Der Geist in der Materie

von Eckhard Kruse

08. Dezember 2014

Die Begegnung von Wissenschaft und Spiritualität von Prof. Dr. Eckhard Kruse

Nach einer öffentlichen Demonstration von Jenseitskontakten von Gordon Smith kam eine Dame auf mich zu und überreichte mir das Buch «Der Geist in der Materie» mit freundlichen Grüssen des Autors Prof. Eckhard Kruse. Interessanterweise war die letzte Botschaft des Abends an diese Frau gerichtet gewesen und Gordon hatte ihr neben anderen treffenden Aussagen gesagt, dass sie sich intensiv für eine Verbindung von Wissenschaft und Spiritualität einsetze. Sie erzählte mir, dass sie an einer Arbeitsgruppe bei Professor Kruse teilnehme, bei der es um genau dieses Thema gehe. Ich habe das Buch mit grossem Interesse und Gewinn gelesen und kann es wärmstens empfehlen. Es weist auf sachliche, humorvolle und kenntnisreiche Weise auf die blinden Flecken in den Weltbildern der «Esoteriker» und der Schulwissenschaftler hin. Unser allgegenwärtiges, durch Schule und Medien vermittelte Bild ist das der Wissenschaft, der wir viel zu verdanken haben. Doch auch das wissenschaftliche Weltbild ist nur ein Bild, nicht eine Wahrheit. So wertvoll es ist, so bleibt es in vielen Bereichen unvollständig. Vor allem hat es wenig zu zentralen menschlichen Fragen nach Bewusstsein, Geist und Sinn zu bieten. Eckhard Kruse vermittelt glaubwürdig, dass die Begegnung von Spiritualität und Wissenschaft die Chance eröffnet, ein umfassenderes und für uns Menschen bedeutsameres Bild der Welt zu entwickeln und so im besten Sinne handlungsfähig zu werden.

Lucius Werthmüller



   

Liebe Leserin, lieber Leser, wissen Ihre Freunde, Bekannten oder Kollegen eigentlich, dass Sie das Psi-Info lesen? Dass Sie sich für paranormale Phänomene, Selbsterfahrung oder die geistige Seite der Welt interessieren? Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Mit einigen Menschen lässt sich wunderbar inspirierend über solche Themen sprechen, doch für die meisten ist das nur Aberglaube oder esoterischer Quatsch. Nur selten beruht diese Überzeugung auf eigenen Überlegungen oder Erfahrungen, sondern sie ist blosses Abbild dessen, was überall in Medien und Bildung vermittelt wird, was vermeintlich «jeder vernünftige Mensch wissen sollte». So eine Gewissheit ist bequem, fühlt sich gut an und dann hört man auch nicht mehr zu, was andere sagen. Echte Kommunikation setzt voraus, dass der andere Recht haben könnte. Leider ist die Menschheit in dieser Disziplin – trotz der vielen Worte in der Welt – noch nicht besonders geübt (bessere Telefone scheinen oft wichtiger zu sein als bessere Gespräche). Statt dessen ziehen Menschen seit jeher Grenzen zwischen ihrem «Stamm» und den Anderen, jenen mit anderem Glauben, anderer Hautfarbe oder anderem Lieblingsfussballverein. Das Fremde zu bekämpfen erscheint so viel einfacher, als es lieben zu lernen.

Und was könnte befremdlicher sein, als die verschiedenen Vorstellungen, die Menschen von der Welt und dem Dasein haben? Da berufen sich Anhänger theistischer Religionen auf Gottes Schöpfung und heilige Schriften; Spirituelle oder «Esoteriker » sehen vielleicht unsere Erde als Mutter Gaia, auf der Seelen inkarnieren und Erfahrungen sammeln; und für den modernen, «aufgeklärten» Menschen ist es nur ein kosmischer Zufall, der Materie zu komplexen Strukturen anordnete, die sich schliesslich den Namen «Mensch» gaben. Welches Weltbild hätten Sie gerne? Das Weltbild ist wichtig, denn es bestimmt – bewusst oder unbewusst – das Handeln. Wer die Welt für eine Überlebenskampfarena der Evolution hält, kann ein Leben als Verbrecher oder Mensch- und Umweltausbeuter für folgerichtig halten. Wer sie als Ort zum Erschaffen liebevoller Gemeinschaft versteht, wird Mensch, Tier und Natur in ganz anderer Weise begegnen. Als plakative Vertreter aus der materialistischen Schulwissenschaft und aus der Welt der Spiritualität oder dem, was oft als Esoterik abgetan wird, spreche ich gerne von Schuwi und Eso. Beide haben sehr unterschiedliche Zugänge zur Welt und ihre Begegnung ist oft schwierig, nicht nur wegen Sprachproblemen. Entscheidungen in Gesellschaft und Politik begründen sich heute auf Schuwis Weltbild. Immerhin haben wir ihm viel zu verdanken: eine rasante technologische Entwicklung, Industrialisierung, Medizin, ein komfortables Leben, Autos, Fernsehen und Internet. Den meisten Menschen reicht das und wenn es um Verbesserungen geht, dann wollen sie einfach noch mehr von diesen Dingen; Nebenwirkungen wie Umweltzerstörung, soziale Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Kriege lassen sich bestimmt irgendwann mit noch mehr Technik, Wissenschaft und Wirtschaftswachstum lösen.

Man kann das auch anders sehen. Viele heutige Probleme sind Folge eines zu engen Prof. Dr. Eckhard Kruse studierte Informatik mit Anwendungsfach Physik und promovierte auf dem Gebiet der Robotik und Bildverarbeitung. Er arbeitete acht Jahre in der industriellen Forschung als Wissenschaftler und Manager. Seit 2008 ist er Professor für Angewandte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Sein klassisch wissenschaftliches Weltbild hinterfragte und erweiterte er im Laufe der Jahre aufgrund von persönlichen Erfahrungen, Meditation, Seminaren und Kontakten mit heilerisch und schamanisch arbeitenden Menschen. Im Herbst 2013 erschien sein Buch Der Geist in der Materie – die Begegnung von Wissenschaft und Spiritualität (Crotona Verlag). Eckhard Kruse lebt in Heidelberg. www.eckhardkruse.net, www.esoschuwi.de Informationen zu seinem Vortrag in Basel finden Sie auf Seite 30. Schuwi- Weltbildes. Wer die Welt auf Materie reduziert und Bewusstsein und Geistiges als Illusion abtut, liefert die perfekte Begründung für Wirtschaft und Politik, menschliches Wohl als den Besitz und Konsum materieller Dinge zu definieren und nach ewigem Wirtschaftswachstum zu streben. Ein Drittel der deutschen Forschungsausgaben fliesst in die Autoindustrie. Ergebnis: weniger Spritverbrauch? Nein, grössere Autos. Was könnte man erreichen, wenn mal eine Forschungsmilliarde für Bewusstseinsforschung und Grenzwissenschaften abgezwackt würde! Was wichtig und wertvoll ist, da liefert Schuwi wenig Hilfreiches, im Gegenteil: Neurowissenschaftler degradieren den freien Willen zu Illusion oder Nebenprodukt des «Gehirncomputers» – aber ohne Willensfreiheit gibt es auch keine Verantwortung. Biologen kennen als Lebenszweck nur Selbsterhaltung und Arterhaltung – dann ist Mitgefühl mit anderen Lebewesen also wider die Natur? Physiker reduzieren die Welt auf Materie und Wechselwirkungen – die Wirtschaft übersetzt es in: Produkte und freie Märkte. Und für Sinnfragen erklärt sich Wissenschaft ohnehin nicht zuständig, die überlässt sie – ja wem eigentlich? Die Religionen haben in der westlichen Welt in punkto Weltdeutung immer weniger zu sagen, doch der Bedarf nach Sinnstiftung für Mensch und Menschheit ist ungebrochen. Es sollte nicht die Werbung sein, die uns sagt, was wir für unser Wohlergehen benötigen!

Gute Argumente für den Geist
Spiritualität ist nicht nur eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung, sondern ein Schlüssel zur Lösung vieler Probleme in der Welt. Für das Wohl der Menschen muss nicht die Wirtschaft wachsen, sondern die Liebe, Bewusstsein, Achtsamkeit, Gemeinschaftsgefühl, Kultur und ein Gefühl für die Verbundenheit allen Lebens. Individuelle Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung sind die wichtige Grundlage, Kontakt mit Gleichgesinnten kann stärken und inspirieren, aber wirklicher Wandel erfordert auch den Austausch mit jenen, die anderer Meinung sind. Ich wünsche mir die Begegnung von Spiritualität und Wissenschaft, wie auch das Zusammenkommen der Schuwi- und Eso-Anteile von uns allen, im Alltag. Wir – ich hoffe, liebe Leserin, lieber Leser, ich darf Sie hier einbeziehen –, die wir uns für die geistige Seite der Welt interessieren, haben gute Argumente für unsere Sicht. Sie ist vernünftig, begründet und wertvoll. Wenn wieder einmal über «naiven, esoterischen Aberglauben» pauschal der Kopf geschüttelt wird, sollte man genau hinschauen, wer tatsächlich naiv ist. Zu allen Zeiten hat, wenn jemand sich nicht der vorherrschenden Meinung anschliessen wollte, die Mehrheit den Kopf geschüttelt (oder den fremden Kopf abgeschlagen). Basierend auf dem jeweiligen Weltbild wurde schon vieles als Aberglaube beschimpft: die Bewegung der Erde um die Sonne, die Schwerkraft, Röntgenstrahlung, Relativität von Raum und Zeit, Synchronizität räumlich entfernter Teilchen usw. Das heisst nicht, jedes Quantenphysikgerede der Esoszene wäre Anwärter auf die nächste grosse Theorie. Aber ein bisschen mehr Demut angesichts unseres Unwissens würde vielen Welterklärern gut tun. Wer heute pauschal behauptet, die Wissenschaft werde niemals Platz haben für Telepathie, Geistheilung oder andere unerklärte (nicht: unerklärliche) Phänomene, der hat Wissenschaft nicht verstanden.


Die blinden Flecken anschauen
Probieren wir einmal etwas aus: Bitte lächeln Sie jetzt! Ja, bitte, schön fröhlich und kraftvoll! Hat es geklappt, haben sich Ihre Mundwinkel bewegt? Grossartig! Dann ist uns soeben der 78 Beweis für das geglückt, was die Schulmedizin hartnäckig bestreitet: Allein durch Informationsübertragung (diesen Text) war es möglich, eine körperliche Veränderung in Ihnen auszulösen, die sich vielleicht sogar noch gut angefühlt hat. Ein billiger Trick? Der einzige Unterschied zu subtileren Informationswirkungen auf Lebewesen oder Materie besteht darin, dass hier die Information bewusst wahrgenommen wurde, während die allermeisten Einflüsse unbewusst wirken und schwieriger nachzuvollziehen sind. So oder so bleibt aber das Zusammenspiel von Bewusstsein, Unterbewusstsein und Körper voller Rätsel. Gerade da, wo es Mensch und Leben betrifft, ist die Wissenschaft auch heute ziemlich ratlos. Wenn das Bewusstsein nur eine Gehirnfunktion ist, wie kann es dann bei Nahtoderfahrungen mit inaktivem Gehirn so wache Erlebnisse haben? Was ist das überhaupt, das Leben? Eine wissenschaftliche Definition gibt es nicht, und die Grenze zwischen Leben und Tod verläuft so unscharf, dass die Medizin hilfsweise den Hirntod heranzieht. Auch wo das Leben herkommt und wie es sich weiterentwickelt, ist keineswegs so gut verstanden, wie es der Neodarwinismus behauptet. Immerhin mischt die Epigenetik seit einigen Jahren die wissenschaftlichen Vorstellungen von Vererbung ordentlich auf.


Subjektiv, aber wahr
Die wissenschaftliche Methodik aus Hypothese, Vorhersage und experimenteller Überprüfung ist eine grossartige Errungenschaft. Leider hält sich die Wissenschaft selbst nicht immer daran, denn sonst würde ein einziger Nachweis (und es gibt sehr viele...) eines paranormalen Phänomens genügen, um das pauschale «Das gibt es nicht» längst widerlegt zu haben. Doch auch bei einwandfreiem Vorgehen ist eine Stärke der Wissenschaft zugleich auch ihre grosse Schwäche: Die Forderung nach objektiven, wiederholbaren Messungen führt dazu, dass wichtige Teile der Wirklichkeit aus dem Weltbild ausgegrenzt bleiben. Sagen Sie mal einem Wissenschaftler, er soll durch Messungen zweifelsfrei nachweisen, ob sein Proband verliebt ist. Er kann Verhalten beobachten, Gehirntomografien anfertigen oder Hormonwerte bestimmen. Eindeutige, zuverlässige Nachweise wird er nicht finden. Wäre er konsequent, müsste er sagen: Liebe gibt es nicht, alles Täuschung, Lug, Trug, Placebo- Effekt. In randomisierten Doppelblindstudien lässt sie sich nicht nachweisen und Reproduzierbarkeit gibt es auch nicht, selbst bei angeblich heftig verliebten Menschen ergibt die Wiederholung der Messung nach einem Jahr kaum mehr einen Effekt. Dass sich Kunst und Literatur intensiv mit der Liebe beschäftigen, ist natürlich auch kein Beweis für deren Existenz. Klären wir die Menschen endlich auf: Liebe ist ein Aberglaube! Absurd? Genau diese Argumente hört man gegenüber spirituellen Erfahrungen oder aussersinnlichen Wahrnehmungen. Oder ersetzen Sie oben Liebe durch Gott. Warum wird das Phänomen der Liebe dennoch von Schuwi anerkannt? Weil fast jeder sie unmittelbar selbst erfahren hat und sie sich deshalb nicht mehr ausreden lässt, egal wie schlecht die objektive Beweislage ist. Es gibt andere Erfahrungen, die für manche Menschen ebenso real sind, wie etwa Telepathie, ausserkörperliche Erfahrungen oder spirituelle Gipfelerlebnisse. Wer so etwas erlebt hat, braucht keine Doppelblindstudien als Beweis. Leider scheinen viele Menschen die Lust auf eigene, unmittelbare Erfahrung verloren zu haben. Schliesslich kann man sich in Reality-TVShows bequem, aus sicherer Distanz anschauen, wie andere leben und fühlen. Und Schuwi schaut auf die Bildschirme seiner Messgeräte, anstatt auch einmal in echter Selbsterfahrung seinen Horizont zu erweitern.



Prof. Dr. Eckhard Kruse
studierte Informatik mit Anwendungsfach Physik und promovierte auf dem Gebiet der Robotik und Bildverarbeitung. Er arbeitete acht Jahre in der industriellen Forschung als Wissenschaftler und Manager. Seit 2008 ist er Professor für Angewandte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Sein klassisch wissenschaftliches Weltbild hinterfragte und erweiterte er im Laufe der Jahre aufgrund von persönlichen Erfahrungen, Meditation, Seminaren und Kontakten mit heilerisch und schamanisch arbeitenden Menschen. Im Herbst 2013 erschien sein Buch Der Geist in der Materie – die Begegnung von Wissenschaft und Spiritualität (Crotona Verlag). Eckhard Kruse lebt in Heidelberg.
www.eckhardkruse.net, www.esoschuwi.de


Über Eckhard Kruse

Prof. Dr. Eckhard Kruse studierte Informatik mit Anwendungsfach Physik und promovierte auf dem Gebiet der Robotik und Bildverarbeitung. Er arbeitete acht Jahre in der industriellen Forschung als Wissenschaftler und Manager. Seit 2008 ist er Professor für Angewandte Informatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Sein klassisch wissenschaftliches Weltbild hinterfragte und erweiterte er im Laufe der Jahre aufgrund von persönlichen Erfahrungen, Meditation, Seminaren und Kontakten mit heilerisch und schamanisch arbeitenden Menschen. Im Herbst 2013 erschien sein Buch Der Geist in der Materie – die Begegnung von Wissenschaft und Spiritualität (Crotona Verlag). Eckhard Kruse lebt in Heidelberg. www.eckhardkruse.net, www.esoschuwi.de

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