Philosophie
der Begriff Akasha (Sanskrit; das Alldurchdringende, der Raum)
eine Rolle. Akasha ist das feinste der Elemente; man nimmt
an, daß Akasha das ganze Universum erfüllt und
Träger des Lebens und des Klanges ist. Durch die Theosophie
wurde der Begriff Akasha-Chronik zu esoterischem Allgemeingut.
Er bezeichnet eine Art Weltgedächtnis, in dem alle Ereignisse,
Gedanken und Gefühle seit Anbeginn der Welt gespeichert
sind. Sensitive sollen in der Lage sein, das darin gespeicherte
Wissen anzuzapfen und authentische Eindrücke von vergangenen
Geschehnissen zu empfangen. Hieraus leiten sich theosophische
Beschreibungen vergangener Epochen ab. Rudolf Steiner erklärte,
daß er seine medialen Informationen über vergangene
Epochen durch das Lesen in der Akasha-Chronik erhalten habe.
Der Begriff ist vergleichbar mit der Theorie eines Gedächtnisfelds,
das Rupert Sheldrake als morphogenetisches Feld bezeichnet
hat.
In der indischen Philosophie stehen also die
Begriffe Prana und Akasha in einem ähnlichen Verhältnis
wie die Begriffe Energie und Information bei uns. Die Vertreter
der Theosophie haben zu Beginn dieses Jahrhunderts diese indischen
Vorstellungen in einer modifizierten Form im Westen verbreitet.
Obwohl die Theosophische Gesellschaft heute nahezu bedeutungslos
ist, kann ihr Einfluß auf die heute gängigen esoterischen
Vorstellungen kaum überschätzt werden. Die indischen
Vorstellungen der verschiedenen Energiekörper und der
Chakras haben für das geistige Heilen eine enorme Bedeutung,
obwohl es im ursprünglichen System nicht in erster Linie
um körperliche Gesundheit, sondern um spirituelle Entwicklung
ging. Die Energieübertragung vom Guru auf den Schüler,
Shaktipat genannt, die speziell in der Tradition des Siddha
Yoga lebendig ist, hat nicht den Zweck, körperliche Leiden
zu lindern, sondern den Schüler in seiner spirituellen
Entwicklung zu fördern und andere Bewußtseinsinhalte
zu aktivieren. So erstaunt es nicht, daß das geistige
Heilen in der Form des Handauflegens in Indien keine Tradition
hat und kaum je angewendet wird.
Westliche Lebensenergie-Konzepte
Nicht nur im Morgenland, sondern auch im Westen
hat die Vorstellung einer Lebensenergie eine lange Tradition.
Der griechische Arzt Galenos, der die abendländische
Medizin durch viele Jahrhunderte nachhaltig beeinflußt
hat, vertrat eine Lehre, die viele Ähnlichkeiten mit
asiatischen Systemen aufweist. Die Physis, unser stofflicher
Körper, ist nach seiner Auffassung eine Manifestation
der Lebensenergie in einer materiellen Welt. Die Lebensenergie,
welche die Physis in Bewegung setzt, nannte er Pneuma. Er
glaubte, daß dieses Pneuma über Bahnen im ganzen
Körper verteilt wird, ähnlich wie nach chinesischer
Auffassung das Chi über die Meridiane im Körper
geleitet wird.
Die westliche Linie dieser Lebensenergiekonzepte läßt
sich weiterverfolgen über Paracelsus (1493-1541) und
die Alchemisten bis zu Franz Anton Mesmer (1734-1815). Mesmer
kann als Begründer der wissenschaftlichen Untersuchung
des Heilmagnetismus gelten. Er praktizierte in Wien, in Paris
und in Deutschland. Sein Wirken und seine Heilerfolge erregten
gegen Ende des 18. Jahrhunderts großes Aufsehen. Mesmer
postulierte ein universales organisches Fluidum, eine “magnetische
Kraft”, die er für therapeutisch nutzbar hielt.
Um Kranken dieses Fluidum zuzuführen, entwarf er das
sogenannte Baquet: ein mit Wasser und Eisenspänen gefülltes
Becken, dem über metallene Stäbe das heilende magnetische
Fluidum entströmen sollte, das er als animalischen Magnetismus
bezeichnete. Alle Körper – Tiere, Pflanzen, Bäume,
Wasser und sogar Steine – sind von diesem Fluidum durchdrungen,
so glaubte er. Mesmer war überzeugt, daß jede Fernwirkung
zwischen zwei Systemen durch den Austausch unsichtbarer, feinstofflicher
Ströme bewirkt wird. So wird nach seiner Ansicht bei
der heilmagnetischen Behandlung ein feinstoffliches Fluidum
vom Heiler auf den Patienten übertragen, und bei der
Schwerkraftwirkung treten von den Körpern ausgehende
Ätherströme miteinander in Wechselwirkung. Mesmer
hat ein Äthermodell entworfen, in dem er den physikalischen
Ätherraum als eine „psychische Flüssigkeit“
bezeichnet. (3)
Eine wichtige Gestalt der Lebensenergieforschung
im 19. Jahrhundert war der Chemiker und Naturphilosoph Freiherr
Carl Ludwig von Reichenbach (1788-1869). Zu seinen Leistungen
als Chemiker gehören die Entdeckungen des Paraffins und
des Kreosots. In den letzten dreißig Jahren seines Lebens
führte er mit Sensitiven umfangreiche Experimente zu
ihrer Wahrnehmung der Lebenskraft durch. Bei seinen Versuchen
in Dunkelkammern stellte er fest, daß sensitive Menschen
spätestens nach ein paar Stunden andere Personen und
Gegenstände zu sehen begannen. Ein berühmter Botaniker,
den er als mittelgradig sensitiv einstufte, konnte nach einiger
Zeit eine im Dunkeln stehende Pflanze genau identifizieren.
Daraus folgerte er, daß „Licht also dagewesen
sein muß, um die Pflanze mit solcher Deutlichkeit wahrnehmen
zu können, daß nicht bloß die Gestalt, sondern
sogar die Farbe erkannt wurde. Und dieses Licht kam in der
Tat aus der Pflanze selbst; sie leuchtete.“ In der Folge
führte Reichenbach Tausende von Versuchen in abgedunkelten
Räumen mit hochsensitiven Menschen durch; minutiös
erforschte er die Abstrahlung von Menschen und Pflanzen,
von Magneten und Kristallen. Er prägte die Bezeichnung
Od für diese Kraftströme, die seine Versuchspersonen
wahrgenommen hatten. Die Parapsychologie verdankt ihm unter
anderem den Begriff des “Sensitiven”.
Seine Beobachtungen stehen wohl in einem Zusammenhang
zu der Biophotonenemisssion, die Fritz Albert Popp nachgewiesen
und gemessen hat. Es ist noch weitgehend ungeklärt, ob
diese doch sehr schwache Photonenemission ausreicht, um solch
deutliche Wahrnehmungen zu erklären. Rund hundert Jahre
später führte Wilhelm Reich ähnliche Versuche
zur Lichtausstrahlung von Lebewesen durch, die Reichenbachs
Versuche bestätigten.
Wilhelm Reich, dessen Orgon-Theorien große Kontroversen
ausgelöst haben, war einer der genialsten und auch umstrittensten
Forscher in unserem Jahrhundert. Reich war ein universeller
Denker und ein begnadeter Beobachter. 1919 schloß er
sich dem Kreis um Sigmund Freud an und veröffentlichte
in jungen Jahren mehrere Artikel und Bücher zur Psychoanalyse.
Ein zentraler Begriff bei Freud war die sogenannte Libido.
Reich kam bei seinen Studien zum Schluß, daß die
Libido eine real existierende Energie ist und nicht nur ein
Gedankenmodell, wie für Freud und viele seiner späteren
Anhänger. Lange vor Masters und Johnson untersuchte er
den Orgasmus in klinischen Studien und erklärte ihn als
eine elektrische Energieentladung. Reich postulierte, daß
in einem gesunden, nicht neurotischen Menschen diese Entladung
von unwillkürlichen Bewegungen begleitet sei; die freigesetzte
Energie breite sich aus und durchströme jeden Körperteil.
Er erkannte, daß der körperliche Ausdruck eines
Menschen seiner psychischen Haltung entspricht. Seine Beobachtungen
ergaben, daß die Hemmung, angstvolle, lustvolle und
andere intensive Impulse auszudrücken, mit einer Funktionseinschränkung
der Körpermuskulatur einhergeht. Er sprach von einem
Muskelpanzer, der dem Charakterpanzer funktionell entspreche.
Fortan konzentrierte er sich auf diese Spannungszustände
in der Körpermuskulatur und entwickelte Techniken zur
Lockerung des Muskelpanzers, um dadurch unterdrückte
Emotionen freizusetzen. In Übereinstimmung mit der indischen
Vorstellung von sieben Hauptenergiezentren (Chakren) erkannte
Reich, daß die energetische Körperstruktur in sieben
Segmente unterteilt werden kann; nicht klar ist, ob er mit
jener indischen Theorie vertraut war.
Reichs Einfluß auf die humanistische Psychologie
ist enorm. Nahezu alle Körpertherapien gehen direkt oder
indirekt auf ihn zurück. Dazu gehören die Bioenergetik,
die Biodynamik, die Biosynthese, die Core-Energetik und viele
weitere mehr. Einige seiner Nachfolger gingen Konflikten und
Anfeindungen aus dem Weg, indem sie sich nicht auf Reichs
Energiebegriff beriefen und sich von seinen Orgontheorien
distanzierten.
Reichs Weg führte in die biologische Forschung
und zur Entdeckung der Energie, die er Orgon nannte. Aufgrund
seiner Versuche schloß er, daß diese Energie überall
im Kosmos vorhanden ist, eine Feststellung, die vor ihm schon
Mesmer und Reichenbach getroffen hatten. Sein vergebliches
Bemühen, die Energien durch spezifische Materialanordnungen
zu isolieren, führten ihn zur Entwicklung des sogenannten
Orgonakkumulators: eines Kastens, der auf der Innenseite mit
Metall ausgekleidet ist und aus einer beliebigen Anzahl von
abwechselnden Schichten aus organischem Material und Metall
besteht. Je mehr alternierende Schichten ein solcher Akkumulator
aufweist, umso stärker ist dessen Wirkung. Dabei muß
lediglich darauf geachtet werden, daß als äußerste
Schicht nichtmetallische Materie und als innerste Schicht
Metall verwendet wird. Der Wirkungsmechanismus des Orgonakkumulator
beruht laut Reich auf zwei Tatsachen:
1. Organische Stoffe jeder Art ziehen Orgon
an sich und halten es fest.
2. Metallische Stoffe, vor allem Eisen, ziehen
Orgon an, stoßen es aber rasch wieder ab.
Reich und seine Mitarbeiter bauten Orgonakkumulatoren
in verschiedenen Größen und experimentierten mit
unterschiedlichen Materialien. Sie kamen zum Schluß,
daß die Materialanordnung für den Akkumulationseffekt
verantwortlich ist.
Bei umfangreichen Versuchen mit dem Orgonakkumulator berichteten
die Versuchspersonen von subjektiven Reaktionen, z.B. von
einem Prickeln der Haut, der Anregung der Peristaltik und
Wärmeempfindungen. Bei zu langem Aufenthalt stellten
sich zudem Überladungserscheinungen wie Augenreizungen
und Schlaflosigkeit ein. Objektiv meßbar war ein Anstieg
der Körperkerntemperatur nach dem Aufenthalt im
Akkumulator. Dieser Effekt konnte in einer Doppelblindstudie
mit einer gleich wärmeisolierten Attrappe bestätigt
werden.
(4) Bei der Behandlung von Krebspatienten stellte
Reich fest, daß die regelmäßige Anwendung
des Akkumulators in vielen Fällen zu einer Schrumpfung
von Tumoren führte.
Bei der Anwendung energetischer Hilfsmittel, aber auch bei
der Energieübertragung durch Heiler, können Probleme
auf der emotionalen Ebene auftreten. Wenn chronisch verkrampfte
oder gepanzerte Körperteile nach langer Zeit wieder von
Energie durchströmt werden, werden dadurch auch die blockierten
Emotionen frei, vor denen die Panzerung schützte. Diese
Blockierung erfüllte zur Zeit ihrer Entstehung den Zweck,
die Psyche vor nicht verkraftbaren Emotionen zu schützen.
Daher ist der einfühlsame und kompetente therapeutische
Umgang mit aufkommenden Ängsten bei allen tiefgreifenden
energetischen Therapien so wichtig.
Es gibt mehrere Berichte über erfolgreiche medizinische
Anwendungen von konzentrierter Orgonenergie. Heute werden
oft lokal kleine Orgonkissen oder Orgonstäbe verwendet,
die einfach zu handhaben sind und von jedermann kostengünstig
hergestellt werden können. Sie eignen sich sehr gut zur
lokalen Anwendung bei akuten Verbrennungen, zum Stoppen von
Blutungen und zur gezielten Aktivierung geschwächter
Körperregionen. Nach meinen Erfahrungen entspricht die
Empfindung derjenigen, die ein Heiler erzielt, wenn er seine
Hände auf eine akut schmerzende Stelle auflegt.
In seinen letzten Lebensjahren befaßte sich Reich mit
der Wechselwirkung von konzentrierter Orgonenergie mit radioaktiver
Strahlung, der Wetterbeeinflussung durch die Anwendung von
sogenannten „Cloudbustern“, der Biologie der Krebszelle,
aber auch mit Versuchen, die motorische Kraft der Orgonenergie
nutzbar zu machen.
(5) Ende der vierziger Jahre begann in Amerika
ein Feldzug gegen Reich und seine Theorien. Dieser gipfelte
in einem Verbot der Food and Drug Administration, weiterhin
Orgonakkumulatoren zu benutzen. Da Reich die Kompetenz des
Gerichts in wissenschaftlichen Fragen anzweifelte, hielt er
sich nicht an dessen Anordnungen und wurde 1956 zu zwei Jahren
Gefängnis verurteilt. Die Orgonakkumulatoren wurden zerstört
und sämtliche orgonomische Literatur in seinem Institut
verbrannt. Wilhelm Reich starb im November 1957 im Gefängnis
an Herzversagen.
Ein einfaches Gerät zum Experimentieren
mit der Lebensenergie
Eines der einfachsten und handlichsten Geräte zum Experimentieren
mit lebensenergetischen Kräften ist das vom ungarischen
Thermophysiker Dr. György Egely entwickelte „Egely-Wheel“.
Egely studierte an der technischen Universität Budapest
und arbeitete in einem Forschungslabor der ungarischen Akademie
der Wissenschaften. Anfang der achtziger Jahre erhielt er
ein Stipendium bei der “International Atomic Energy
Agency” in New York. Dort begann er sich mit Parapsychologie
zu befassen und entschloß sich zu eigenen Versuchen
zur Natur der Lebensenergie.
Dazu entwickelte er eine einfache Versuchsanordnung: er füllte
eine flache Schale mit Wasser und legte kleine Stücke
Alufolie hinein, um Bewegungen des Wassers besser beobachten
zu können. Wie er feststellte, konnten er und ein Großteil
seiner Kollegen das Wasser in Rotation versetzen, indem sie
ihre Hände dieser Schale näherten. Die Geschwindigkeit
der Umdrehung schien vom körperlichen Zustand und der
Konzentrationsfähigkeit der Versuchspersonen abhängig
zu sein.
Nun suchte Egely nach Versuchsanordnungen, die
leichter zu messen und objektivieren waren als die Drehbewegung
des Wassers, und studierte die Rotation fester Gegenstände.
(6) Resultat seiner langjährigen Forschungen ist das
nach ihm benannte „Egely-Wheel“, das nach Überzeugung
seines Erfinders die momentan vorhandene Lebensenergie eines
Menschen mißt. Dieses Gerät besteht aus einem nahezu
reibungsfrei aufgehängten Plasikrädchen, das sich
zu drehen beginnt, wenn man sich ihm mit der Hand nähert.
Die 72 Randzacken durchlaufen eine Lichtschranke, die
die Drehgeschwindigkeit an Leuchtdioden weitergibt. Diese
Umdrehungsfrequenz wird dann in einen “Vitalitätsquotienten”
umgerechnet, der sowohl optisch als auch akustisch angezeigt
wird. Um einen Durchschnittswert für diesen Vitalitätsquotienten
festzulegen, führte Rgely mit 1.100 gesunden Studenten
Experimente durch und notierte ihre Höchstwerte. Den
Durchschnittswert der Resultate bezeichnete er dann als 100%.
Das Egely-Wheel kann Werte von null bis vierhundert Prozent
anzeigen. Für speziell Begabte fertigte Egely ein Spezialgerät
an, das noch höhere Werte erfassen kann.
Um auszuschließen, daß diese Drehung
auf einem thermischen Effekt beruht, führte Dr. Egely
viele Kontrollexperimente durch. So ließ er hohle Modelle
von Händen aus Metall anfertigen, die er mit unterschiedlich
heißen Flüssigkeiten auffüllte. Dabei zeigte
sich, daß diese Attrappen das Rad nicht in Bewegung
setzten, selbst wenn sie eine große Hitze abstrahlten.
Er besprach diese Effekte mit einer ganze Reihe von befreundeten
Physikern und führte weitere Kontrollexperimente
durch, um ihre konventionellen Erklärungsversuche zu
überprüfen. Es zeigte sich aber, daß keine
der bekannten physikalischen Interaktionen diese Drehbewegung
zu erklären vermochten.
Dr. György Egely selbst führte viele
Testreihen durch, um - ähnlich wie beim kinesiologischen
Muskeltest – zu untersuchen, was die Vitalität
des Organismus stärkt und was sie schwächt. Unter
anderem ging er der Wirkung des Rauchens, verschiedener Entspannungstechniken
und von Lebensmitteln nach. Besonders interessant sind die
Untersuchungen, die er mit Geistheilern anstellte. So konnte
ein philippinischer Logurg („Psychochirurg“) die
Rädchen an zwei Geräten - jeweils mit einer Hand
- in die von ihm gewünschte Richtung drehen lassen und
diese auf Aufforderung des Versuchsleiters hin ändern.
Die Fähigkeit, die Drehrichtung nach Belieben zu wählen
und zu ändern, ist Egelys Beobachtungen zufolge ziemlich
selten und deutet auf eine ausgeprägte Fähigkeit
hin, Energien bewußt zu lenken.
Meine eigenen Experimente haben mir gezeigt,
daß Kinder sehr gute Resultate erzielen. Entscheidend
dafür ist neben der Vitalität von Kindern sicherlich
ihre spielerische Art, an solche Aufgaben heranzugehen. Erwachsene
setzen sich viel eher unter Leistungsdruck, dabei blockieren
sie ihre Energien. Ebenso eignet sich das Gerät für
Experimente mit der Wirkung verschiedener Gedanken und Gefühlszustände.
Es zeigt sich, daß Gedanken an emotional negativ besetzte
Situationen die Drehungsrate herabsetzt; umgekehrt führen
positive Gedanken und eine positive Grundstimmung zu sehr
guten Resultaten. Dies ist eine gute Illustration dafür,
daß zuviel Ernst oder gar Verbissenheit den Energiefluß
blockiert. Der längere Gebrauch des Egely-Wheels hilft,
den Energiefluß bewußt zu machen und zu verstärken.
Da es auf sehr feine Impulse reagiert, ist das Wheel ein interessantes
Hilfsmittel für psychokinetische Experimente.
Die Aura - der
Energiekörper des Menschen und energetische Diagnostik
Eine Schlüsselrolle bei vielen Formen des
geistigen Heilens spielt der Begriff der Aura (griechisch-lateinisch:
Luft, Hauch, Schimmer). Empedokles bezeichnet damit die ausströmende
Substanz des Lichts. In unserem Zusammenhang bedeutet er eine
meist nur Sensitiven zugängliche Wahrnehmung der
feinstofflichen Ausstrahlung des Körpers. Der Glaube
an eine Aura ist alt und in den meisten Kulturen verbreitet.
Das christliche Mittelalter differenzierte zwischen Nimbus
und Halo, eine auf den Umkreis des Kopfes beschränkte
Aura und der Aureole, eine den ganzen Körper umgebende
Aura. Dieser Heiligenschein ist ein ikonographisches Element
mehrerer Kulturen (Indien, Griechenland, Rom, Islam), das
Götter, Heroen und Könige auszeichnet. Die christliche
Kunst übernahm diese Tradition für die Darstellung
der Dreifaltigkeit, der Engel, Propheten und Heiligen.
Es gibt verschiedene Hilfsmittel, um die Aura
mittels technischer Vorrichtungen sichtbar zu machen. Der
englische Arzt Walter Kilner (1847-1920) entwickelte den nach
ihm benannten Kilner-Schirm, der eine Beobachtung zumindest
körpernaher Schichten der Aura ermöglichen soll.
Er hatte entdeckt, daß er die Ausstrahlung um menschliche
Körper wahrnehmen konnte, wenn er sie durch mit Dicyanid
gefärbte Glasscheiben betrachtete. Seinen Angaben zufolge
ist die Aura eine Strahlungswolke, die sich über etwa
15 bis 20 Zentimeter erstreckt und deutliche Farben aufweist.
Ermüdung, Krankheit oder wechselnde Stimmungen können
die Größe und Farbe der Wolke ebenso verändern
wie magnetische und elektrische Felder.
Die Kirlian-Fotografie, eine Elektrofotografie
im Hochfrequenzfeld, wurde von dem sowjetischen Elektronik-Ingenieur
Semjon D. Kirlian und seiner Frau 1939 erstmals angewendet
und bis 1958 weiterentwickelt. Kirlian brachte dazu eine Hand
oder ein anderes Objekt zusammen mit einer Fotoplatte in ein
hochfrequentes Wechselstromfeld. Der entwickelte Film zeigte
einen Lichterkranz um die Hand herum, der sich abhängig
vom körperlichen und emotionalen Zustand der Versuchsperson
charakteristisch veränderte. Ob sich der Kirlian-Effekt
durch Entladungskanäle von zu Elektroden gewordenen Objekten
erklären läßt oder ob tatsächlich Aurafotografie
vorliegt, wird kontrovers diskutiert. Als diagnostisches Hilfsmittel
hat die Kirlian-Fotografie jedenfalls inzwischen eine weite
Verbreitung gefunden hat. Mittlerweile ist es zu etlichen
vielversprechenden Weiterentwicklungen der Kirlian-Fotografie
gekommen (7), die von zahlreichen Instituten und Ärzten
für diagnostische Zwecke eingesetzt werden.
Ein Forschungsgebiet, auf dem in den letzten
Jahren erhebliche Fortschritte zu verzeichnen waren, ist die
Biophotonenforschung. Deren Pionier, der deutsche Physiker
Fritz Albert Popp, begann vor rund 25 Jahren, das äußerst
schwache, kohärente Licht, das jede lebende Zelle aussendet,
zu untersuchen. Da dieses Licht von lebendigen Zellen ausgestrahlt
wird, spricht Popp von „Biophotonen“. Ihm war
von Anfang an klar, daß ein Zusammenhang besteht zwischen
den vom Körper ausgestrahlten Biophotonen und dem, was
als Aura bezeichnet wird. In Versuchen im Labor von Popp gelang
es mehreren Heilern, die Biophotonenausstrahung ihrer Hände
willentlich stark zu erhöhen.
In verschiedenen spirituellen Traditionen geht
man von sieben Energiekörpern oder Schichten der Aura
aus, gewisse Sensitive berichten von drei verschiedenen Schichten.
(8) Normalerweise wird die erste Schicht als ätherische
Aura bezeichnet. Meistens wird die Farbe dieser Schicht als
Blau bis Grau wahrgenommen und umgibt den Körper einige
Zentimeter. Es ist diese Schicht, die allgemein Aufschluß
gibt über den Gesundheitszustand des Körpers, seine
Widerstandskraft und seine Schwachstellen.
Diese ätherische Schicht stellt eine Energiematrix
dar, die der physischen Materie Form gibt. Dieses Kraftfeld
ist eine Voraussetzung und nicht eine Wirkung des physischen
Körpers. Sensitive wie Dr. John Pierrakos und Mary Ann
Brennan berichten, daß sie wahrnehmen können, wie
eine Pflanze zuerst die Matrix eines neuen Blatts als Energiefeld
projiziert und das materielle Blatt danach in diese schon
bestehende Form hineinwächst. Dies entspricht der Theorie
der morphogenetischen Felder, die der englische Biologe Rupert
Sheldrake entwickelt hat; Rudolf Steiner nannte sie „ätherische
Bildekräfte“. (9) Es ergeben sich hier auch Parallelen
zu den Arbeiten des Neuroembryologen Harold Saxton Burr, die
gezeigt haben, daß bereits im Keim eines Lebewesens
die Strukturanlage des ausgewachsenen Organismus vorhanden
ist.
Die zweite oder nächstfeinere Schicht wird
als Emotionalkörper bezeichnet. Sie kann alle Farben
aufweisen, wobei die Deutung den allgemeinen Farbzuordnungen
folgt. Sensitive berichten, daß sich diese Schicht farblich
und in ihren Umrissen sehr schnell verändert, wenn starke
Gefühle freiwerden. Körpertherapien wirken in erster
Linie auf diese Schicht ein.
Die dritte Schicht wird mentale Ebene genannt:
Sie soll die Struktur unserer Ideen enthalten. Je präziser
eine Idee ist, umso klarer ist die dazugehörige Gedankenform.
Die vierte Schicht wird als astraler Körper
bezeichnet. Es ist dieser Körper, der sich bei außerkörperlichen
Erfahrungen vom physischen Körper ablösen kann.
Die weiteren Schichten werden oft als ketherische
oder kausale Körper bezeichnet und haben eine Beziehung
zu spirituellen Ebenen unserer Gesamtpersönlichkeit.
Lama Anagarika Govinda, ein Vertreter des tibetischen
Buddhismus, sagt über die Verbindungen zwischen den verschiedenen
Ebenen, daß „diese nicht als aufeinanderfolgende,
getrennte Schichten zu verstehen sind, sondern als sich gegenseitig
durchdringende Prinzipien - vom feinsten allseitig leuchtenden,
alles durchstrahlenden Bewußtsein bis zum ‚materialisierten
Bewußtsein‘, das als Körper in Erscheinung
tritt.“
Bei der verbreitetsten Form der sogenannten
Psi-Diagnostik (10) stellen sich die Sensitiven auf das energetische
System ihrer Klienten ein; sie sind so in der Lage, Rückschlüsse
auf seine körperliche Verfassung zu ziehen und Schwachstellen
im energetischen System zu orten, bevor diese sich als Krankheit
im körperlichen Bereich manifestieren. Eine vermehrte
Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Heilern ist sehr erfolgversprechend
und könnte so wirksam zur Krankheitsprävention
beitragen, wie verschiedene Beispiele einer erfolgreichen
Zusammenarbeit im diagnostischen Bereich belegen.
Sensitive Diagnosen führen aber auch zu vielen Mißverständnissen,
wenn Heiler versuchen, ihre Diagnosen in einer medizinischen
Terminologie zu formulieren, statt bei der energetischen Beschreibung
zu bleiben.
Interessant in diesem Zusammenhang sind die
Aurabeobachtungen von Dr. John Pierrakos und Mary Ann Brennan,
die ein Bindeglied darstellen zwischen esoterischen Vorstellungen
und der Körpertherapie: Detailliert beschrieben sie die
Zusammenhänge zwischen der Ausformung der Aura und der
entsprechenden Charakterstruktur. Dr. Pierrakos hat seine
diagnostischen Fähigkeiten eindrücklich unter Beweis
gestellt. (11)
Viele Sensitive und Medien behaupten, daß sie die Aura
des Menschen und Ausstrahlungen von anderen Lebewesen - Tieren
und Pflanzen - objektiv mit ihren normalen Augen sehen. Es
scheint aber so, als ließen sich nur die körpernächsten
Schichten objektivieren; speziell bei den Farbeindrücken
handelt es sich vermutlich um subjektive Wahrnehmungen. Interessanterweise
kommen aber verschiedene Sensitive, obwohl sie ihre Wahrnehmungen
unterschiedlich beschreiben, oft zu denselben Schlussfolgerungen.
(12)
Anscheinend empfangen Sensitive Signale und
setzen diese in ein entsprechendes Bild um. Analog dazu hat
in der Radiästhesie eine Links- oder Rechtsdrehung des
Pendels auch keine allgemeingültige Bedeutung, sondern
muß vom Pendler gedeutet werden. Entscheidend ist also
das jeweilige Bezugssystem, auf das die eigenen subjektiven
Eindrücke geeicht werden. Ähnlich verhält es
sich beim Channelling, das von den meisten Medien ebenfalls
als ein energetischer Vorgang verstanden wird: Das Medium
empfängt Signale, entschlüsselt und übersetzt
sie in seine eigene Sprache und in ein eigenes Bild. In dieser
Entschlüsselung und Umsetzung liegt der Grund, daß
sensitive Wahrnehmungen und mediale Informationen immer von
der Persönlichkeit und dem Wertesystem des Mediums gefärbt
sind.
Ein einfaches
Modell der Wirkung subtiler Energien beim geistigen Heilen
Ein grobes und verallgemeinertes Modell der
Wechselwirkung zwischen der Energieübertragung eines
Heilers und dem körperlichen Zustand ist kurzgefaßt
folgendes:
Der Mensch ist ein System von verschiedenen Körpern.
Unser physischer Körper ist umgeben von mehreren zunehmend
subtileren Energiekörpern oder –feldern, die einander
durchdringen. Diese Felder steuern physiologische Lebensvorgänge
und speichern zusätzlich Erinnerungen. Rupert Sheldrake
spricht hierbei von morphogenetischen Feldern, der Biologe
Harold Saxton Burr von einem Lebensfeld.
Solche Felder sind also Vorlagen, Matrizes,
nach denen sich der physische Körper ausrichtet. Demnach
tritt Disharmonie oder Krankheit zuerst im energetischen oder
feinstofflichen Bereich auf, bevor sie sich körperlich
manifestiert. Bei der Heilbehandlung wirkt der Heiler auf
diese Energiefelder ein, überträgt das Bild oder
die Information einer harmonischen Ordnung und kann die Energiefelder
dadurch wieder ins Gleichgewicht bringen, worauf sich der
physische Körper nach dem neuen harmonisierten Bild ausrichtet.
Dabei kann verschieden vorgegangen werden. Qi-Gong-Meister
zum Beispiel lenken ganz bewußt und gezielt Energie
in einen geschwächten Bereich. Die Geistheiler in der
Tradition des britischen Spiritualismus gehen davon aus, daß
die Absicht zu heilen ausreicht, und daß die Heilenergie
aufgrund dieser Zielsetzung an die Stellen fließt, an
denen sie am meisten gebraucht wird. Eine Grundannahme dabei
lautet, daß die Intention und die Gedankenkraft des
Heilers die Energie lenkt.
Lebensenergie:
physikalische Kraft oder Gedankenmodell?
Viele Forschungsergebnisse deuten darauf hin,
daß es sich bei solchen biologischen und geistigen Energien
um physikalische Kräfte handelt. Schon Mesmer und Reichenbach
hatten sie mit dem Magnetismus in Verbindung gebracht. Elektrische
Veränderungen der Haut über Meridianen, Akupunkturpunkten
und Chakras konnten in vielen Untersuchungen nachgewiesen
worden.
Japanische Forscher haben meßtechnisch
nachgewiesen, daß Qi-Gong-Meister bei der Aussendung
von Chi sehr starke Magnetfelder erzeugen können. An
der Universität von Shanghai sowie am dortigen Atomenergie-Institut
durchgeführte Experimente bestätigten die Existenz
der vom menschlichen Körper erzeugten Magnetfelder. Ebenso
ergab sich ein klarer Zusammenhang zwischen den geistigen
Kräften eines Menschen und der Stärke und Ausdehnung
seines Feldes. So besitzen z.B. Qi-Gong-Meister ein deutlich
stärkeres Energiefeld als andere Menschen.
Dieser Effekt des Aufbaus von Magnetfeldern
trat auch bei den bekannten „Copper Wall“-Experimenten
an der Menninger-Klinik in Topeka zutage. Dr. Elmer Green,
einer der Pioniere der Biofeedback-Methode, hat über
ein Dutzend Geistheiler untersucht und nachgewiesen, daß
sich in einem mit Kupferplatten isolierten Speziallabor während
ihrer Heilbehandlungen die elektromagnetischen Feldstärken
vervielfachten. So vermochten einzelne von ihnen die Kupferplatten
fünfzig bis hundertmal stärker aufzuladen als Durchschnittsmenschen.
Bei gewissen Menschen kleben metallische Gegenstände
wie Besteck, Bügeleisen etc. am Körper, als ob dieser
ein starker Magnet wäre. Dieser Effekt wird Biomagnetismus
genannt und ist ein relativ verbreitetes Phänomen, das
zudem leicht zu demonstrieren ist.
Solche Energien können also elektromagnetische Komponenten
aufweisen. Andere Aspekte ihrer Wirkungen sind aber nicht
durch elektrische Felder oder Magnetfelder erklärbar.
Bei Untersuchungen zur Fernheilung zeigte sich,
daß die Energieübertragung weder durch einen Faraday´schen
Käfig noch durch andere bekannte Materialanordnungen
abgeschirmt werden kann. So änderte sich die mittlere
Überlebensrate von isolierten Tumorzellen zeitweilig
um 200 bis 1200 Prozent, als sich der britische Heiler Matthew
Manning darauf konzentrierte - selbst wenn er sich in einem
anderen, elektrisch abgeschirmten Raum aufhielt. Ebenso scheint
sich die Wirkung feinstofflicher Energien nicht mit zunehmender
Distanz abzuschwächen, wie dies bei allen bekannten Energieformen
sonst der Fall ist. Es hat den Anschein, unsere Vorstellung
eines dreidimensionalen Raums habe für diese Energievorgänge
keine Gültigkeit; der entscheidende Faktor ist vielmehr
in einem Resonanzphänomen zu suchen, das nicht räumlich
gebunden ist. Dies führt uns zu der Hypothese, die elektrischen
Felder seien nur ein Nebenprodukt der eigentlichen Wirkung.
Der eingangs erwähnte Physiker William Tiller hat deshalb
den Begriff der „subtilen Energien“ in die Physik
eingeführt und folgendermaßen umschrieben:
„Unter subtilen Feldern oder Energien
verstehe ich nicht einfach schwache Felder oder Energien.
Die Einstein´sche Aussage `Gott ist subtil` bedeutet
nicht, daß Gott schwach ist. Nach unseren bisherigen
Erfahrungen sind die subtilen Felder sehr schwach an unsere
physikalischen Felder angekoppelt, so daß wir normalerweise
nur kleine Wirkungen wahrnehmen. Sie können aber unter
günstigen Umständen stark wechselwirken und massive
Effekte ermöglichen. Ich vermute, daß unsere künftige
Technologie in diesem Bereich den latenten Energiegehalt und
die Nutzungsmöglichkeiten solcher subtiler Felder entdecken
wird, die um viele Größenordnungen stärker
sind als die gegenwärtig bekannten Felder.“
Lebensenergie
und Bewußtsein
Bei den biologischen und geistigen Energien
existiert ein ganzes Spektrum von Erscheinungsformen: von
den verschiedenen Frequenzen und Schichten der Aura, über
die Wirkung von immateriellen Heilmitteln bei der Hochpotenzhomöopathie,
bis hin zu den handfesten Phänomenen der Psychokinese,
wie der Levitation, des Spuks, den Materialisationsphänomenen
und den eindrücklichen Demonstrationen philippinischer
Logurgen. Da sich viele Forscher auf einen bestimmten Aspekt
oder Frequenzbereich konzentrieren und nur diesen untersuchen,
ergibt sich eine Vielzahl von Widersprüchen zwischen
ihren Beobachtungen, Theorien und Hypothesen zur Natur der
Lebensenergie. Dies führt dazu, daß laufend neue
Begriffe für die Lebensenergie kreiert werden. (13)
Dieselbe Situation bestand früher bei den
Erscheinungsformen des elektromagnetischen Spektrums: Unsere
Umwelt ist gesättigt von Strahlungen verschiedenster
Art. Neben dem sichtbaren Licht in seinen verschiedenen Farben
gibt es Röntgenstrahlen, Gammastrahlen, Infrarotwärme,
ultraviolettes Licht, Radiowellen und die kosmischen Strahlen.
Alle diese Strahlungsarten unterscheiden sich auf den ersten
Blick beträchtlich voneinander. Leicht entsteht da der
Eindruck, daß es sich um grundverschiedene Phänomene
handelt. Dennoch wissen wir heute, daß alle diese Strahlungen
Erscheinungsformen ein und desselben Phänomens sind,
nämlich der elektromagnetischen Schwingung.
Der entscheidende Unterschied zwischen subtilen
Energien und dem elektromagnetischen Spektrum liegt in ihrer
engen Wechselwirkung mit unseren Gedanken, Gefühlen und
der Ausrichtung unseres Bewußtseins. Im Alltag sprechen
wir zwar von der Kraft der Gedanken, ohne zu präzisieren,
welche Art von Kraft damit gemeint ist. Die enge Verbindung
zwischen unserem Bewußtsein und dem Energiefluß
erschwert es, diese Phänomene im Rahmen der traditionellen
Wissenschaft unvoreingenommen zu untersuchen.
Neben der Analogie zum Spektrum der elektromagnetischen
Schwingungen ergibt sich auch eine Analogie zum Modell des
Bewußtseins als Spektrum, das der amerikanische Bewußtseinsforscher
Ken Wilber entworfen hat und scheinbare Widersprüche
und Differenzen zwischen verschiedenen psychologischen Schulen
und spirituellen Modellen auflöst. Das Spektrum des Bewußtseins
ist eine mehrdimensionale Darstellung der menschlichen Identität,
von der höchsten Identität des kosmischen Bewußtseins
über verschiedene Stufen, die Wilber als „Bänder“
bezeichnet, bis zum eingeengten Identitätsgefühl
des ichhaften Bewußtseins. Unsere Begriffsverwirrungen
und der Streit zwischen den Anhängern verschiedener psychologischer
und auch esoterischer Schulen kommt daher, dass wir ihren
Geltungsbereich nicht abstecken.
Jede dieser psychologischen Schulen und spirituellen
Lehren hat also mehr oder weniger Recht, wenn sie sich auf
ihren Geltungsbereich beschränkt. Daß alle Forscher
zu einer einhelligen Sicht der Dinge kommen, ist nicht zu
erwarten, aber sie könnten sich darüber klar werden,
daß sie aus verschiedenen Perspektiven über dasselbe
Spektrum sprechen. So kann es zu einer wirklichen Synthese
der verschiedenen Ansätze zur Bewusstseinserforschung
kommen. In dieser Synthese bestehen gleichrangig nebeneinander
die verschiedenen psychologischen Schulen, aber auch die Einsichten
der großen Weisen.
So ergeben sich Analogien zwischen den Ebenen
des Schattens und des Egos im Modell von Ken Wilber und den
Ausformungen der Aura bei bestimmten Charakterstrukturen,
wie sie von John Pierrakos beschrieben werden. Die transpersonalen
Bänder bei Wilber entsprechen den Energien, die vielen
paranormalen Phänomenen zugrundeliegen. Die Ebene der
Archetypen und des kollektiven Unbewußten findet
ein Abbild in Rupert Sheldrakes Theorien eines morphogenetischen
Feldes und in den faszinierenden Forschungen der Gruppe um
Robert Jahn in Princeton, die den Einfluß mentaler Absichten
auf Zufallsgeneratoren mißt. (14) Der Ebene des ungetrennten
Geistes bei Wilber entspricht energetisch die Vorstellung
eines lebendig pulsierenden Urenergie-Ozeans, der das ganze
Universum erfüllt und verbindet, wie sie Reich, Mesmer
und andere entworfen haben.
Ausblick
Beim jetzigen Forschungsstand ist umstritten,
ob sich die vielfältigen Erscheinungsformen solcher rätselhafter
Energien auf elektromagnetische Kräfte reduzieren lassen,
ob es sich um ein eigenes noch unbekanntes Energiespektrum
handelt, oder ob sich dereinst sogar erweisen wird, daß
das gesamte elektromagnetische Spektrum Teil und Ausfluß
einer übergeordneten Energie ist. Wir stehen erst am
Anfang dieser Forschung, wobei es aber durchaus wissenschaftliche
Ansätze gibt, die den Elektromagnetismus und andere Energieformen
letztlich als Erscheinungsformen der einen Urkraft verstehen.
So hat Dr. Seiler in seinem Buch Der Kosmonenraum einen Weg
aufgezeigt, wie ein ganzheitlich-bioenergetisches Weltbild
mit den Erkenntnissen der modernen Physik auf einfache und
konkret erlebbare Weise in Einklang zu bringen ist.
„Energie“ ist heute hauptsächlich
ein physikalischer Begriff. Die zunehmende Erforschung bioenergetischer
und paraphysikalischer Phänomene kann dazu beitragen,
daß er eines Tages auch ein biologischer, ein psychologischer
und ein spiritueller Begriff sein wird. So könnte sich
in einer Wissenschaft der Zukunft ein erweiterter Energiebegriff
als entscheidende Nahtstelle von Physik und Metaphysik, Physik
und Parapsychologie, Natur- und Geisteswissenschaft erweisen.
(15)
Literaturhinweise
Bischof, Marco: Biophotonen. Das Licht
in unseren Zellen. Frankfurt 1995.
Boadella, David: Wilhelm Reich: Leben und Werk,
Bern/München/Wien 1981.
Brennan, Mary Ann: Licht-Arbeit, München
1987.
Gebauer R./ Müschenich St.: Der Reichsche
Orgonakkumulator, Frankfurt 1987.
Iyengar, B.K.S.: Licht auf Pranayama, Bern 1984.
Kerner, Dagny und Imre: Wie heilen wirkt/Energiesystem
des Menschen/Heilen ist erlernbar/ Heiler im Test. Köln
1997.
King, Serge Kahili: Erd-Energien. Freiburg i.Br.
1985.
Krishna, Gopi: Kundalini. Bern/München/Wien
1983.
Lowen, Alexander: Bioenergetik. Bern/München/Wien
1975.
Mesmer, Franz Anton: Mesmerismus oder System
der Wechselwirkungen. Berlin 1814.
Motoyama, Dr. Hiroshi/Brown, Rande: Chakra-Physiologie.
Freiburg i.Br. 1980.
Pierrakos, Dr. John: Core Energetik. Essen 1987.
Reich, Wilhelm: Die Funktion des Orgasmus. Die
Entdeckung des Orgons. Sexualökonomische Grundprobleme
der biologischen Energie. Köln 1987.
Reich, Wilhelm: Die Entdeckung des Orgons /Der
Krebs. Köln 1994.
Reichenbach, Dr. Karl von: Der sensitive Mensch
und sein Verhalten zum Od, 2 Bde., Leipzig 1910
Sabetti, Stephano: Lebensenergie. Bern/München/Wien
1985.
Schneider, Emil: Der animale Magnetismus. Zürich
1950.
Seiler, Dr. Hanspeter: Der Kosmonenraum. Essen
1986.
Senf, Bernd: Die Wiederentdeckung des Lebendigen.
Frankfurt 1996.
Sherwood, Keith: Die Kunst spirituellen Heilens.
Freiburg i.Br. 1984.
Smith, Fritz Frederick: Innere Brücken
- Handbuch der Lebensenergie und Körperstruktur. Oldenburg
1990
Wilber Ken: Das Spektrum des Bewußtseins,
Reinbek 1991, Rowohlt
Zürcher, Walter: Der Puls der Dinge. Freiburg
i.Br. 1990.
Anmerkungen
1. Zum Fernheiltest siehe den zusammenfassenden
Bericht in dieser Anthologie („Kein Wundermittel, aber
verwunderlich heilsam“) sowie Harald Wiesendanger: Heilen
ohne Grenzen. „Fernbehandeln“ auf dem Prüfstand.
Schönbrunn 1999. Auf statistisch-psychologische Aspekte
des „Fernheil-Tests“ konzentriert sich die Diplomarbeit
von Katja Reuter: Der Einfluß psychologischer Variablen
auf den Therapieerfolg bei chronisch Kranken. Eine Untersuchung
aus dem Bereich der Komplementärmedizin, Freiburg i.
Br. 1999.
2. Als Moxibustion wird das Abbrennen von Heilkräutern,
in der Regel Beifuß (Artemisia vulgaris) über bestimmten
Akupunkturpunkten bezeichnet. Dies führt zu einer Erwärmung
und Aktivierung der Punkte und wurde früher vorwiegend
in der Behandlung rheumatischer Beschwerden angewendet.
3. Zu Mesmers Äthertheorien siehe Dr. Seilers
Werk Der Kosmonenraum.
4. siehe Gebauer R./ Müschenich St.: Der
Reichsche Orgonakkumulator, Frankfurt 1987.
5. Wer die verschiedenen Titel der Werke Wilhelm
Reichs vergleicht, kann den Eindruck gewinnen, daß es
sich um ein beliebiges und wahlloses Kuddelmuddel zu den verschiedensten
Themen handelt. Die Bandbreite seiner Themen reicht von der
Psychoanalyse über zu politische und soziologische Texte,
Biologie, Physik, Medizin, Meteorologie und diversen Pamphleten
bis zum Kontakt mit Außerirdischen in seinem letzten
Buch. Wer sich mit seinem Werk befaßt, erkennt jedoch
zunehmend den roten Faden, der sich durch sein Leben und sein
Werk zieht. Bei wenigen Menschen ist die Verbindung des persönlichen
Lebenslaufs mit seinem Werk so eng. Es empfiehlt sich, zur
Orientierung zuerst eine Biographie Reichs zu lesen. Besonders
empfehlenswert ist diejenige von David Boadella, der es ausgezeichnet
versteht, den roten Faden sichtbar zu machen, dem Reich quer
durch alle Fachgebiete gefolgt ist.
6. Der enge Zusammenhang zwischen der Spiral-
und Wirbelbewegung und der Lebensenergie läßt sich
durch viele Beobachtungen belegen. Für Reich war das
ganze Universum von einem Energieozean erfüllt, in welchem
sich die Orgonenergie-Einheiten als Kreiselwellen spiralig
bewegen. Die Vereinigung dieser lebendigen Spiralströme
läßt als gemeinsames Funktionsprinzip sowohl die
kleinsten subatomaren Grundeinheiten der Materie als auch
ihre größten Einheiten, die riesigen Spiralstrukturen
der Galaxien entstehen. Der Arzt und Forscher Dr. Hanspeter
Seiler hat in seinem Werk Der Kosmonenraum (siehe Literaturliste)
die Geschichte und neue Perspektiven der Ätherwirbeltheorie
zusammengefasst. In seinem Aufsatz „Spiralform, Lebensenergie
und Matriarchat“ (emotion 10, Berlin 1992) hat er die
kulturgeschichtlichen Zusammenhänge zwischen matrifokalen
Kulturen und dem Auftreten von Spiralsymbolik untersucht.
Dem strukturaufbauenden Prinzip des Energiewirbels begegnen
wir bei der Funktion der Chakras, aber auch bei den faszinierenden
Forschungen von Viktor Schauberger, der als einer der Wegbereiter
der „Freien Energie“ gilt.
7. Zu den interessantesten Weiterentwicklungen
der Kirlian-Fotografie in Deutschland gehören die „Energetische
Terminalpunkt-Diagnose“ (ETD), die vom deutschen Heilpraktiker
Peter Mandel entwickelt wurde; die von Hans-Christian Seidl
in Zusammenarbeit mit befreundeten Technikern entwickelte
„Hochfrequenz-Sofortbild-Fotografie“ (HFS), und
die von von Dr. Dieter Knapp entwickelten „Plasmaprint“-
und „Colorplate“-Verfahren. In Rußland hat
der Biophysiker Dr. Konstantin Korotkov ein Verfahren entwickelt,
das uns erlaubt, die Veränderungen im Energiefeld an
einem Monitor in Echtzeit zu beobachten.
8. Es gibt viele verschiedene Modelle der verschiedenen
Schichten der Aura. Ich halte mich bei meiner Darstellung
grob an die Einteilung, die Mary Ann Brennan vorgeschlagen
hat.
9. Dr. Rupert Sheldrake hat in seinem Buch Das
schöpferische Universum die Hypothese entwickelt, daß
sogenannte morphogenetische Felder, gleichsam als Matrizen,
das Wachstum von Lebewesen steuern. Seine Theorie postuliert
zudem, daß die Natur eine Art Gedächtnis besitzt.
Dies soll u.a. erklären, weshalb beispielsweise die Züchtung
einer neuen Kristallart einfacher gelingt, nachdem sie in
einem Labor erstmals erfolgreich durchgeführt wurde.
10. Es existieren noch weitere Formen der Psi-Diagnostik
wie der sogenannte Röntgenblick, bei dem der Sensitive
anscheinend die Fähigkeit besitzt, in den Körper
eines Menschen zu blicken, das Einfühlen in den Patienten,
mediale Informationen und die Psychometrie.
11. Ken Dychtwald hat in seinem empfehlenswerten
Buch Körperbewußtsein (Essen 1981) beschrieben,
wie Dr. John Pierrakos ihm bis ins Detail seine Verhaltensweisen,
die Beziehung zu seinen Eltern, seine Stärken und Schwächen
richtig beschrieben hat.
12. So sagt der Österreicher Georg Rieder,
der seine diagnostischen Fähigkeiten mehrfach unter Beweis
gestellt hat, daß er kranke oder schwache Stellen im
Energiefeld eines Menschen an einer violetten Färbung
erkenne, während die gesunden Stellen braun seien. Diese
Wahrnehmung steht im Widerspruch zu den Wahrnehmungen anderer
Sensitiver, die braun eher als eine Farbe der Verunreinigung
betrachten, hingegen Violett für ein Zeichen spiritueller
Entwicklung halten.
13. Der amerikanische Parapsychologe Stanley
Krippner listete rund 100 verschiedene Bezeichnungen für
diese Energie auf.
14. So läßt sich ein statistisch
signifikanter Effekt auf Zufallsgeneratoren nachweisen, wenn
Menschengruppen eine ähnlich gerichtete Aufmerksamkeit
aufweisen. So zeigten sich zum Beispiel im Moment der Urteilsverkündung
im O.J. Simpson-Prozeß oder während der Begräbniszeremonie
von Prinzessin Diana anormale Effekte und der Anstieg der
Ordnung im Datenauswurf der Zufallsgeneratoren.
15. siehe Dieter Duhm: Synthese der Wissenschaft,
Heidelberg 1979
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