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Das
Reich der Träume
von Lucius Werthmüller
Alle Menschen und alle Völker kennen den
Traum. In der Literatur sind uns Träume schon aus den
frühesten Zeiten überliefert. Bei vielen Kulturen
wird das Traumland als eine eigenständige und unabhängige
Realität betrachtet.
„Tschuang Tse träumte, er sei ein
Schmetterling und wüsste als solcher nichts von sich
als Mensch. Nach dem Erwachen fragte er sich: ,War ich ein
Mensch, der träumte er sei ein Schmetterling, oder bin
ich jetzt ein Schmetterling, der träumt, er sei ein Mensch?’
“
Was sind Träume?
Das gesicherte Wissen über Entstehung,
Funktion und Bedeutung des Traums ist trotz zahlreicher neuer
Forschungen immer noch sehr lückenhaft. Es scheint jedoch
festzustehen, dass wir jede Nacht mehrere Träume haben,
unabhängig davon, ob wir uns nach dem Aufwachen daran
erinnern. Die Traumdauer liegt dabei etwa zwischen 10-40 Minuten.
Es gilt als erwiesen, dass ausser dem Menschen auch die höheren
Tiere träumen. Im nächtlichen Normalschlaf wechseln
sich Tiefschlaf und Traumphase ständig ab. In der Traumphase
wird eine erhöhte Gehirntätigkeit registriert; der
Blutdruck und die Atem- und Pulsfrequenzen steigen. Der Traum
lässt sich von aussen an den schnellen Augenbewegungen
während der Traumphase, der sogenannten REM-Phase (Rapid
Eye Movements) erkennen. Träumen ist lebensnotwendig
und hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Nervensystem.
Man hat entdeckt, dass Versuchspersonen, die systematisch
am Träumen gehindert werden, indem man sie jeweils zu
Beginn einer REM-Phase weckt, nach kurzer Zeit mit starken
körperlichen und psychischen Erschöpfungserscheinungen
reagieren.
Der Traum in der
Antike
Aus frühester Überlieferung wissen
wir, dass dem Traum von allen Kulturen und Religionen eine
besondere Bedeutung eingeräumt wurde. So wie in Märchen
und Mythen zeigen sich in Träumen Symbole und offenbaren
etwas Übersinnliches, das sich nur in Analogien und Gleichnissen
mitteilen kann. Träume galten als wichtige Botschaften
aus dem Reich der Götter und der Dämonen. So war
es essentiell, diese Botschaften zu deuten, und die Traumdeutung
daher eine kultische Aufgabe und eine Lebensnotwendigkeit.
Der Traum bei
den Ägyptern
Das alte Ägypten ist das klassische Land
der Traumdeutung. Das Hieratische Traumbuch wurde etwa 1150
vor Christus niedergeschrieben. Es ist das erste Traumlexikon,
das in Stichworten über die Bedeutung der häufigsten
Traumsymbole Auskunft gibt. In der ägyptischen Spätzeit
erreichte in Memphis der Serapis Kult seinen Höhepunkt.
Im Heiligtum dieses Kults gab es einen Raum, in dem man schlief
und auf eine göttliche Offenbarung im Traum hoffte. Diese
Träume wurden dann von Traumdeutern erläutert. Das
Tagebuch eines solchen Traumdeuters ist erhalten geblieben.
Auch für die Babylonier und Assyrer gehörten der
Traum und seine Deutung zum Alltag. Auf Tontafeln sind auch
aus diesen Kulturen Traumbücher fragmentarisch erhalten.
Der Traum bei
den Griechen
Im antiken Griechenland galt der Traum als ein
Pfad zur Verbindung des Schlafenden mit den jenseitigen Göttern,
Helden und Verstorbenen. Beinahe von allen griechischen Philosophen
sind Gedanken zum Traum überliefert, die teilweise sehr
modern wirken. So wies der Arzt Hippokrates als erster darauf
hin, dass im Schlaf das Denken und Fühlen erhalten bleibt
und sich nur anders äussert als im Wachen. Er benutzte
die Traumdeutung als Hilfsmittel zur Diagnose, da er entdeckt
hatte, dass Krankheiten sich im Traum ankündigen können.
Auch Platon sah diesen Zusammenhang zwischen körperlich-seelischem
Befinden und Traum. Er betrachtete den Traum als göttliche
Botschaft, vertrat aber auch die Ansicht, dass der Tugendhafte
nur träumt, was der Böse verwirklicht. Sehr interessant
und modern, in gewissen Teilen auch amüsant und kurios,
ist das Traumbuch des Artemidoros, der von 134 bis 200 nach
Christus lebte und den Beruf eines Traumdeuters ausübte.
Er unterscheidet männliche und weibliche Traumsymbole
und betont auch, dass ein Traumsymbol je nach Kontext verschiedene
Bedeutung haben kann. Sein Wissen geht auf alte ägyptische
und mesopotamische Quellen zurück und vereint die Erkenntnisse
der griechischen Antike. Sein Werk begründete eine ganze
Schule orientalischer und abendländischer Traumdeutung.
Moderne Traumpsychologie
Sigmund Freud
und der Traum
Der entscheidende Impuls zur modernen Traumpsychologie kam
mit Sigmund Freud. Er erkannte den Traum als besonders geeignete
Möglichkeit, den Bereich des Unbewussten zu erforschen.
Er befasste sich intensiv mit der Funktion des Unbewussten
und dessen Beziehung zum Bewusstsein sowie mit dem Traum und
der Traumdeutung und verknüpfte seine Ergebnisse zu einem
psychoanalytischen System. Im Rahmen der Psychoanalyse spielen
Traum und Traumdeutung als Königsweg zum Unbewussten
eine wichtige Rolle. Im Jahre 1900 veröffentlichte er
sein Werk Die Traumdeutung. Darin erläutert er Wesen
und Funktion des Traums und seine eigene Methode der Traumdeutung.
Es ist bahnbrechend für die moderne Traumpsychologie.
Die Psychoanalyse geht von der Beziehung zwischen dem Bewussten
und dem Unbewussten aus und stellt die Verdrängung in
den Mittelpunkt, das heisst die Verlagerung von unbewältigten
Spannungen und Konflikten aus dem Bewusstsein in das Unbewusste.
Erlebnisse und Erfahrungen, die nicht verarbeitet und integriert
werden können, werden in das Unbewusste verdrängt
und entwickeln sich zu sogenannten Psychoneurosen. Zur Behandlung
dieser Neurosen ist es erforderlich,die entsprechenden Verdrängungen
zu erkennen und aufzudecken. Der Traum bietet besondere Möglichkeiten
zur Einsicht in solche Vorgänge des Unbewussten, da es
sich dort am deutlichsten ausdrückt. Die Spannungen zwischen
dem Sexualtrieb und den eingeschränkten Möglichkeiten
ihn auszuleben, stellten für Freud die häufigsten
und stärksten Verdrängungen dar. Allerdings leugnete
Freud nicht die Möglichkeit des Auftretens paranormaler
Informationen im Traumzustand, sondern interessierte sich
im Gegenteil sein Leben lang für die Parapsychologie:
So hielt er Telepathie für eine erwiesene Tatsache. In
einem Brief an Carrington schrieb Freud 1921: „ Wenn
ich mein Leben noch einmal zu leben hätte, würde
ich mich lieber der Parapsychologie als der Psychoanalyse
widmen.“ Er setzte sich unter anderem in seinen Texten
Traum und Telepathie und Traum und Okkultismus mit parapsychologischen
Fragen auseinander. Dass er das Parapsychische nicht öfter
thematisiert hat, könnte damit zusammenhängen, dass
er die Anerkennungsschwierigkeiten für die Psychoanalyse
nicht noch vergrössern wollte.
Der Traum bei
C.G. Jung
Carl Gustav Jung stand anfänglich Freuds Lehre sehr nahe,
wandte sich aber im Laufe der Zeit immer mehr von der Theorie
des primären Sexualtriebs ab und entwickelte seine eigene
Anschauung. Im Gegensatz zu Freud begreift Jung das Unbewusste
neben dem Aspekt des persönlichen Unbewussten noch in
einem kollektiven Sinne. Jung prägte für diese Inhalte
des kollektiven Unbewussten den Begriff der Archetypen. Nach
seinem Verständnis haben die aus allen Kulturen überlieferten
Mythen und Märchen ihre Wurzeln in individuellen Träumen
und Visionen, die zugleich stellvertretenden Charakter haben.
Einen guten Einblick in sein eigenes Traumerleben erhält
man in seinem Buch Träume, Erinnerungen, Gedanken.
Parapsychologie
und Traum
Spontane ASW scheint im Schlaf häufiger
als im Wachzustand aufzutreten. Darauf haben schon Philosophen
des Altertums wie Aristoteles und Platon, aber auch Sigmund
Freud hingewiesen.
Die ersten gezielten parapsychologischen Forschungen hat der
italienische Physiker Giovanni Battista Ermacora in den Jahren
1892-94 vorgenommen. Er versuchte in 100 Einzelversuchen eine
Übertragung von einem Unbewussten zum anderen, indem
er einer Hypnotisierten suggerierte, sie solle bestimmte Traumbefehle
an einen entfernt schlafenden 5jährigen Knaben übertragen.
Die Anzahl der Treffer (54 Voll-, 21 Einzeltreffer) ist eindrucksvoll,
aber die vorgenommenen Kontrollen, entsprachen nicht den heutigen
Anforderungen. Neue Möglichkeiten für telepathische
Traumexperimente ergaben sich, als 1953 EEG-Phasen und REM-Phasen
als physiologische Indikatoren von Träumen nachgewiesen
wurden.
Die Forschungen
von Ullman
Der Psychoanalytiker und Parapsycholge Montague Ullman war
fasziniert von den Fällen spontaner Traumtelepathie,
die ihm in seiner eigenen Praxis begegneten. Zusammen mit
Karlis Osis und E.Douglas Dean begann Ullman im Jahre 1960
mit telepathischen Träumen zu experimentieren. Die bekannte
Sensitive Eileen Garrett, zugleich Präsidentin der Parapsychology
Foundation, diente dabei als erste Versuchsperson. Eileen
Garrett schlief in einem Zimmer der Foundation, verbunden
mit einem EEG-Gerät. Wenn anhand der Gehirnmuster festgestellt
wurde, dass sie träumte, versuchte ein Sender in einem
anderen Zimmer ein Zielbild zu senden, dessen Motiv in ihre
Träume eingehen sollte. Diese ersten Versuche erbrachten
einige unzweifelhafte Treffer. 1964 wurde die Forschung auf
ein rein experimentelles Verfahren umgestellt, das erlaubte
die Traumprotokolle und ihre Beziehungen zum Zielbild qualitativ
auszuwerten und die Resultate statistisch auszuwerten. Die
primäre Auswertung bestand darin, dass die Versuchspersonen
versuchten das Zielbild, (in der Regel Kunstdrucke) aus einem
Stapel Bilder zu identifizieren. Oft konnten die Versuchspersonen
das telepathisch gesandte Bild korrekt identifizieren, selbst
wenn der Traum vage war. Als das Zielbild Orozcos Gemälde
"Zapatistas" war, das eine Gruppe von mexikanischen
Revolutionären vor dem Hintergrund von Bergen und Wolken
zeigt, lautete das dazugehörige Traumprotokoll: Ein Unwetter,
Regen. Erinnert mich an Reisen... Annäherung an Gewitterwolken,
regnerisch....Aus irgendeinem Grunde habe ich jetzt das Gefühl
einer Erinnerung an New-Mexico, als ich dort lebte... Es gibt
viele Berge in New-Mexico, Indianer, Pueblos. Jetzt laufen
meine Gedanken fast, wie wenn ich an eine andere Kultur dächte...
Als die Forschungsabteilung der Parapsychology
Foundation geschlossen wurde, konnte das Traum-ASW-Projekt
am Maimonides Medical Center weitergeführt werden. Dort
führte Ullman seine Forschungen zusammen mit Dr. Stanley
Krippner durch. Später stiess Charles Honorton zu ihnen.
In dieser neuen Forschungsphase wurden Tests über Hellsehen,
Präkognition und ASW auf grosse Distanz durchgeführt.
Bei den Hellseh-Tests wurde das Zielbild in einen verschlossenen
Umschlag gelegt; bei Versuchen zur Präkognition wurde
das Zielbild gewählt, nachdem die Versuchsperson geschlafen
und geträumt hatte.
Die Tatsache, dass Präkognition in Träumen häufig
auftritt, hat einige Experimentatoren dazu veranlasst, ihre
eigenen Träume detailiert aufzuschreiben. Zu diesen gehörte
der Flugzeugingenieur J.W. Dunne, der seine Traumaufzeichnungen
1927 in seinem Buch An Experiment with Time veröffentlichte.
Darin sind einige offensichtlich paranormale Träume veröffentlicht.
Das Traumjournal
der Christine Mylius
Im deutschsprachigen Raum sehr bekannt wurde das Traumjournal
der Christine Mylius. Bender bezeichnet es in seinem Vorwort
als ein „erregendes Experiment mit der Zukunft“.
Christine Mylius hat ihre Träume seit ihrer Jugend minutiös
aufgezeichnet: Ihre Aufzeichnungen aus fast 30 Jahren, über
3000 an der Zahl, wurden in Benders Institut für Grenzgebiete
der Psychologie in Freiburg archiviert und unter Hinzuziehung
von Tagebuchnotizen, dokumentarischen Belegen und Zeugenaussagen
auf tatsächliche Übereinstimmungen zwischen Traum
und zukünftigen Ereignissen kontrolliert. Dabei erwiesen
sich viele ihrer Träume als präkognitiv. Professor
Bender bemerkt dazu in seinem Vorwort zum Traumjournal: "aber
die aus der Fülle des Materials entspringende Vielfalt
der Bezüge macht die zufällige Übereinstimmung
so unwahrscheinlich, dass ihr Traumjournal als gewichtiger
Beitrag für die Existenz der Präkognition sich einen
Platz in der parapsychologischen Literatur erobern wird."
Luzide Träume
und Klarträume
Unter luziden Träumen oder Klarträumen
verstehen wir Träume, in denen sich der Träumende
bewusst ist, dass er träumt und sich im vollen Besitz
des normalen Wachbewusstseins fühlt, während er
gleichzeitig mit Bestimmtheit weiss, dass er im Bett liegt
und schläft. Es gibt Klarträume, die sich im Hinblick
auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umwelt
nicht von der Wachwirklichkeit unterscheiden. Dass man sich
im Traum befindet, erkennt man meistens daran, dass man etwas
erlebt, was im Widerspruch zum Wissen über den Wachzustand
steht. Werner Zurfluh empfiehlt beim Übergang von einem
gewöhnlichen zu einem luziden Traum eine Bewusstseinskontrolle
vorzunehmen, um die Kontinuität des Ich-Bewusstseins
zu prüfen. Dazu gehört die aktive Prüfung des
Bewusstseins mittels Datum, Wochentag und Lage des eigenen
Körpers. Der Pionier der Klartraumforschung im deutschsprachigen
Gebiet ist Professor Paul Tholey. Der folgende Abschnitt beruft
sich vor allem auf die Forschungen, die Professor Tholey in
den letzten Jahrzehnten angestellt hat.
Professor Tholeys
Klartraumforschung
In der Absicht einige Behauptungen über Träume zu
überprüfen, suchte Tholey nach einer Technik, die
es ermöglichen sollte, während des Träumens
mit klarem Bewusstsein systematische Beobachtungen anstellen
zu können. Dies im Jahre 1959, zu einer Zeit, in der
den meisten Psychologen das Phänomen des Klarträumens
völlig unbekannt war. Sein Grundgedanke zur Induktion
von Klarträumen war folgender: "Entwickelt man während
des Wachzustands eine kritische Einstellung gegenüber
seinem Bewusstseinszustand, in dem man sich die Frage stellt,
ob man träumt oder wacht, so überträgt sich
diese Einstellung auch auf den Traumzustand. Man kann dann
anhand ungewöhnlicher Erfahrungen erkennen, dass man
träumt." Vier Wochen nach Anwendung dieser Methode
hatte Professor Tholey seinen ersten Klartraum.
Neben dieser sogenannten Reflexionstechnik erwähnt Tholey
noch zwei weitere Methoden zur Erlangung der Klarheit während
des Traums. Bei der Intentionstechnik stellt man sich im Wachleben
möglichst intensiv typische Traumsituationen vor; dies
soll einem zum Erkennen des Traumzustands verhelfen. Noch
wirksamer ist diese Technik, wenn man sich zusätzlich
vornimmt, im Traum eine bestimmte Handlung durchzuführen,
wie zum Beispiel seine eigenen Hände zu betrachten. Die
Häufigkeit der Klarträume kann dann dadurch erhöht
werden, dass man sich während des Klartraums vornimmt,
in den folgenden Träumen ebenfalls zur Klarheit zu gelangen.
Bei der Autosuggestionstechnik suggeriert man sich in entspanntem
Zustand möglichst unmittelbar vor dem Einschlafen, dass
man einen Klartraum erleben wird.
Der Inhalt von Klarträumen lässt sich
auf verschiedene Arten beeinflussen. Dies kann schon in der
Vorschlafphase geschehen. Durch die Beschäftigung mit
ungelösten Problemen vor dem Einschlafen entsteht eine
Spannung. Diese kann sich im Traumzustand leichter lösen
und auf diese Weise nicht nur zur Lösung des Problems,
sondern gleichzeitig zur Erkenntnis des Traumzustands beitragen.
Während des Klartraumzustands kann das Traum-Ich durch
verschiedene geistige, verbale und körperliche Aktivitäten
sowie durch den Beistand anderer Traumfiguren, die Trauminhalte
in verschiedener Weise kontrollieren. Die Schwierigkeit besteht
dabei vor allem darin, Erlebnisse herbeizuführen, die
im Widerspruch zu Erfahrungen im Wachzustand stehen. Daneben
gibt es auch psychologische Widerstände, mit dem eigenen
Unbewussten in Kontakt zu kommen.
Ausserkörperliche
Erfahrungen im Traum
Laut Alfred Lischka ist der luzide Traum als
Vorstufe zur ausserkörperlichen Erfahrung besonders geeignet,
weil sich in ihm alle jene Möglichkeiten der Kontrolle
des Bewusstseins und der Beobachtung fast zwanglos ergeben,
die bei einer ausserkörperlichen Erfahrung gefordert
sind. So kann man sich an den scheinbar anormalen Zustand
gewöhnen, bei vollem Bewusstsein zu schlafen und dennoch
frei handeln und erleben zu können. Mit den Wiedeholungen
baut sich zudem der Angstfaktor von alleine ab. Normalerweise
benutzt das Ich im ausserkörperlichen Zustand einen Zweitkörper.
Es kann aber auch körperlos als sogenannter Bewusstseinspunkt
reisen. Sehr guten Einblick in die Gebiete des luziden Traums
und der ausserkörperlichen Erfahrung geben die Bücher
von Alfred Lischka Erlebnisse jenseits der Schwelle und die
Quellen der Nacht von Werner Zurfluh. Beide enthalten eine
Fülle von eigenen luziden Träumen, ausserkörperlichen
Erfahrungen, Begegnungen mit anderen Dimensionen und Wesenheiten.
Hinweise zur besseren
Erinnerung der Träume
Hoffentlich haben diese Ausführungen sie
dazu angeregt, sich vermehrt für Ihre Träume zu
interessieren. Deshalb im folgenden ein paar Hinweise, die
Ihnen dazu verhelfen sollen, die Träume besser in das
Tagesbewusstsein mitzunehmen.
* Die Einstellung, die wir gegenüber unseren
Träumen einnehmen, spielt eine entscheidende Rolle für
das Vermögen, sich an seine Träume zu erinnern.
Wenn wir erinnerte Träume als banal und belanglos abtun,
blockieren wir unsere Traumerinnerungen. So sollten wir jeden
Traum, an den wir uns erinnern, akzeptieren und wichtig nehmen.
Schreiben Sie ihn wenn möglich nieder und geben Sie ihm
dadurch eine bleibende Form.
* Von Bedeutung ist auch die Einstellung vor
dem Einschlafen. Nehmen Sie sich vor, sich an Ihre Träume
zu erinnern und geben Sie sich entsprechende Suggestionen.
* Wenn wir ohne Wecker am Morgen von alleine
aufwachen, kommen wir direkt aus einer REM-Phase. Der Traum
am Morgen ist zudem der längste der ganzen Traumserie.
Deshalb ist es ideal zur Erinnerung der Träume, wenn
wir am Morgen möglichst häufig ohne äussere
Einwirkung aufwachen können.
* Bleiben Sie nach dem Aufwachen in unveränderter
Körperstellung mit geschlossenen Augen liegen und lassen
Sie die Traumbilder wieder in Ihr Gedächtnis einströmen.
Denken Sie jetzt keinesfalls darüber nach, wie Ihr Tagesprogramm
aussieht und was sie alles heute zu erledigen haben. Schon
ein kleines Bruchstück oder ein einzelnes Bild kann als
Ausgangspunkt dazu dienen, den Traum wiedererstehen zu lassen.
Die Schlafforscher Wolpert und Trosman haben festgestellt,
dass schon fünf Minuten nach dem Traum die Erinnerung
an ihn sich schnell wieder auflöst. Wenn wir einen Traum
vollständig erinnern wollen sollte dies also möglichst
rasch geschehen. Dies gilt vor allem für "gewöhnliche"
Träume; luzideTräume und auch Alpträume sind
meistens so lebhaft, dass wir sie uns auch später noch
in Erinnerung rufen können.
* Sie sollten immer einen Block mit fester Unterlage
und Schreibzeug so griffbereit halten, dass Sie beides möglichst
noch mit geschlossenen Augen ergreifen können.
* Schreiben Sie alle aussergewöhnlichen
Ausdrücke und Namen zuerst auf. Die Traumgeschichte lässt
sich besser erinnern, als fremdartige Einzelschöpfungen,
die von besonderem Wert sein können.
Es gibt oft Traumaspekte, die sich kaum in Worte
fassen lassen. Dazu gehören Traumhandlungen, die auf
verschiedenen Ebenen gleichzeitig ablaufen oder nicht in linearer
Zeit erfasst werden können, sowie auch Kommunikation,
die ohne Worte abläuft. Versuchen Sie trotzdem, das Unbeschreibbare
sprachlich auszudrücken.
Schliessen möchte ich diesen Bericht mit
einem Zitat des deutschen Chemikers August Kekulé,
dem Träume zu zwei bedeutenden wissenschaftlichen Entdeckungen
verholfen haben: "Lernen wir träumen, dann finden
wir vielleicht die Wahrheit! Aber hüten wir uns, unsere
Träume zu veröffentlichen, ehe sie durch den wachenden
Verstand geprüft worden sind."
Kleine Literaturauswahl
Psychologische Traumdeutung
Sigmund Freud: Die Traumdeutung
Erich Fromm: Märchen, Mythen, Träume
C.G. Jung: Symbolik des Geistes
C.G. Jung: Erinnerungen, Träume, Gedanken,
hrsg von A.Jaffé
Luzide Träume und aussrkörperliche
Erfahrung
Herbert H.G. Engel: Der Sphärenwanderer
Alfred Lischka: Erlebnisse jenseits der Schwelle
Robert Monroe: Der Mann mit den zwei Leben
Werner Zurfluh: Quellen der Nacht
alle im Ansata Verlag
Parapsychologie und Traum
Dunne J.W.: An Experiment with Time
Sigmund Freud: Die okkulte Bedeutung des Traums
Christine Mylius: Traumjournal
Ullman M./Krippner St.: .Dream Studies and Telepathy
Traum und Traumtechniken
Ann Faraday: Die positive Kraft der Träume
Patricia Garfield: Kreativ träumen
P. Garfield: Der Weg des Traum-Mandala
Materialsammlung
W.O. Moufang/W.O. Stevens: Mysterium der Träume
(enthält eine grosse Anzahl Einzelbeispiele )
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