Das Liebesprinzip

von Alex Loyd

16. August 2016

In seiner Einführung zum Buch Love Principle beschreibt Alex Lloyd, wie wenig Hilfesuchende normalerweise von Büchen über Lebenshilfe profitieren können. Im Folgenden einige Auszüge aus der Einleitung.

Man hatte mir das besagte Selbsthilfe-Strickmuster beigebracht, und ich hatte mich jahrelang in jedem Bereich meines Lebens daran gehalten. Dennoch hatte ich keinen Erfolg in meiner Arbeit mit den Jugendlichen. Ausserdem hatte ich finanzielle Verluste und stand kurz vor der Pleite. Und obwohl ich ein fröhliches Gesicht aufsetzte, ging es mir tief drinnen erbärmlich. Ich war erst in den Zwanzigern und fand, ich hätte bereits in jedem Bereich meines Lebens versagt. Nun ja, offenbar war ich aber noch nicht ganz am Ende. An einem stürmischen Sonntagabend 1988, nach drei Jahren Ehe, sagte meine Frau Hope, sie müsse mit mir «reden». Obwohl sie das schon tausendmal vorher gesagt hatte, hatte sie es noch nie auf diese Art gesagt. Ich spürte instinktiv, dass etwas im Busch war – und zwar nichts Gutes. Es fiel ihr schwer, mir in die Augen zu sehen. Ihre Stimme zitterte, dabei wusste ich, dass sie versuchte, sie fest klingen zu lassen. «Alex, du musst ausziehen. Ich kann es nicht mehr ertragen, mit dir zu leben. » Ich bin zwar in einer italienisch angehauchten Familie aufgewachsen – wir stritten und debattierten ständig lautstark über alles, von Politik über Religion bis hin zur Wochenendplanung.

Aber mir fiel einfach keine Erwiderung ein in diesem einen, wichtigsten Moment meines Lebens. Alles, was ich herausbrachte, war: «Okay.» Und ich ging. Wie betäubt packte ich eine kleine Tasche mit dem Allernötigsten und verliess das Haus ohne ein weiteres Wort.

Ich fuhr zum Haus meiner Eltern und verbrachte die ganze Nacht im Garten mit Gebeten, Grübeln und Trauern – und dem Gefühl, als würde ich innerlich absterben. Was ich damals nicht wusste: Es war das Beste, was mir jemals passiert ist. In den nächsten sechs Wochen erlebte ich den positivsten Wendepunkt in meinem ganzen Leben. Ich war soeben in eine Art «spirituelle Schule» eingeführt worden, in der ich den Schlüssel zu allen Dingen finden sollte: das Love Principle. Aber in jener Nacht fühlte ich mich, als wäre mein Leben vorbei. Ich fragte mich immer wieder: «Warum passiert mir das alles?»

Die Frage war berechtigt, denn wenn es überhaupt etwas gab, in dem ich hätte erfolgreich sein müssen, dann war es meine Ehe. Als Hope und ich heirateten, waren wir besser auf die Ehe vorbereitet als alle anderen, die wir kannten. Bei unserer allerersten Verabredung gingen wir in den Park, breiteten an einem schönen Herbstabend unsere Decke im Gras unter dem Sternenhimmel aus und redeten. Und redeten. Und redeten. Und redeten. Das war’s. Sechs Stunden redeten wir. Über alles Mögliche. Und das war erst die erste Verabredung. Als uns der Gesprächsstoff ausging, lasen wir gemeinsam Bücher. Wir besorgten uns das gleiche Buch – über Beziehungen oder ein anderes Thema, das uns beide interessierte – und lasen es jeder für sich, unterstrichen wichtige Stellen und machten uns Notizen. Und wenn wir uns trafen, verglichen wir unsere Notizen und sprachen über das, was wir gelesen hatten. Wir gingen freiwillig zur vorehelichen Beratung. Wir machten Persönlichkeitstests, verglichen sie und sprachen mit Beratern über unsere möglichen Probleme und wie sie sich lösen lassen würden.

Als der 24. Mai 1986 kam, der Tag unserer Hochzeit, waren wir bereit. Na ja, das hatten wir zumindest geglaubt. Und jetzt, kaum drei Jahre später, konnte sie meinen Anblick nicht mehr ertragen, und auch ich war sehr unglücklich. Warum nur? In dieser Nacht im Garten meines Elternhauses begann meine richtige Ausbildung. Ich hörte eine Stimme in meinem Kopf, die ich für die Stimme Gottes hielt. Sie sagte etwas, das ich nicht hören wollte – das mich sogar wütend machte. Dann stellte mir die Stimme drei Fragen, die mich bis in meine Grundfesten erschütterten, die mich im Lauf der nächsten sechs Wochen entprogrammierten und neu programmierten bis auf den wahren Grund meines Wesens – und seitdem bin ich nicht mehr derselbe Mensch. Diese drei Fragen waren der Anfang der Love-Principle-Erfolgsmethode. Es geschah in einem kurzen Augenblick, aber es kostete mich die nächsten 25 Jahre, herauszufinden, wie man es auch anderen zugänglich machen konnte. (...) Nach etwa sechs Wochen Trennung stimmte Hope widerwillig einer Verabredung mit mir zu.

Später erzählte sie mir, sie habe an jenem Tag schon beim ersten Blick in meine Augen gewusst, dass ich nicht mehr derselbe war. Sie hatte recht. Obwohl ich äusserlich noch immer so aussah wie früher, hatte ich mich innerlich in einen vollkommen anderen Menschen verwandelt. Da sie einigen Kummer hinter sich hatte, wollte sie es mir nicht gleich sagen und blieb eine ganze Weile lang wachsam. Aber die Folgen waren unvermeidbar und unausweichlich. Auch wenn wir später noch wegen Hopes Gesundheit und unserer Finanzen Kämpfe auszufechten hatten, waren die wichtigsten Dinge in unserem Leben nicht mehr dieselben. Wenn Sie mehr über Hopes Heilung und eine weitere Methode erfahren möchten, die eine Vielzahl körperlicher und emotionaler Symptome heilen kann, lesen Sie meinen Bestseller Der Healing Code (Rowohlt 2012), den ich mit Dr. Ben Johnson geschrieben habe. Diejenigen unter Ihnen, die mit dem Healing Code vertraut sind, werden sich vielleicht fragen, warum meine Frau nicht versucht hat, mit Hilfe des Love Principle gesund zu werden.

Zunächst einmal: Ich war noch nicht so weit. Es dauerte mehrere Jahre, bis ich es in meiner Praxis einsetzen konnte, und ich arbeitete noch an der Entwicklung von zweien der drei Tools, die ich im vorliegenden Buch beschreibe. Was aber vielleicht noch wichtiger war: Ich hatte schon so viele Methoden an ihr ausprobiert, als ich das Love Principle entwickelte (und keine hatte gewirkt), dass sie nun verständlicherweise ihre eigene suchte. Wenig später traten die Healing Codes in unser Leben.

Love Principle hatte mich verändert und veränderte mich immer noch. Und Hope begann sich ebenfalls zu verändern. Von diesem Tag an begann ich das Love Principle allen möglichen Menschen zu vermitteln, darunter auch den Jugendlichen und Eltern, mit denen ich damals arbeitete. Egal, was sie für ihr Problem hielten oder was sie zu brauchen glaubten, um davon erlöst zu werden – alles, was sie wirklich brauchten, war das Love Principle. Dabei geht es in aller Kürze um Folgendes: So gut wie jedes Problem oder jeder Misserfolg rührt von einem inneren Angstzustand her – selbst körperliche Probleme. Und jeder innere Angstzustand hat als Ursache den Mangel an Liebe, bezogen auf das jeweilige Problem. Eine andere Bezeichnung für «Angstreaktion» ist «Stressreaktion».

Wenn aber Angst das Problem ist, dann ist Liebe – ihr Gegenspieler – das Gegenmittel. Im Angesicht wahrer Liebe kann es Angst nicht geben (ausser in einer lebensbedrohlichen Situati- on). Das mag sehr theoretisch klingen, glücklicherweise konnte dies jedoch die Forschung der letzten Jahre wissenschaftlich bestätigen (was wir in diesem Buch noch sehen werden).

Alles – selbst Ihre Misserfolge und äussere Umstände – lässt sich darauf zurückführen, ob Sie in einem inneren Zustand der Angst oder der Liebe leben. Als ich meine Beratungspraxis eröffnete, sagte ich jedem einzelnen Klienten, der bei mir in Therapie war: Wie auch immer sein aktuelles Problem geartet war – ob es mit Gesundheit, Beziehungen, Erfolg, Wut, Ängsten zu tun hatte –, die ihm zugrunde liegende Ursache hielt ich für ein Liebe-Angst-Problem. Wenn Angst durch Liebe ersetzt wurde, dann würden sich meiner Meinung nach die Symptome der Leute auf eine Art und Weise bessern, wie es anders nicht möglich war. Doch bald entdeckte ich ein Problem. Meinen Klienten einfach nur zu sagen, sie sollten «lieben», funktionierte nicht. Sie alte Schriften und Regelwerke lesen, studieren und verinnerlichen zu lassen, klappte auch nicht viel besser.

Ich versuchte, ihnen beizubringen, «einfach» das zu tun, wozu mich meine Verwandlung ganz natürlich gebracht hatte. Aber so gut wie keiner konnte das. Und wissen Sie, was? Ich selbst lehrte sie nur wieder die alte dreistufige Strategie und ahnte es nicht einmal! Ich sagte ihnen, sie sollten ihr bewusstes, auf Angst gegründetes Denken in auf Liebe gegründetes Denken umwandeln, ihre durch Angst hervorgerufenen Emotionen in von Liebe erfüllte Emotionen und ihr angstgesteuertes Verhalten in von Liebe geführtes Verhalten. 

Mit anderen Worten: Ich sagte ihnen, sie sollten sich mit ihrer ganzen Willenskraft auf die Erwartung von äusseren Endergebnissen konzentrieren! Einige von ihnen meinten: «Danke sehr für diesen originellen Rat.» Andere wiederum wurden sarkastisch: «Okay, ich fange  gleich nach dem Mittagessen damit an.» Später fand ich heraus, warum sie so bissig waren: Sie hatten es bereits damit versucht und waren gescheitert, so wie ich es unzählige Male in meinem Leben versucht hatte bis zu dieser Nacht im Garten meiner Eltern und dabei ebenfalls gescheitert war.

In jener Nacht und den anschliessenden sechs Wochen widerfuhr mir etwas, das ganz real war und mich umkrempelte und das ich seither das «transformatorische Aha-Erlebnis» nenne. Ich «beschloss» in jener Nacht nicht einfach, zu lieben und mit Hilfe von Willenskraft damit anzufangen. Etwas geschah innerhalb eines Augenblicks, das meinen Angstzustand in einen inneren Liebeszustand verwandelte und mich auf eine natürliche Art lieben liess, die mir vorher einfach nicht zugänglich gewesen war, und ohne dass ich Willenskraft dafür hätte aufbringen müssen. Ich sah die Wahrheit auf eine Art, auf die ich sie noch nie gesehen hatte; ich begriff und «spürte» zutiefst, was Liebe war, und wusste, dass es stimmte. Ich begann unmittelbar, eher in Liebe denn in Angst, in Frieden statt in innerer Unruhe zu denken, zu fühlen, zu glauben und zu handeln; Licht flutete in meine Finsternis, und ich fing an, mühelos Dinge zu tun, zu denen ich mich vorher kaum hatte aufraffen können.

Es war, als wäre die Festplatte meines Gehirns in einem einzigen Augenblick gelöscht und neu programmiert worden, was Liebe und Angst betraf. Als wäre ein Betriebssystem gegen ein anderes ausgetauscht worden. Um ehrlich zu sein: Dieses transformatorische Aha-Erlebnis war eine Art Vision, in der ich die Wahrheit über die Liebe in einem einzigen Moment erkannt hatte.

Daran hielt ich mich fest. Auch Einstein hat in Bezug auf seine Relativitätstheorie eine ähnliche Erfahrung erwähnt. Er sah sich in seiner Vorstellung auf einem Lichtstrahl reiten und bezeichnete diese Vision als den Auslöser seiner berühmten Theorie E = mc2. Die ganze Wahrheit enthüllte sich ihm in einem Augenblick – aber er brauchte noch zwölf Jahre, um sie mathematisch zu beweisen. Ich stellte bald fest, dass man kein transformatorisches Aha-Erlebnis haben kann, nur weil man es so will. Ich erkannte, dass ich gewissermassen noch nicht die notwendigen Grundlagen entwickelt hatte. Ich brauchte praktisch nutzbare Werkzeuge, die alle Leute auf jede Situation anwenden konnten, um ihre Angst zu löschen und sie auf Liebe umzuprogrammieren, damit sie auch in der Liebe leben konnten. Instrumente, die tatsächlich die Ursache des wie auch immer gearteten Problems behoben, wie es bei mir mit meinem transformatorischen Aha-Erlebnis der Fall war.

Die nächsten 24 Jahre beschäftigte ich mich genau damit. Während ich mit meinen Klienten arbeitete, entdeckte ich die Drei Tools (die ich im vierten Kapitel vorstellen werde), die ihnen halfen, direkt an die unterbewusste Wurzel zu gehen, die Angst zu löschen und ihr Normalprogramm auf Liebe umzustellen. Und ich entdeckte nicht nur die drei Tools, sondern auch die Nutzlosigkeit der dreistufigen Lebenshilfe-Strategie. In diesem Buch stelle ich Ihnen die drei Tools vor und zeige Ihnen, wie Sie in allen Bereichen Ihres Lebens erfolgreich werden – auf natürliche und organische Weise, und nicht, indem sie sich noch mehr anstrengen.


Über Alex Loyd

Dr. Alex Loyd ist ordinierter Pfarrer und hat zehn Jahre lang in dieser Funktion gearbeitet, bevor er seine beiden Doktortitel in naturheilkundlicher Medizin und Psychologie erwarb. Anlass für seine berufliche Neuorientierung war die Erkrankung seiner Frau Tracey, die unter einer schweren klinischen Depression litt.
Nach zwölf Jahren vergeblicher Suche wendete er sich dem Studium der Energie und Quantenphysik zu. Er entdeckte einen einfachen physikalischen Mechanismus, der Stress im Körper beseitigt, indem er seine Wurzel heilt, und der zu seiner grossen Überraschung und Freude auch Traceys rasche Genesung von Ihrer Depression bewirkte.
Die folgenden eineinhalb Jahre lang validierte Dr. Loyd diesen Mechanismus mit dem Herz  frequenzvariabilitätstest: In 86 Prozent aller Fälle konnten die Probanden bereits innerhalb von 20 Minuten von ihrer Stressbelastung befreit werden. Auf der Grundlage seiner Entdeckung gründete Dr. Loyd The Healing Codes®, eine Firma, die sich weltweit für natürliche Heilverfahren engagiert.
Tausende von Klienten in fünfzig Staaten und neunzig Ländern berichten bereits, dass sie mit den Healing Codes von verschiedensten Krankheiten und Leiden geheilt wurden. Dr. Loyd lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Tennessee.

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