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Dem
Glücksprinzip folgen – das Glück nicht dem
Zufall überlassen, sondern es gezielt einladen
von Harald Wessbecher
Glück
ist ein Phänomen zu dem wir sehr unterschiedliche Einstellungen
haben und mit dem wir auch sehr unterschiedlich umgehen können,
obwohl wir es natürlich alle haben wollen.
Manche Menschen glauben an das Glück, aber statt es zu
suchen warten sie einfach hoffnungsvoll ab, ob und wann es
zu ihnen kommt. Andere gehen zu Astrologen, Hellsehern, Kartenlegern
oder irgendwelchen scheinbar „wissenden“ Personen
in der Hoffnung, sie könnten dort erfahren, ob das Glück
sie berücksichtigen will, wann dies sein wird und ob
es dazu noch etwas zu tun gibt – die vorgeschlagenen
Möglichkeiten reichen dabei von intensivem Beten über
Gutes Tun bis zur Opferbereitschaft und Aufgabe von bis dahin
wichtigen Dingen, um sich so das Glück verdienen zu können.
Wieder andere ignorieren die Möglichkeiten des Glücks
und blenden es in ihrem Denken und Fühlen völlig
aus in der Angst, vielleicht enttäuscht zu werden und
nur einem unwirklichen Traum nachzujagen. Und dann gibt es
natürlich auch die Gruppe von Menschen – zu der
ich mich selbst zähle, die daran glauben, dass sie das
Glück gezielt in ihr Leben einladen und dafür bereit
werden können, wenn sie seine Gesetzmässigkeiten
kennen und diesen innerlich in ihren Gedanken und Gefühlen
und äusserlich mit ihren Taten folgen.
Zu welcher dieser Gruppen würden sie sich zugehörig zählen?
Beobachtungen in meinem Leben und im Leben anderer Menschen haben in mir die Überzeugung wachsen lassen, dass das Glück offensichtlich nicht dem Zufall folgt. Vielmehr gibt es scheinbar ein Geheimnis, das manche Menschen in sich tragen, mit dem sie das Glück magisch anziehen können ohne dass es dafür immer sachliche Erklärungen gibt.
Ich zähle mich zu diesen Menschen, und ich glaube das Geheimnis inzwischen gelüftet und die Gesetzmässigkeiten erkannt zu haben, nach denen sich das Schicksal bzw. das Glück verhält.
Zunächst erscheint es aber auch interessant, dass die Vertreter der anderen Gruppen ebenfalls glauben, für ihre Sichtweise in ihrem Leben eine Bestätigung gefunden zu haben. Viele versicherten mir immer wieder, dass das Glück sie wie erwartet gemieden habe oder wie sie trotz positiver Grundhaltung letztendlich doch immer wieder enttäuscht wurden.
Kann es verschiedene Wahrheiten geben für verschiedene Menschen, oder ist dieser Widerspruch nur scheinbar? Oder ist das Glück vielleicht doch launisch und wirkt im Leben unterschiedlicher Menschen immer anders?
Ich glaube die Kernfrage ist vielleicht noch extremer zu stellen:
Was bestimmt den Lauf unseres Lebens? Gibt es ein festgefügtes Schicksal oder haben wir einen freien Willen? Gibt es äussere Kräfte, gute und schlechte, denen wir ausgeliefert und für die wir nur ein Spielball sind? Wenn nicht, was vermag unser freier Wille wirklich? Können wir alles verändern, oder gibt es ein grosses Schícksalsgefüge, innerhalb dessen wir uns frei bewegen können? Kümmert sich eine göttliche Kraft um uns oder sind wir ganz alleine?
Vielleicht erscheinen Ihnen diese Fragen jetzt etwas philosophisch und weit hergeholt, unpraktisch und kompliziert.
Ich glaube aber dass sie wichtig sind, und jeder von uns sollte für sich eine Einstellung dazu gewinnen. Denn wenn ich einen freien Willen nicht für möglich halte und glaube, die einzige Möglichkeit, die wir haben, ist mit den Dingen zurecht zu kommen so wie sie sind, woher soll dann die Motivation kommen sich um die Gesetzmässigkeiten des Glücks zu kümmern und es gezielt einzuladen.
Die meisten Menschen vermeiden es, solche Fragen zu stellen oder sie für sich zu entscheiden. Sie laufen mit der Masse, folgen dem üblichen Zeitplan, liefern routiniert ihre Leistungen ab und verwenden ihre gesamte Aufmerksamkeit dafür, Sicherheiten zu schaffen und ihr Überleben zu sichern. Ob sich das Überleben aber lohnt, wird nicht hinterfragt. Als Glück wird verstanden ein gesichertes Einkommen und eine feste Partnerschaft ohne grössere Probleme zu haben. Was man dafür aufgibt oder auch dafür tun muss, wird nicht hinterfragt. Wie man sich dabei fühlt, erscheint gänzlich nebensächlich. Wer wenig Probleme hat, so die vorherrschende Meinung, sollte sich freuen, weil er anscheinend in einer glücklichen Situation ist. Und diese Einstellung erklärt natürlich, dass so viele Menschen ihre Zeit Dingen widmen, die sie gar nicht freuen und nicht glücklich machen, und ein Leben leben, was sie nicht berührt.
Nicht mehr zu wissen was Glück bedeutet, was es heisst berührt zu sein vom Leben, ist ein Phänomen der heutigen Zeit, in der die Menschen keine Zeit mehr haben sich selbst zu fühlen, denn es scheint für sie so viel Wichtigeres zu geben.
Das war nicht
immer so.
Vor langer Zeit, als es noch kein Geld gab das den Menschen
vorgaukelte, es sei das höchste Gut und Glück wonach
der Mensch unablässig streben müsste, hatten die
Menschen nach alten Überlieferungen einen anderen Bezug
zum Glück. Sie glaubten, dass das grösste Glück
darin bestehe zu lieben und geliebt zu werden und eins zu
sein mit der schöpferischen Kraft, aus der alles entsteht.
Sie suchten Einheit, Verständnis und Liebe zur Natur,
zu Menschen und zu sich selbst und spürten tief innen
die Freude am Sein, die Freude zu leben. Sie glaubten auch,
dass jeder, der nach dieser grossen Liebe sucht, nicht nur
Freude finden, sondern dass das grosse Sein ihm auch im Aussen
mit allem beschenken werde, was zu ihm gehört und seinen
Sehnsüchten entspricht. Die Suche nach Liebe und Freude
schien für sie der Weg zum Glück zu sein.
Das würde bedeuten dass, bevor irgend jemand glückliche
Umstände im aussen anziehen kann, er Glück und Freude
in sich selbst suchen und tragen muss. Aber genau danach suchen
die wenigsten Menschen zuerst, sie verstecken sich hinter
Äusserlichkeiten und machen sich sogar abhängig
davon.
Wieviel Zeit am
Tag verbringen Sie mit dem was sie freut und glücklich
macht?
Hand aufs Herz! Sicher weniger als die Zeit,
die Sie in das investieren, was ihnen scheinbar viel wichtiger
ist, nämlich in Verpflichtungen die ihre materielle und
emotionale Sicherheit fördern sollen. Sie halten sich
in diesen Sicherheiten vielleicht für glücklich,
freuen sich sogar scheinbar darüber. Aber in diesem auf
Sicherheit ausgerichteten Tagesablauf, wo ist da tatsächlich
Zeit für Liebe und Spass, spielen sie überhaupt
eine Rolle? Wie viele von uns fragen sich das überhaupt?
In den alten Überlieferungen finden wir
aber noch viel mehr Aussagen über uns, unser Schicksal
und unser Leben. Dort sind Antworten auf all die vorher gestellten
Fragen! Sie sagen uns welche Einstellungen zum Leben und zum
Glück sinnvoll und fruchtbar sind. Und sie sagen, was
die wahre Natur und das Potential der Menschen sind:
Der Mensch ist nicht Körper, der in eine
Wirklichkeit hinein geworfen wird, um dort zu überleben,
sondern er ist Bewusstsein, dass sich über den Körper
in der Welt zum Ausdruck bringt und über den Körper
die Welt erfährt. Die Welt, die er erlebt, ist aber nicht
unabhängig von ihm, sondern er prägt sie durch seine
Gedanken, seine Gefühle und seine Wahrnehmung, bzw. sein
Verständnis, das er von der Welt hat. Der Mensch kann
nur erleben, was er in sich trägt an Gedanken und Gefühlen,
was er erwartet und was er für möglich hält.
Diese Aussagen haben eine einschneidende Bedeutung.
Wenn wir sie als wahr oder für möglich in Betracht
ziehen, würde das bedeuten, dass es weder einen Zufall
gibt, der unser Leben lenkt, noch eine äussere Kraft,
gut oder böse, der wir ausgeliefert sind. Wir selbst
wären die treibende Kraft, die unser Leben bewusst oder
unbewusst bestimmt durch das, was wir an Bewusstseinsinhalten,
an Ideen und Hoffnungen, an Gefühlen und Gedanken oder
auch an Erwartungen und Sichtweisen in uns tragen. Das schliesst
nicht aus, dass unser Leben auch einen tieferen Sinn hat und
vielleicht im grossen Spiel des Seins eine Rolle spielt. Wichtig
aber ist, dass wir selbst verantwortlich sind für das,
was in unserem Leben geschieht, und uns nicht als Opfer von
Umständen oder fremden Einflüssen verstehen sollten.
In diesem Sinne wären wir natürlich
auch in der Lage mit unseren geistigen Energien das Glück
gezielt in unser Leben einzuladen, unter der Voraussetzung,
dass wir für uns geklärt haben, was Glück für
uns überhaupt bedeutet.
Auf ein vages Glück zu warten während
wir im üblichen Leben verstrickt bleiben, macht also
keinen Sinn, denn von selbst, ohne dass wir es durch unsere
Ausstrahlung anziehen, wird es nicht kommen. Es folgt den
geistigen Energien, also unseren Gedanken und unseren Gefühlen
die wir pflegen, und den Erwartungen die wir in uns tragen.
Auch irgendwelche Hellseher und Weissager zu
befragen, ob und wann das Glück zu uns unterwegs ist,
kann nur sinnvoll sein, wenn wir sehen wollen, welche Energien
wir bis jetzt in das Leben hinein ausstrahlen und ob diese
geeignet sind nach dem Prinzip der Entsprechung, das Glück
zu uns zu ziehen. Und dies auch nur, falls die Weissager unsere
Energien tatsächlich lesen und beschreiben können.
Die Möglichkeit, das Glück zu ignorieren
aus Angst von Enttäuschung, ist noch weniger hilfreich,
verhindert sogar, dass uns das Glück jemals berühren
kann. Und mit Sicherheit werden wir am Ende des Lebens dann
enttäuscht werden, wenn wir erkennen, was wir alles versäumt
haben, indem wir die Tür zum Glück verschlossen
hielten.
Nach den Gesetzmässigkeiten zu suchen,
die das Glück anziehen, auch wenn wir vielleicht noch
nicht davon überzeugt sind, lohnt sich dagegen sehr.
Allerdings ist hier Umsicht geboten, denn viele geistige Methoden
sind dafür tatsächlich nicht geeignet, weil sie
hindernde Aspekte in uns nur durch einen positiven Deckel
überlagern, aber sie nicht auflösen.
„Das Glück
sucht die Glücklichen“, sagt eine
alte Weisheit, oder auch: „Wer viel hat, dem wird noch
mehr gegeben, und wer nur wenig hat, wird das wenige noch
verlieren“ sagt eine andere. Kann das sein?
Ich konnte in meinem Leben beobachten, dass
daran viel Wahres zu sein scheint, aber nicht weil dies so
sein muss, sondern weil die Gesetzmässigkeiten hinter
dieser Wahrheit nicht erkannt und konstruktiv genutzt werden,
um das Glück in das eigene Leben einzuladen. Denn einladen
können wir es, gleichgültig in welchen momentanen
Umständen wir uns befinden mögen.
Was die Gesetzmässigkeiten des Glücks
sind, wird in den erwähnten Überlieferungen der
alten Kulturen deutlich beschrieben und lässt sich auf
wenige Aussagen reduzieren:
Was den Menschen in seinem Leben widerfährt, folgt nicht
dem Zufall oder dem Wirken einer äusseren Macht egal
ob gut oder böse, sondern wird ausschliesslich bewirkt
durch die geistigen Energien, die ein Mensch in sich bewegt
und in seinem Tun zum Ausdruck bringt.
Prägende geistige Energien sind die Gefühle, Gedanken
und Phantasien, Hoffnungen, Ängste und Erwartungen, die
die Menschen in sich bewegen. Aber auch die körperlichen
und psychischen Zustände prägen unser Leben, die
als Reaktionen auf das entstehen, worauf der Mensch seine
Wahrnehmung richtet und dem er sich aussetzt und was auf ihn
wirkt.
Jeder Mensch besitzt die Freiheit, seine geistigen Energien
beliebig zu wählen, indem er sich entscheidet, aufzuhören
automatisch zu reagieren und das gilt für Erinnerungen
aus der Vergangenheit, genauso wie gegenwärtige Umstände
und sogar für das, was vielleicht erst noch kommen könnte,
und indem er sich aus allen Verwicklungen mit Menschen, Dingen
oder Umständen löst, die ihm die Freiheit im Handeln,
Denken und Fühlen nehmen. Diese Entscheidungen führen
ihn heraus aus der Empfindung Opfer zu sein, und hinein in
das Bewusstsein frei zu sein und das eigene Leben aus eigener
Kraft für sich selbst leben zu können.
In dieser geistigen Freiheit wird ein Mensch bereit sich für
die Liebe zu öffnen und das Leben in seiner Grossartigkeit
wahrnehmen und verstehen zu können. Er kann wieder die
Schönheit in den Dingen empfinden und ein tiefes Gefühl
von Geborgenheit und Dankbarkeit dem grossen Sein gegenüber
haben, dem göttlichen Urgrund aus dem alles entsteht.
Diese Bewusstseinszustände erzeugen Freude und Lebendigkeit
im Menschen und ziehen im Aussen entsprechende glückliche
Umstände an.
Das Ziel des Menschen ist es, geistige Freiheit zu erreichen
und getragen von den immensen Energien die in den Bewusstseinszuständen
Liebe, Schönheit, Geborgenheit und Dankbarkeit entstehen,
seine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu leben. Das
äussere Glück in Form von günstigen Umständen,
Gesundheit, liebenden Menschen, schönem Wohnraum etc.
kommt dann wie von selbst, als Geschenk des grossen Seins
gleichsam dazu.
In gewisser Weise sind diese Aussagen als fünf
Schritte zum Glück zu verstehen. Sie hören sich
einfach an, aber was bedeuten sie tatsächlich in der
Praxis?
Bevor sie sich damit auseinandersetzen, sollten
sie sich fragen, ob sie überhaupt zu der Gruppe von Menschen
gehören wollen, die glauben, dass man das Glück
gezielt in das Leben einladen kann, oder ob sie sich lieber
hinter einer bequemen Opferrolle und üblichen Routinen
verstecken wollen in der Angst sich zu überfordern oder
zu scheitern, wenn sie Eigenverantwortung für alle Bereiche
ihres Lebens übernehmen.
Wahrscheinlich ist ihre Antwort sofort, dass
sie natürlich das Glück suchen und sich ihm öffnen
wollen, denn sonst würden sie sich wohl kaum die Zeit
nehmen diesen Artikel zu lesen. Wahrscheinlich spüren
sie sogar längst, wie wichtig es ist, sich im Leben zu
freuen und in guter Stimmung zu sein, und sie tun vielleicht
bereits ganz viele Dinge nur deshalb, obwohl sie für
sie zum Überleben gar nicht erforderlich wären.
Aber auch dabei gibt es vielleicht ein Problem, nämlich
dass wenn sie glauben, sie könnten nur in guter Stimmung
sein, wenn bestimmte Dinge in ihrem Umfeld vorhanden sind
wie z.B. Geld, Liebhaber, schöne Dinge etc., dass sie
sich davon abhängig machen und unbewusst die Angst in
ihnen wächst, all dies irgendwann möglicher weise
zu verlieren.
Und es ist eben diese Angst, die wirkliche Freude
verhindert und den Menschen dazu bringt, unter allen Umständen
nach Sicherheit zu streben und viele Dinge zu tun, die sie
eigentlich gar nicht tun wollen. Und genau dann werden sie
reizbar, launisch, gestresst und fühlen sich nicht mehr
vergnügt, trotz allem was sie haben. Und das zieht sie
weg von den Bewusstseinszuständen und der Stimmung, die
das Glück anziehen können.
Was gilt es also
zu tun?
Ich habe für mich folgende Strategie als
Weg zum Glück gefunden:
Zunächst entscheiden wir uns dafür, guter Stimmung
sein zu wollen unabhängig von unserer gegenwärtigen
Situation und entwickeln Phantasien darüber, was dies
im Detail genau bedeuten soll: z.B. entscheiden wir uns mit
Menschen so und so umgehen zu wollen, oder uns mit diesem
und jenem zu beschäftigen, oder in der Partnerschaft
dies und das zu erleben, oder uns körperlich so und so
zu fühlen, oder in unserem Umfeld das und jenes wahrzunehmen.
Es geht bei den Phantasien nicht um genaue Details, sondern
um deutliche Gefühle. Das Entwickeln dieser Phantasien
gibt uns mehr Klarheit darüber, wie wir jetzt sind und
wie wir von nun an sein wollen, und das fördert unser
Selbstbewusstsein - im Unterschied zu Leistungsbewusstsein,
dem die meisten Menschen nachjagen und für das sie Dinge
tun nur um der Anerkennung willen, selbst wenn sie ihnen gar
nicht gut tun und sie dabei keine Freude empfinden.
Entsprechend dieser Entscheidung stimmen wir uns dann Morgens
nach dem Aufwachen und Abends vor dem Einschlafen mit diesen
Phantasien auf die geistigen Energien besonders Gedanken und
Gefühle ein, die wir in unserem Leben wollen, weil sie
uns gut tun, Energie geben und Freude machen, in dem Vertrauen,
dass diese Phantasien ausstrahlen und passende Umstände
im Aussen anziehen.
Dabei muss uns aber ganz klar sein, dass wir keine bestimmten
Dinge im Aussen brauchen damit wir uns wohl fühlen. Denn
die Suche danach führt oftmals nur dazu, dass wir uns
davon abhängig machen und viel dafür tun, was uns
dann wiederum in eine ganz schlechte Stimmung bringt. Vielleicht
gehen wir um des Geldes willen einer Arbeit nach, die uns
nicht gut tut, und unsere Stimmung dabei wird schlecht und
lässt das Glück wieder weiter von uns wegrücken.
Oder wir tun viel für einen Menschen, in der Hoffnung
eine schlechte Partnerschaft wieder flicken zu können,
und geben uns dabei selbst auf und schon rückt das Glück
wieder ein Stückchen weg. Äussere Umstände
sollten uns nur helfen Phantasien zu intensivieren und Klarheit
in den Gefühlen zu erreichen. Vielleicht sollten wir
bewusst an Orte gehen und bestimmte Menschen treffen, wo wir
neue Gefühle kennenlernen können und erfahren, wie
wir uns tatsächlich fühlen wollen, aber abhängig
davon werden, dürfen wir eben nicht. Wir können
äussere Inspiration aber wirksam als Anregung für
unsere Phantasie benutzen.
So eingestimmt beobachten wir dann tagsüber und selbst
und die Umstände in denen wir leben und fragen uns: reagieren
wir noch automatisch auf äussere Impulse und lassen uns
aus unserer gewünschten Stimmung bringen? Wirkt sich
das Umfeld eher günstig auf unser Ziel aus oder eher
hemmend? Hemmende Einflüsse sollten wir möglichst
verändern, oder wir müssen uns davon distanzieren,
wenn dies nicht möglich ist. Automatische Reak-tionen
können wir erst dann beeinflussen, wenn sie uns rechtzeitig
auffallen, und deshalb sollten wir uns und unser Umfeld bewusster
beobachten. Wenn wir diese Energien einige Male bewusst verfolgen,
wird uns klar werden, wie sehr wir selbst alleine für
unsere Stimmung verantwortlich sind und dass jegliche Opferidee
letztlich nur eine Illusion ist, die uns in Machtlosigkeit
gefangen hält und uns gegenüber dem Glück verschliesst.
Glück und Erfolg, Gesundheit und Intensität in unserem
Leben sind Ausdruck und Manifestation unserer Stimmung. Unsere
Stimmung prägt z.B. unsere geistige Leistungsfähigkeit.
Sind wir aufgeregt oder unter Druck, können wir uns nicht
konzentrieren und unser Gedächtnis leidet.
Jedes Gefühl, jeder Gedanke spiegelt sich auch im Körpergeschehen
wieder, wie die Lehre der Psychosomatik und Organsprache überzeugend
belegt. Ein Mensch mit zu wenig Freude wird krank, und ohne
dass er Freude findet, auch kaum wieder gesund.
Unsere Ausstrahlung auf andere Menschen hängt davon ab
wie wir uns fühlen. Und auf die Energien, die wir ausstrahlen,
reagieren nicht nur die anderen Menschen, sondern auch das
Leben allgemein, wie die alten Überlieferungen sagen.
Wir ziehen das an, was unseren geistigen Energien entspricht,
und nur das.
Das Geheimnis des Glücks besteht also darin sich selbst
in einen Bewusstseinszustand, eine Wahrnehmung, eine Stimmung
zu bringen, die uns öffnet für Liebe zu uns selbst,
zu Menschen und zum Leben, die uns das Schöne im Leben
suchen und wahrnehmen lässt, und in der wir uns freuen
und uns wohl fühlen und die uns mit Dankbarkeit erfüllt
darüber, dass die Dinge sind wie sie sind.
Alles was uns zu dieser Stimmung verhilft ist
gut, solange wir uns nicht davon abhängig machen. Eine
solche fröhliche und liebevolle Stimmung macht uns magnetisch
für das Glück.
Wenn wir uns aber verlieren in der Hektik des
Alltags, in Sorgen, Ängsten und Ärger, wenn wir
uns verkaufen für Liebe, Anerkennung und Geld, verschliessen
wir uns für das Glück, selbst wenn viele von uns
glauben, es genau damit erzwingen zu können. Glück
kommt zu den Leichtherzigen und Schöngeistern, zu denen,
die Verantwortung für ihre Gefühle und Gedanken
übernehmen und nicht nach Schuldigen suchen, wenn sie
selbst in sich und ihren geistigen Energien keine Ordnung
schaffen können. „Hilf dir selbst, dann hilft dir
Gott“, steht schon in der Bibel, und in diesem Zusammenhang
macht die Aussage sehr viel Sinn.
Glückspilze
unterscheiden sich von Pechvögeln durch ihre Einstellung
zu sich und der Welt, durch ihre Stimmung und Betrachtungsweise
der Welt.
Ein Glückspilz sieht die schönen
Seiten des Lebens und beschäftigt sich auch geistig mit
dem, was ihm gut tut und Freude macht, auch wenn er weiss,
dass das Leben auch andere Seiten hat. Er spricht nicht ständig
über eigene oder fremde Probleme, er regt sich nicht
über Schwierigkeiten auf, sondern sieht sie als Herausforderung.
Und vor allem macht er sich nicht abhängig von anderen
Menschen. Er spürt was er will und was ihm gut tut, und
genau das sucht er. Er gönnt sich selbst alles, aber
den anderen auch, er ist liebevoll und tolerant und lässt
Menschen sein wie sie sind. Es ist ihm egal, was andere von
ihm halten, denn er lebt sein Leben, so wie er es für
richtig hält, grosszügig, vergnügt und ständig
bereit für neues. Und in dieser Stimmung zieht er entsprechendes
an, nämlich sein Glück.
Ein Pechvogel dagegen erwartet Schwierigkeiten,
und verstrickt sich auf seiner Suche nach Sicherheiten völlig
in Abhängigkeiten und Zwängen, die ihm Leichtigkeit
und Spontaneität rauben und wenig Raum für Freude
lassen. Ganz schlecht für seine Stimmung ist, dass er
sich als Opfer der Umstände betrachtet und sich abhängig
von den Umständen macht. Und da wir anziehen, was wir
erwarten, egal ob diese Erwartungen aus Hoffnungen oder Ängsten
bestehen, wird er ständig durch Probleme und Misserfolge
in seiner Machtlosigkeit bestätigt.
Ein Pechvogel kann aber zum Glückspilz
werden, wenn er zu verstehen beginnt, dass das Geheimnis des
Glücks in der gelösten und fröhlichen Betrachtungsweise
der Welt und ihrer Möglichkeiten besteht.
Damit meine ich aber nicht, dass wir alles positiv
sehen sollten. Ich meine, dass wir verstehen müssen,
in welcher Stimmung wir uns am wohlsten fühlen und welche
Gedanken, Gefühle und äusseren Umstände uns
zumindest zu Beginn dabei helfen, in diese Stimmung zu kommen,
und genau das sollten wir auch allen anderen Menschen wünschen.
Fragen sie sich:
Was will ich erlebt haben bevor ich sterbe, welche Erinnerungen
an Erlebnisse und welche Erkenntnisse möchte ich erreicht
haben, um sagen zu können, dass mein Leben glücklich
war?
Sie werden bald erkennen, dass es nicht die
Dinge und Ereignisse sind, die sie eigentlich suchen, sondern
die Erfahrungen und Erkenntnisse, die dadurch entstehen. Sie
sehnen sich nach Zuständen von Liebe, Schönheit,
Geborgenheit und Dankbarkeit, weil sie wissen, wie sehr diese
sie mit Energie erfüllen und lebendig machen. Wer sie
sucht, den wird das Glück berühren, auch im aussen.
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