Die Grundlage des tibetischen Buddhismus ist das
Verständnis des abhängigen Entstehens und der Leerheit.
Diese Betrachtungsweise setzt voraus, dass unsere
Existenz keinen Anfang hat. Denn wenn unsere
Existenz auf einen Anfang zurückzuführen wäre, dann
hätten wir davor nicht existiert, was nicht korrekt ist,
da schon immer Materie vorhanden war. Wir konnten
nur entstehen, weil dazu bestimmte Bedingungen erfüllt
waren. Unsere Existenz hat also keinen Anfang,
weil wir schon immer in irgendeiner Art und Weise
existierten. Daher gibt es genau betrachtet auch keinen
Tod, keine Vergangenheit, keine Gegenwart und
keine Zukunft. Oberflächlich betrachtet gibt es den
Tod jedoch. Er ist ein Teil unseres Lebens, und genauso,
wie wir uns damit beschäftigen, ein gutes Leben zu
führen, müssen wir uns mit dem Tod beschäftigen, immer
bereit sein für den Tod, um gut sterben zu können.
Den Tod müssen wir vorbereiten und nicht ignorant
unser Leben leben, ohne an ihn zu denken.
Während des Sterbens folgen wir dem stärksten Gefühl.
Daher ist es zu diesem Zeitpunkt wichtig, einen friedvollen
Geist und eine gute Motivation zu haben.
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Alles,
was wir davor im Leben getan haben, ist nicht mehr
wichtig. Nur unsere Prägungen sind noch da. Deshalb
ist es von grosser Bedeutung, dass wir in Balance und
emotional ausgeglichen sind. Diese Ausgeglichenheit
kann durch Meditation erreicht werden. Der Zweck
der Meditation ist, das konzeptionelle Bewusstsein
zu reduzieren. Beim Tod löst sich das konzeptionelle
Bewusstsein automatisch auf. Die Meditation hilft,
die Gedanken zu reduzieren und aus den Konzepten
unseres Lebens herauszutreten. Es gibt verschiedene
Meditationen mit denen wir den Zustand des Todes
erfahren, die Schritte des Sterbeprozesses durchleben,
realisieren und trainieren können.
Das wird unseren
Sterbeprozess erleichtern und es für uns einfacher machen,
wenn der Tod naht, diesen zu realisieren. Diese
Aufmerksamkeit ist wichtig, um zu verhindern, dass
wir durch Unwissenheit während des Sterbeprozesses
negative Emotionen durchleben.
Leben, Tod und Wiedergeburt bilden einen Kreislauf.
Das Leben und das Sterben können mit einer Welle
auf dem Ozean verglichen werden. Wenn die Welle
in den Ozean zurückgeht, so entspricht das dem
Sterben. Entsteht im Ozean eine Welle, so ist das die
Geburt. Der Tod ist mit Veränderung gleichzusetzen.
Er bedeutet nicht das Ende. |
Tulku Lobsang, Nangten Menlang International |
Heilenergie entwicklen mit Tsa Lung
Die Tsa Lung
Übungen haben ihren Ursprung vor
allem in der Vajrayanatradition des tibetischen Buddhismus.
Sie sind ein Weg, um Glückseligkeit, Liebe
und Glück zu praktizieren. Tsa bedeutet Kanal und
Lung ist der Wind. Das Ziel von Tsa Lung ist, sich
selbst und andere zu heilen. Um Heilenergien geben
und empfangen zu können, werden die inneren Kanäle
durch Körper-, Atem- und Meditationsübungen
geöffnet, gereinigt und in Balance gebracht. Die entstandene
wärmende Energie kann zu bestimmten
Stellen des eigenen Körpers gelenkt oder auch einem
anderen Menschen gegeben werden.
Tsa Lung Übungen sind kraftvolle und dynamische
Übungen, welche die Körperkanäle öffnen, damit
der Wind ungehindert fliessen kann. In den feinstofflichen
Kanälen unseres Körpers fliesst Energie.
Sind diese Wege blockiert, fühlt man sich müde und
schlapp, was bedeutet, dass man empfänglich wird
für Krankheiten. Der feinstoffliche Körper besteht
aus dem Wind, den Kanälen, den Essenzen und densubtilen Energien. Besteht im feinstofflichen Körper
ein Ungleichgewicht, sind die Krankheiten schwerer
zu heilen als diejenigen des groben Körpers. Genauso
wie es grobe und feinstoffliche Kanäle gibt, gibt
es auch einen grobstofflichen und einen feinstofflichen
Atem. Sprechen beispielsweise ist grobstofflicher
Atem. Der Atem an sich wird als feinstofflicher
Atem bezeichnet.
Die Technik des Tsa Lung kombiniert Körperbewegungen
mit Atemübungen. Denn um subtilere Kanäle
beeinflussen zu können, reichen Bewegungen
nicht aus. Daher wird ein subtileres Werkzeug benutzt,
der Atem. Durch das Anhalten des Atems kann
die Bewegung tiefer in den Körper eindringen. So
können auch die kleinen Kanäle geöffnet und Blockaden
gelöst werden. Im Tsa Lung geht man davon
aus, dass es zwei Arten von Wind gibt, den karmischen
Wind und den Weisheitswind. Grundsätzlich
handelt es sich um denselben Wind. Doch wenn der
Wind in den Chakren blockiert ist, so nennen wir ihn
karmischen Wind. Fliesst der Wind hingegen frei in
unseren Kanälen, nennen wir ihn Weisheitswind. Mit
Hilfe von Tsa Lung können wir die subtilen Chakren
öffnen, und damit den karmischen Wind in Weisheitswind
umwandeln. So wird man ruhiger, ausgeglichener
und macht Fortschritte in der persönlichen
Entwicklung.

Gebetsmühlen
In unserem Alltag werden wir mit Herausforderungen
wie Konflikten, Krankheiten oder Schicksalsschlägen
konfrontiert. Oft leiden wir auch unter schlechter
Laune, Wutausbrüchen und anderen negativen Emotionen.
Jede dieser Erfahrungen und Emotionen wird
durch eine spezifische Art von Wind charakterisiert
und ist mit einem bestimmten Bewusstsein verbunden.
Indem wir mit dem Wind arbeiten, können wir
die Ursachen und Bedingungen der Negativität in
ihrem Ursprung verändern. Denn Körper, Energie
und Geist stehen immer in Verbindung zueinander.
Dies merkt man beispielsweise, wenn man mit Herausforderungen
konfrontiert wird, die unser Geist
nicht lösen kann. Betrachtet man Schwierigkeiten,
die auf den ersten Blick auf unseren Geist zurückzuführen
sind, so wird man feststellen, dass sie in Abhängigkeit
von unserem Körper und dessen Energien
entstanden sind. Die physischen Energien wiederum
sind abhängig von der Atmung, und diese steht mit
Energien in Verbindung. Atmung und Energien stehen
somit in wechselseitiger Abhängigkeit mit dem
physischen Körper.
Deshalb führen wir bestimmte Körperbewegungen
und Körperpositionen aus, um den Geist und
die physischen Energien kontrollieren zu können.
Denn jede dieser Positionen und Bewegungen hat
eine bestimmte Wirkung auf Geist und Energie. Das
heisst, wir kontrollieren zuerst die physischen Energien,
da der Geist davon abhängig ist. Arbeiten wir
mit unserem Atem, so können wir einen positiven
Einfluss auf unseren Geist und den Energiehaushalt
bewirken. Sind diese Bedingungen erfüllt, so ist es
einfacher, Situationen an unsere persönliche physische
und psychische Situation anzupassen, um uns
zu einer entsprechenden Handlung zu entschliessen.
Sind wir, und damit die genannten Bedingungen,
nicht im Gleichgewicht, so können uns die Übungen
dabei helfen, direkt auf den Geist und unsere Emotionen einzuwirken.

Yamdrok Tso, Tibet
Bei der Praxis von Tsa Lung geht es nicht darum,
oberflächliche Bewegungen auszuführen. Viel wichtiger
ist die Erkenntnis über den Zustand unseres
menschlichen Daseins. Die Übungen haben die
Aufgabe, den karmischen Wind in Weisheitswind
umzuwandeln und so die Natur unseres Geistes zu
verwirklichen. Erreicht man diesen Zustand, so hat
man keine Probleme mit dem Energiegleichgewicht.
Durch die Übungen kann man einen Zustand der
Ruhe erlangen.
Im Tsa Lung unterscheidet man drei unterschiedliche
Stufen. Man kann ein äusseres, inneres oder geheimes
Niveau erreichen. Beim äusseren Niveau nimmt
man Krankheiten von anderen nicht auf. Hat man ein
inneres Niveau erreicht, so erfährt man die Krankheiten
des eigenen Körpers nicht mehr. Ist man auf
der Stufe des geheimen Niveaus angelangt, so hat
man die Verwirklichung der Buddhanatur erreicht.
Das Praktizieren von Tsa Lung, Mitgefühl, sowie die
Leerheitsmeditation helfen dabei, die Buddhanatur
zu verwirklichen.

Biographie Tulku Lobsang
«There is no Enemy outside Yourself» Tulku Lobsang
Tulku Lobsang ist ein hoher buddhistischer Meister, sowie
Doktor der tibetischen Medizin und Astrologie.
Tulku Lobsang wurde 1975 im Nordosten Tibets geboren
und trat mit sechs Jahren in die lokale buddhistische
Klosterschule ein. Im Alter von dreizehn
Jahren wurde er als die 8. Reinkarnation des Nyentse
Lama wieder erkannt.
Tulku Lobsang lebte in unterschiedlichen Klöstern
und beeindruckte die Menschen schon bald mit seiner
Heilfähigkeit. Er genoss eine intensive Ausbildung in
Medizin, Astrologie und unterschiedlichen buddhistischen Praktiken. Tulku Lobsang vertiefte sein Wissen
bezüglich der klassisch buddhistischen Texte im
Ganden Shartse Kloster in Südindien und gründete
später in Dharamsala das buddhistisch medizinische
Zentrum Nangten Menlang. Das Zentrum hat es sich
zur Aufgabe gemacht, das tibetische Kulturerbe weiterzugeben.
Deshalb reist Tulku Lobsang jedes Jahr
durch Europa, Asien und Amerika, um Medizin, Buddhismus
und Astrologie zu unterrichten. Es ist ihm
ein grosses Anliegen, dass sich durch den kulturellen
Austausch das Leiden in der Welt verringert.
Tulku Lobsang folgt der Tradition, das Wissen der
grossen Meister durch tiefgründige Belehrungen
mündlich weiterzugeben. Seine Unterweisungen
sind gekennzeichnet durch eine direkte Sprache.
Kombiniert mit einer Portion Humor und vielen
praktischen Beispielen, schafft Tulku Lobsang den
Spagat, das jahrtausend alte Wissen in die Gegenwart
zu übertragen. Seine Art, von Herz zu Herz
zu lehren, berührt. Gleichzeitig bietet sie uns die
benötigte spirituelle Führung.
Tulku Lobsang hat vor allem die Lehren aus der
Gelugpa-Linie erhalten. Er studierte aber auch die
Lehren des Bön, die geheimen Traditionen des Kalachakra
Jonang und der Mahamudra Traditionen.
So erhielt er Belehrungen aller Traditionen des tibetischen
Buddhismus. Er ist Praktizierender aller
Traditionen.

Informationen zum Vortrag von Tulku Lobsang zum
Thema «Gut leben, gut sterben» am 16. April und zu
seinem Workshop «Tsa Lung» am 17. / 18. April finden Sie hier.
Informationen zu den Publikationen und Veranstaltungen
von Tulku Lobsang und zu seiner Organisation
Nangten Menlang International finden Sie im
Internet unter www.tulkulobsang.org.
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